Ruhm & Ehre

Vor 6 Jahren habe ich eine Soft- und Hardware bekommen. Sie einmal installiert und ausprobiert. Nun, nach dem x-ten Rechner später, kann ich froh sein, dass das Paket von meinem Betriebssystem noch erkannt wird.

Die Software ist auf 2.0 upgegradet. Also noch eben ein Download von der Herstellerseite. Dabei lese ich, dass bestimmte Anti-Viren-Programme Schwierigkeiten bei der Nutzung machen könnten. Meins ist natürlich dabei.

Vor der ersten Benutzung muss, damals wie heute, ein neues Password vergeben werden. Ich muss jetzt ein Password eingeben, das ich mir vor 6 Jahren ausgedacht habe, um ein neues Kennwort zu setzen. Es gibt Millionen und Millionen Möglichkeiten, nur eine davon ist jedoch richtig. Das Programm weiß es. Sagt es mir aber nicht … Was mache ich hier eigentlich? Und für wen?

Das Installationsexperiment hätte, wäre es geglückt, mir einiges leichter gemacht. Ich rackere mich jeden Tag und bis tief in die Nächte ab. Augenblicklich wachgehalten von Musik, jetzt David Bowie, und kühlem Instanttee von unendlicher Süße. Also warum?

Jeder braucht Anerkennung. Aufmerksamkeit. Beachtung. Möglicherweise Bewunderung. Und den Beweis, dass man auch mit einer Kindheit voll Angst und Prügel und einem völlig an der Gesellschaft vorbei geratenem Leben in gewissen Bereichen mehr leistet als die Koryphäen der normalen Menschen. Das ist bei mir die Schriftstellerei. Ich produziere „Belohnungen“ mit einer permanenten Besessenheit am Fließband. Für mich selbst. Kurzprosa, die ab und zu veröffentlicht wird.

Jemand fragte mich vor kurzem, wie viel ich dabei verdiene? Oh, ich hatte vergessen, es gibt Leute, die tatsächlich für Geld arbeiten. Meine Faust hätte gerne aus seinem Gesicht eine blutige Mondlandschaft gemacht, über die zwei blaue Kugeln am Horizont aufgehen.

Ich habe ihn nicht berührt. Das macht man in der westlichen Welt nicht mehr. Man schüttelt nur die Hände, die sowohl zum Essen als auch zum Arsch abwischen benutzt werden. Wenn ich wütend bin, schreibe ich eine WhatsApp Nachricht. Wenn ich traurig, einsam und voller Zweifel bin, könnte ich jeden umarmen, der mir auf der Straße gefällt und mich eine Weile festhalten. Nur ein Weilchen, bis ich mich wieder gefangen habe. Erlaubt die Zivilisation ebenso nicht.

Die Frage, ob ich mit dem Schreiben zu Reichtümern komme, ist einfach beantwortet. Das tendiert gegen Null. Das ist aber nicht mein Problem. Eine Grundversorgung habe ich. Und Zeit ohne Grenzen. Berühmt? Auch dafür entwickle ich keinen Ehrgeiz. Es reicht aus, wenn ich nach meinem Tode bekannt werde.

Vielleicht trifft es zu, dass nur ein armer Poet ein guter Poet ist. Und: Hauptsache der Spaß stimmt. Wer kann schon ungestraft aus einem Gesicht eine „blutige Mondlandschaft“ machen? Joke & Horror! Rock ’n‘ Roll!

Herzlichst
Ihr
Christoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2019

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