Im Land der Raketen

Ich war 14 oder 15 Jahre alt und noch Messdiener, als man uns Jungs eine Tagestour angeboten hat. Zur Besichtigung einer Bundeswehrkaserne.
Ich weiß nicht mehr viel von dem Besuch. Vielleicht, weil ich immer daran dachte, dass die Gabi in der Schule nicht mit mir gehen wollte, aber die Steffi mich immer nach Hause einladen wollte …
Wir bekamen einen Offizier mittleren Ranges als Führer, dann ging die Tour los. Fotografieren verboten!
Es gab eine Werkstatt für Panzerreparaturen. Man erklärte uns, dass als Anlasser für einen Panzermotor ein VW Käfermotor diente.
Gegen Ende der Führung standen wir auf einem Übungsplatz, auf dem weder etwas los war noch irgendetwas zu sehen gab. Selbst mir mit meinem Liebeskummer war es aufgefallen.
Der Offizier zeigte auf einen niedrigen Betonbunker.
„Da ist der Marschflugkörper der Amerikaner einsatzbereit.“
Das war also eine von den Massenvernichtungswaffen, die auf einen Schlag Millionen Leben vernichten konnte und den nuklearen Winter einläuten würde. Und ich stand nur 30 Meter davon entfernt!
Der Soldat hatte es nicht mit Stolz gesagt.

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Eingeordnet unter 2018

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