E-Book? Für mich kein Thema.

Bevor mein drittes Buch beim sonderpunkt Verlag in den Druck geht, ein wenig dazu, warum es in der konventionellen Weise als Papierausgabe und mit einem Vertrag mit einem Verlag erscheint.
Dies mag ja manchen schon altmodisch anmuten. Denn das Zeitalter der E-Books und des Self-publishing ist angebrochen! Beim letzten gibt es schon spezialisierte Verlagssparten, die den Veröffentlichungswilligen Hilfestellung geben. Und die Branche boomt.
Meine Standardantwort auf die Frage, ob es mich als E-Book gibt, lautet: „Ja, wenn du dir die Seiten selbst einscannst.“
Vielleicht ändere ich irgendwann meine Meinung. Niemand wird aber bestreiten, dass es eine Menge absoluten Mist, Ramsch und bodenlosen Schwachsinn auf diesem Sektor gibt. Gleichzeitig haben gute, sorgfältig hergestellte elektronische Bücher ihre Anhänger. Hier gilt eben, wer mag, soll es tun. Man mag mich demnach altmodisch nennen. (Nebenbei, meine Taschenbücher sind im A6-Format, die passen zu dem E-Reader auch noch in die Jackentasche.)
Ich gebe gerne zu, ich wäre zunächst überfordert, meine Manuskripte technisch in die Formate zu bringen, die sich dann auf den vielen uns bekannten Plattformen im Internet downloaden lassen. Und sie darüber hinaus noch zu vermarkten. Geht’s noch? Ich muss mir als Autor das nicht auch noch antun! Ranking-Listen überwachen, Preise anpassen oder mal einen Gratisangebotstag raushauen. Lotto spielen ist einfacher … Nein, da brauche ich meinen Verlag. Ein fachkundiges Lektorat, die Überwachung des Drucks und einen Vertrieb, alles Dinge, bei denen sich der Autor betreut fühlt.
Trotzdem habe ich auch einige E-Books anderer auf der Festplatte. (Und sie waren allesamt erst mal futsch, als ich mit dem Betriebssystem XP nicht mehr online ging …) Den Liebhabern echter Bücher brauche ich da vom haptischen Erleben nichts zu erzählen. Auch nicht von der permanenten Platznot für all die schönen Bücher in der Wohnung. Wichtig für mich als Schriftsteller ist einfach meine persönliche Entscheidung: Es bleibt bei den Papierausgaben. In dieser Form habe ich das Lesen gelernt. Habe ich später bis tief in die Nacht geschmökert und die Warnung der Eltern ignoriert, davon bekäme man schlechte Augen.
Vieles erleichtert und verändert die immer schneller werdende elektronische Entwicklung. Auch mein Paperback käme ohne sie nicht mehr aus der Druckerei. Aber aus irgendeinem Grund ein Buch wirklich anfassen zu können, das meinen Namen trägt, ist jedoch einfach viel schöner.

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9 Kommentare

Eingeordnet unter Bei Sem;kolon zu Hause, Das neue Buch

9 Antworten zu “E-Book? Für mich kein Thema.

  1. Natürlich. Alles richtig. „Ein (gedrucktes) Buch ist ein Buch ist ein Buch“, ist man versucht, mit Gertrude Stein zu sagen.
    Das gebe ich unumwunden zu, um dennoch die Lanze für das eBook zu brechen. Nicht nur, dass smapap1 mit der einstellbaren Schriftgröße einen ungemein wichtigen Punkt für die eitlere Hälfte der Menschheit anbringt …
    Du schreibst selbst: „Gleichzeitig haben gute, sorgfältig hergestellte elektronische Bücher ihre Anhänger.“
    Denn zum Glück gibt es Verlage, die auch beim eBook für den Autor all das übernehmen, was du anführst: Fachkundiges Lektorat, technische Formatierung, Vertrieb, Marketing, Abrechnung …
    Alles genau wie beim gedruckten Buch – nur eben mit elektronischem Medium.
    Für mich heißt es sowieso in allen Lebenslagen: Nicht entweder-oder, sondern sowohl-als-auch.
    Deshalb bin ich unheimlich glücklich, unter die Fittiche eines kleinen, feinen eBook-Verlags geschlüpft zu sein – auch wenn mein „Baby“ in der Wahrnehmung von 75% der Leser (Stand 2014) nicht vorkommen wird.

