„Steel and Glass“

Aktuell beim hiesigen Optiker. Nee, nix Fielmann! Nach zwei langen Beratungsgesprächen den Auftrag erteilt.
Ich fand es schon immer schwierig, die Grenzen der Physik zu akzeptieren, was die Gläser betrifft und mich zu entscheiden, was das Brillengestell angeht. So auch bei meiner allerersten Brille.
Ich war 14 Jahre alt. Mir eine Brille aussuchen gehörte zu den frühen Dingen, die ich ohne das Beisein meiner Eltern zu verantworten hatte.
Es war kurz nach John Lennons Ermordung. Ich werde es nie vergessen, wie und von wem ich die Nachricht erhielt. Jede Generation hat ihr Idol, das gewaltsam umkommt. Für meine Mutter war es John F. Kennedy. Man hatte einen meiner Beatles umgebracht! Es gab keine Diskussion. Ich wollte die runde John-Lennon-Nickel-Brille. Als Zeichen der Solidarität und des Kampfes für den Frieden, für den sich Komponist, Sänger und Gitarrist Lennon eingesetzt hatte. Yoko Ono hin oder her …
Übrigens, als ihn die fünf Kugeln trafen, trug er eine andere Brille.
Damals bei unserem örtlichen Optiker wurde mir dann die runde John-Lennon-Brille aufgesetzt. Welch ein Entsetzen – sie passte gar nicht zu meinem Gesicht! Zu groß und der oberste Teil ging über die Augenbrauen hinaus. Katastrophal. Die Angestellte des Ladens hat mir dies auch bestätigt. Es hat gedauert, bis ich eine Alternative gefunden habe, mit der ich leben konnte.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2019

2 Antworten zu “„Steel and Glass“

  1. Ich habe auch einmal so eine runde Brille getragen, ich fand sie toll und habe sie lange gehabt. Heute sehe ich damit aus wie eine alte graue Eule. Ich habe nachgedacht, an welches Ereignis ist mich zuerst erinnere, es ist die Erinnerungen an John F. Kennedy. Ich weiß noch genau, dass meine Mutter mich darüber informiert hat und ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Ich war damals 8 Jahre alt!

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    • Danke, Regina!
      Mit der Nachricht war das so. Vor der Schule hörten wir zu Hause nie Radio. Das war schon immer so. Vater war schon längst aus dem Haus zur Arbeit, und meine Schwester und ich standen immer ganz knapp auf, um den Schulweg noch zu schaffen.
      An jenem Tag kam ich entspannt an der Schule an und wie immer begrüßten und unterhielten wir uns in den üblichen Grüppchen bevor es zur 1. Stunde klingelte.
      Es war einigen bekannt, dass ich und meine zwei Schulfreunde große Beatlesfans waren (obwohl es ja schon die 80er Jahre waren.)
      Da drehte sich einfach ein Mädel in einer Clique neben uns zu mir um und sagte: „John Lennon ist tot!“ Ich kannte sie gar nicht.
      „Das stimmt nicht! Woher weißt du das?“
      „Haben sie im Radio gesagt.“
      In dem Moment war ich wie erstarrt und der Boden floss trotzdem unter meinen Beinen weg. Ich fing den Blick einer Klassenkameradin auf, und sie nickte mir stumm zu …

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