Aber kein Vampir

Die Küche bleibt kalt. Das Licht aus. Draußen 28 Grad. Hätte ich eine Knarre. Eine scheißlaute Knarre. Ich würde auf die Sonne schießen.
Ich möchte selbst bestimmen, ob und wann ich Lust auf Tageslicht habe. Ich bin ein harmloser Kerl. Der nette Nachbar von nebenan. Kein Türen knallen. Keine laute Urwaldmusik. Ich grüße jeden.
Aber jeder hat einen roten Punkt. Eine Schmerzgrenze.
Durchgeprügelt verschlafe ich den Tag. Nur, dass mir niemand etwas angetan hat. Ich rede nicht darüber. Das versteht man nicht. Keiner unter dieser old fuckin‘ Sun.
Ich brauche auch kein Alibi. Nichts von wegen „Hochsensibilität“. Ich weiß nicht mal so recht, was das ist.
Ich mag das, was ich im Halbdunkel wahrnehme. Die Konturen des Tisches. Eine kühle, glatte Fläche. So oft abgewischt. Tausend mal Tausendmal. Wie selbstverständlich. Und es ist immer ein kurzer Akt der Konzentration und Kraft.
Habe Fotos an der Wand. Die leuchten auch in der Dunkelheit. Das Lachen meiner Nichte. Ihre schönste Krikelkrakelzeichung für den Onkel. Das Cover meines ersten Buches.
Sonnenuntergang heute 21:55 Uhr. Sonnenwende. Der Winter kommt. Sicher!

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Eingeordnet unter 2020

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