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    • Ja, ich habe auf Deiner Seite, die ich übrigens sehr schön gemacht finde, schon von den Gefühlen gelesen, die Du hattest, als Du die Zusage zu Deinem E-Book bekamst. Ich fand es ehrlich und man konnte sich mitfreuen.
      Wenn Du eine Lanze für E-Books brechen willst, dann bitte aber richtig. Nicht 75 % Prozent der Leser werden Dich nicht wahrnehmen, sondern immerhin 25 % der Leser könntest Du erreichen! Sagt jedenfalls eine Statistik. ;-) Ich fände das immer noch sehr, sehr viel.
      Für mich mag zwar ein E-Book kein Thema sein, und damit polarisieren, aber eins werden doch alle Autoren gemeinsam haben: das Glück und den Stolz sein ‚Baby‘, wie Du es sagst, herausbringen zu können.

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      • Danke! Du hast so recht mit deinem Hinweis auf das Geraderücken der Perspektive. Ganz sicher wird bis Ende 2015 der Zähler für eBooks sogar schon weiter, auf 26 oder gar 27% geklettert sein!
        Vielen Dank auch für das Lob für meine Seite. *erröt* Ich kann es nur dreifach zurückgeben, von Profis wie dir versuche ich Anfänger zu lernen.

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    • Guten Morgen! :-) Glaub mir, ich lerne jeden Tag noch hinzu! Die Erfahrung hat mir nur gezeigt, dass man mit Bescheidenheit in dieser Branche überhaupt nicht weiter kommt. Ich finde es sehr traurig, wenn viel begabtere Menschen als ich, viel besser ausgebildete in den Schlüsselbereichen, einfach nicht zu ihrem Buch kommen, weil sie es aufgrund mangelnden Selbstbewusstseins vielleicht gar nicht erst versuchen. So etwas gibt es! Manch wirklich gute Bücher schlummern halt immer noch in irgendwelchen Schubladen oder auf Festplatten. Also ab ins Getümmel, macht Träume Wirklichkeit!

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  2. Deine Meinung ist zu respektieren, was eBooks angeht. Ich habe die Meinung, dass es angenehm ist, die Bücher, die ich grade lese/lesen möchte, bei mir zu haben, ohne meinen Rucksack mitnehmen zu müssen (=eBook-Reader). Jedoch, das, was für mich am Meisten zählt: Die Schriftgröße meines Readers lässt sich einstellen, und somit kann ich stets auch ohne Lesebrille lesen, wann und wo immer ich möchte.

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  3. Fred Lang

    Zitat: „Aber aus irgendeinem Grund ein Buch wirklich anfassen zu können, das meinen Namen trägt, ist jedoch einfach viel schöner.“

    Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Aber auch eBooks haben inzwischen einen festen Platz in meiner Bibliothek; sowohl die eigenen, aber natürlich auch die anderer Autoren.

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    • Hallo Fred, Danke für Deinen Kommentar, ich habe mich gefreut!
      Du wirst in meinem Blog festgestellt haben, dass ich einen bestimmten Standpunkt habe, und ihn leidenschaftlich vertrete.
      Dennoch räume ich ja ein, dass diejenigen, die E-Books lesen oder publizieren, dies gerne tun möchten, und dass ich selbst vielleicht irgendwann mal meine Meinung ändern könnte.
      Wenn Du E-Books liest und auch veröffentlichst, dann war dieser Post für Dich geschrieben. :-)
      Ich könnte mir vorstellen, dass diejenigen, die es eben lieber auf die „alte Tour“ mögen, sagen könnten: Wozu die ganze Aufregung?
      Und wenn man genauer Deinen Kommentar betrachtet, siehst Du das sowieso alles nicht so eng, denn sowohl die Papierausgaben als auch die E-Books sind bei Dir zu Hause. Und sie werden wahrscheinlich auch gleichermaßen geschätzt.
      Ich bin aber noch nicht so weit, das ist alles, was mein Blog sagen sollte. Glaube ich zumindest. ;-)

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