Von allen die Beste

Es ist spät. Sie hält mir ihr fast leeres Weinglas hin.
Ich gieße ihr nach.
„Was für ein gewaltiger alter Bordeaux. Wo hast du ihn her?“
„1883. Er war … im Depot.“
„Du hast ihn dir selbst vererbt!“ lacht sie.
Sie räkelt sich im Bademantel auf dem Hotelbett. Stützt mit einer Hand ihren Kopf auf. Unter ihrem Bademantel trägt sie nichts.
„Wenn es nicht so wäre, wie es nun ist, würdest du mich trotzdem zu deinem Mann nehmen? Gäbe es einen Grund?“
„Autsch! Ein Gedankenspiel“, sie nippt an ihrem Glas, „Ich hoffe, es ist bei dir umgekehrt genauso: du bist einfach der Beste!“
Eine Weile sind wir still. Ich trinke mein Glas aus. Erheb mich vom Sessel. Leg mich zu ihr.
Sie schmiegt ihre Arme um meinen Hals.
„So oft habe ich Leere gespürt. Eine Leere in mir, wenn du nicht da warst“, meint sie.
Ich werde ihre Leere füllen. Mit meinem männlichsten Körperteil. Heute Nacht bis zum Sonnenaufgang. Bis wir einschlafen. Träumen von heiligen Bäumen. Immer noch ein Ohr wach für ihre Atemzüge.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2018

2 Antworten zu “Von allen die Beste

  1. Winfoth

    Das ist ja wieder typisch Mann! Frau spricht von einer Leere und Mann denkt an seinen Stopfpfropfen (mal ehrlich, geiles Wort, oder? 3 x pf, das soll mir mal einer nachmachen), um ihre Leere zu füllen 😂

    Gefällt 1 Person

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