Laber, laber

Ich bin kein introvertierter Mensch. War ich nie.
Was ich denke, kommt so schnell über die Lippen wie die Salven eines Maschinengewehrs. Ich bin nur dann still, wenn ich mir den nächsten Coup überlege.
Das Zurückhalten von Gedachtem ist sogar schädlich für mich. Dann stapelt sich Unerledigtes bis der Speicher voll ist. Irgendwann platzt alles aus mir raus, was wiederum für mein Umfeld schädlich sein kann.
Ich weiß sehr wohl, dass die verbalen Spuren auf meinem Weg nicht für jedermann von Interesse sind. Sein können. Ha! Das ist aber nicht mein Problem.
Ich habe mich mal sehr angeregt mit einer Yoga-Lehrerin unterhalten. Ihr Ansatz war, durch Yoga-Techniken eine Art Gleichgewicht zu erreichen, bei der das Denken „angehalten“ wird. Sofern ich das überhaupt verstanden habe.
Yo, dann könnte mir der Doktor auch gleich Valium verschreiben. In hohen Dosen. Wenn es oben in meiner Denkfabrik nicht rattert und zischt, fühle ich mich nicht am Leben. Es ist mein künstlerisches Kapital.
Nicht ohne Grund hat mich die Literatur als Ausdrucksform gefunden. Papier und jetzt Bits und Bytes sind zäh. Was raus soll und muss, kann ich spielerisch mit meinen Förmchen der Short Storys und Lyrik verbauen. Chaos im Kopf schreit förmlich nach Worten, meiner unverwechselbaren Syntax und Erzählstrukturen in Schwarz vor Weiß.
Ist auch besser so.

6 Kommentare

Eingeordnet unter 2021

6 Antworten zu “Laber, laber

  1. lunaewunia

    Ich finde es so spannend, dass die Sprache zum Einen unser Ausdruck ist und eine Erleichterung, denn formuliertes Gedachtes ist so vielleichter zu verdauen… Doch gleichzeitig stehe ich auf dem Kriegsfuß mit der Sprache, die wir uns schließlich selbst erdachten und glaube, dass Manches so viel einfacher sein könnte, ohne Worte!
    Grüße!

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    • Vielen Dank! Den Schluss Deiner Ausführung habe ich nicht so ganz … verstanden. Weniger Worte sind mehr, fiel mir nur dazu ein. Das ist aber auch eindeutig von Region zu Region verschieden. Ich komme aus einer Gegend, in der sich jeder mit Bla Bla Bla überbietet. Nun lebe ich unter einem schweigsamen Volk, welches sehr höflich ist. Höflich, lieber nichts als das Falsche zu sagen. Doch man weiß da nicht, was der andere denkt, falls überhaupt gedacht wird … diesem Generalverdacht müssen sich Schweiger stellen …!

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  2. Hallo Christoph, ich kenne diese Technik der Jogalehrerin.
    Ich übe bzw. mach das auch. Ich mache es im Zuge der QE-Methode von Dr.Christian Barlett.
    Ich finde es sehr entspannend und trotzallem informativ. Weil eben andere Schwingungen und
    Frequenzen dadurch wahrgenommen werden. Und das macht man nicht stundenlang und das Denken finde ich wird positiv beeinflusst. Aber solche Dinge sind eben schwerlich in Worte zu fassen. Ich bin keine Yogini, doch ich mache yoga-Nidra und auch autogenes Training und eben die Übungen zur QE-Methode. Das soll keine Schulm,eisterei von mir sein, sondern einfach ein paar Infos aus der Praxis und vielleicht zum besseren Verständnis.
    Sund herzenswarme Umarmungen. M.M.

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    • Liebe Maria, vielen Dank! Für den Text ging es nur um eine launige Anekdote. Aber sehr interessant, was Du dazu schreibst! Zwar gibt es dabei viele Begriffe und Namen, die ich Nachschlagen müsste, aber sie weisen bestimmt einen guten Weg in ein leicht tieferes Verständis. Nochmals Danke!

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      • Also Christoph das siehst du wieder wie ich mich hineinsteigern kann. Ich habe es nicht als das erkannt. Umarmungsgrüße! muss wohl in Zukunft achtsamer sein um nicht in jedes Fettnäpfchen zu springen.

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      • Maria, der Leser ist auch eine Instanz! Wenn meine launige Anekdote, das bei Dir ausgelöst hat, dann habe ich Dein Interesse geweckt, weil Du viel dazu sagen kannst und Dich viel damit beschäftigt hast. Ich bin zwar als Autor ohne Verantwortung, aber nicht ohne Vergnügen, was manche aus den Texten lesen …!

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