Hörgerät

Bei einem Spaziergang erklärte ich einem guten Freund die Vorzüge einer Heimkinoanlage.
Technisch gesehen verstand er alles.
Auch als ich an dem Punkt kam, an dem ich schildern wollte, dass ich jede einzelne Lautsprecherbox noch nach zwei Parametern individuell einstellen könne.
„Da ich nun mal auf dem rechten Ohr schlechter höre, kann ich die Boxen rechts lauter einstellen!“
Ich stieß es mit Vehemenz aus und krümmte mich dabei.
Dafür gab es keinen Grund. Besonders nicht gegenüber meinem Freund, der nicht im Geringsten gefordert hatte, dieses Detail und auf diese Weise zu erläutern.
Ich dachte seitdem oft darüber nach.
Schwerhörigkeit.
Seitdem ich denken kann, eine Sache mit Scham und Schuld behaftet.
Meine Mutter verlor als Kind auf einer Seite das Gehör durch die Detonation einer Fliegerbombe in ihrer Nähe. Bei meinem Vater kam im hohen Alter auch eine Hörbehinderung hinzu.
Menschen, die nicht nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen oder nicht bitten, es nochmal lauter zu wiederholen, hält man dann für dumm, was sie selten sind. Das Problem mit der Generation meiner Eltern ist, dass man nie zugibt, Hilfe zu brauchen. Sich um eine Hörhilfe kümmern geht auch nicht.
Ich werde diesen Weg nicht gehen.
Gegenüber einem vertrauten Menschen habe ich mich geöffnet. Ich habe ein Hörproblem. Das ist ja schon länger so. Jetzt nehme ich die Sache in Angriff.
Beim Anruf beim HNO für einen Termin zur Untersuchung und Hörtest wurde ich dadurch überrumpelt, dass schon am nächsten Tag zwei Termine zur Auswahl frei wären.
Ok. Das ziehe ich nun durch!
Tagsüber und vor dem Schlafen gehen dachte ich darüber nach, was, wenn ich ein Hörgerät bräuchte? Ob ich vielleicht besser Musik hören könnte? Habt Ihr vielleicht Erfahrungen damit?
Ich kam zu dem Schluss, wenn man eine Brille zum besser Sehen braucht, kann ich auch ein Hilfsmittel zum besser Hören annehmen.
In zwei Wochen ist der Sprach- und Hörtest.

8 Kommentare

Eingeordnet unter 2021

8 Antworten zu “Hörgerät

  1. ich habe seit einiger zeit tinnitus… und damit einhergehend auch eine leichte hörbeeinträchtigung auf einem ohr. wurde alles abgeklärt. hörgerät kommt aber für mich derzeit nicht in frage…

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  2. Ich bin Hörgeräteträgerin und es gehört sich schon so, dass die Hörgeräte zum Schlafen und Duschen abgelegt werden sollen.
    Wichtig ist, dass Sie – sollten Sie nun einen Termin bei Ihrem Hörakustiker haben, sich nicht bedrängen lassen. Sie haben das Recht, mehrere Produkte auszuprobieren.
    Bezüglich Wecker: Als Alternative gibt es Lichtwecker oder Wecker mit Vibrationskissen, die Sie unter Ihrem Kopfkissen platzieren können.

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    • Ich danke sehr! Die Ratschläge und Tipps sind mir sehr wertvoll! Auch die Sache mit dem Hörgeräteakustiker – denn das ist ja der nächste Schritt!
      Ein Wecker … ist jetzt nicht sooo wichtig für mich, denn ich gehe keiner unselbstständigen Arbeit mehr nach. Allerdings war es schon ernüchternd festzustellen, seit dem das Thema Hören mehr Raum einnimmt, dass ich meinen bewährten Wecker glatt überhören kann! Und zwar durch meine Schwerhörigkeit.
      Interessanten Blog haben Sie! :-)

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  3. Ich habe (noch) kein Hörgerät, aber meine beiden Geschwister (jünger als ich) haben auf beiden Ohren diese Wunderhelfer und sie sagen beide, dass sich ihre Lebensqualität um einiges gesteigert hat seitdem. Ich habe Tinnitus und natürlich habe ich auch schon über ein Hörgerät nachgedacht, sogar eines ausprobiert, aber mir hilft es nicht. Schon gar nicht beim Hören von Musik, die brauche ich pur aufs Ohr. Glücklicherweise störe ich niemanden beim Hören und darf das laut genug genießen.

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    • Herzlichen Dank, Regina! Das waren wichtige Informationen für mich! Nachts aber trägt man es nicht, oder?
      Weil die Wahrscheinlichkeit. meinen Wecker wahrzunehmen, nun 50 % beträgt – kommt drauf an, auf welcher Seite ich liege … ;-)

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      • Nein, nachts würde es sicherlich stören. Vielleicht gibt es einen lauteren Wecker, oder einen in anderen Frequenzen, ich höre hohe Töne gut, die tieferen schlechter. Aber das würde ich beim Arzt abklären lassen, der kann die sicher gute Tipps dazu geben!

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      • Hallo Regina! Bei mir ist es laut Hörtest anders herum, tiefe Töne besser als hohe. Wobei ich in der Musik (populäre Musik) die Bassbetonten Stücke sehr mag. ;-) Vor vielen Jahren gab ich eine Party und ein Gast kam herein und kam nicht zurecht mit dem Bass der Musik aus den Boxen. Ich solle den Bass weg drehen! Wir gerieten fast aneinander, aber einigten uns dann auf den Kompromiss, die Musik insgesamt so leise zu machen, dass der Gast dann blieb.

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