Die Lawine rollt

Auf meine Frage in die Autorengruppe, ob die nächsten monatlichen Termine besser auf freitags gelegt werden könnten, kommt von jemanden die Antwort prompt.
„Ja, kann man überlegen. Nur nicht im Dezember, da sind bei mir alle Freitage mit Weihnachtsfeiern besetzt.“
Wir müssen uns vor Weihnachten noch einmal sehen, ist der Wunsch vieler. Man sollte aber dazu sagen in welchem Jahr.
Die Terminlawine, die uns zum Christenfest verschüttet, ist unaufhaltsam und katastrophal.
Spätestens losgetreten während der Herbstferien, wo es in den Geschäften wieder Winterbekleidung, Stiefel, Spekulatius und Marzipan gibt. Wenn es draußen je nach dem noch sommerlich warm oder mit Hagelschauer zu rechnen ist. Es laufen Telefonleitungen heiß. Bei welchem nahen Verwandten verbringt man mit den Kindern den Heiligen Abend? Was wiederum Gedanken an Geschenke, festliche Kleidung und das Festessen nach sich zieht.
Und sechs von sieben Anteilen eines Eisbergs liegen unter Wasser …
Im Job, bei Versicherungen, Ämtern und Behörden sind Fristen einzuhalten. Die Inventur und der Jahresabschluss drohen! Fünf Tage nach Weihnachten ist das alte Jahr um.
Die Buchhalter warten mit gespitzten Bleistiften auf Zahlen, Abrechnungen und Debitoren.
Ungebundene Menschen kann diese Zeit in den Wahnsinn treiben. Ein menschliches Wort ist vor dem 2. Januar nicht zu erwarten. Auch Menschen, die allein sind, brauchen Aufmerksamkeit.
Nach den Feiertagen hört man die anderen nur darüber maulen, dass alles viel zu viel, zu stressig und ein einziger Schlauch war.
Wie wäre es, Weihnachten in den August zu legen? Zur Entzerrung?
Es gäbe auch weniger Schnee für Lawinen.

8 Kommentare

Eingeordnet unter 2018

8 Antworten zu “Die Lawine rollt

  1. Ja, gerade in der Weihnachtszeit gibt es die unterschiedlichsten Sichtweisen und jeder empfindet es aus den unterschiedlichsten Gründen anders. Traurig, wenn dann so wie bei Dir die zwischenmenschlichen Beziehungen mal eben auf Eis liegen.
    Das „sich Zeit schenken“ haben meine family und ich vor 30 Jahren erfunden. Die anderen haben es nachgemacht! :D

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  2. „Weihnachten“ und „Und sechs von sieben Anteilen eines Eisbergs liegen unter Wasser …“ verbinden – Genialer Gedanke! Mein Lob.

    Mein Weihnachten? Keine Eisberge mehr.

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  3. Immer wenn ich von Weihnachtsstress lese oder höre bin ich maßlos erleichtert: Weihnachtsstress? Habe ich nicht. Kenne ich nicht. Brauche ich nicht. Ich LIEBE diese Zeit. Ich mag Weihnachten. Die Wichtel, die Rentiere und natürlich den Weihnachtsmann. Und erzähl mir jetzt bitte nicht, dass es ihn nicht gibt, denn ich weiß es besser! :D
    Warum ich keinen Stress habe? Weil wir uns in unserer kleinen Familie hauptsächlich Zeit schenken und ich somit keine Geschäfte stürmen muss. Weil wir einfach gemütlich zusammen sitzen, essen, klönen. Klar, kann man das auch sonst, aber an Weihnachten ist das Gefühl für mich noch einmal anders. All die Lichter. Kerzen. Das magische…
    Ok, genug geschwärmt. Ich wünsche Dir jedenfalls so oder so, dass die restlichen Wochen in diesem Jahr für Dich viele schöne Stunden bereit halten!

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    • Puh, sich „Zeit schenken“ zu Weihnachten! Das ist ebenso neumodisch wie Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Zalando. Wenn wir damals bei Oma und Opa waren, haben wir uns doch auch Zeit geschenkt, was war da anders?
      Ein Fan von Weihnachten zu sein, habe ich nicht kritisiert. Es brechen einfach nur Kontakte und Freundschaften für mindestens drei Wochen ab.
      Bei meiner Familie punktgenau zu den Festtagen zu landen ist jedes Jahr ein Vabanque-Spiel … Irgendwie traurig.

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      • Auch damals war es natürlich „Zeit schenken“ und genauso wenig „neumodisch“ wie heute!
        Meine Kontakte brechen eigentlich auch über die Weihnachtszeit nie ab. Kann das also nicht so bestätigen.
        Wir fahren übrigens wieder an die Nordsee und verbringen Weihnachten mehr oder weniger zu dritt – ganz gemütlich – ohne Stress.
        Und in der Weihnachtszeit sonst, treffen wir uns natürlich auch teilweise mit Familie & Co. …aber auch ohne Stress. Die Rennerei nach Geschenken gibt es nicht, auch wenn ich trotzdem gerne Kleinigkeiten verschenke.
        Meine Aufmerksamkeit auf Freunde und Bekannte und Familie ändert sich also auch in der Weihnachtszeit nicht. :)

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    • Oh, dann kann ich ja auf meinem Wunschzettel schreiben: „Wünsche mir, dass ‚ichbinsg‘ mich in der Adventszeit anruft!“ (Auch sonst kann sie gerne anrufen.) :-)
      Schön, wenn einige ihren Frieden gefunden haben, ja, die eigentliche Botschaft des Festes leben, aber die meisten Leute verfallen einfach um Weihnachten herum dem Irrsinn.

      Gefällt 1 Person

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