Hören 2.0 – Regularien

Wenn ein Hörgerät einen Hörverlust korrigiert, dann erfüllt es doch seine Aufgabe, oder? Ich habe aber hier schon von dem Musikprogramm berichtet, welches mir in die Mini-Computer hinter die Ohren übertragen wurde, damit ich meine Musik unverzerrt hören kann. Die digitalen Hörgeräte von heute können also mehr, als nur den Schall verstärken.
Wenn auch digital geregelt, bleiben Grundfunktionen, mit denen man sich als Hörbehinderter auseinander setzen muss.
Optional hätte ich eine komplette Stummschaltung der Geräte haben können. Ich habe nur keinen Grund dafür gesehen und darauf verzichtet. Denn ich habe ja noch so viel Hörvermögen, dass ich mich orientieren kann. Da ist es besser, ich setze die Hörhilfen ab und schalte sie aus. Weil nämlich beim Stummschalten die Batterien weiter verbraucht würden. Mein „Jedi“-Meister war ganz auf meiner Linie.
Nützlicher sind da schon die Möglichkeiten des leiser und lauter Stellens der Verstärkerleistung. Noch habe ich für das leiser Stellen keine Anwendung gefunden. Dazu gleich etwas.
Wenn ich nachts noch Musik höre oder den Fernseher laufen habe, kann ich die Hörgeräte aufdrehen und somit die Musikanlage oder das TV deutlich leiser stellen. Das spart. Vor allem Stress mit den Nachbarn.
Das kann ein gesundes Gehör nicht! Dass eine Behinderung am Ende einen Vorteil bringt, hätte ich nicht gedacht.
Bei der Verminderung der Hörleistung durch die Technik könnte ich mir vorstellen irgendwo zu sein, wo es viele Nebengeräusche gibt, ein Bahnhof oder etwas in der Art, und man bräuchte sich nur auf die Anzeigetafel der Züge konzentrieren. Doch solche Situationen kamen noch nicht vor.
Mir ist aber etwas anderes aufgefallen.
Donnerstags. Bei uns fahren hier donnerstags die Kehrmaschinen hin und her. Also nicht nur eine sondern drei. Warum drei? K. A. Keine Ahnung. Die habe ich als extrem störend empfunden, als ich noch keine Hörgeräte hatte. Das war ein furchtbar brummend summendes Geräusch, welches dreifach im Schneckentempo an meinen Fenstern vorbei kroch. Kaum auszuhalten!
Nun? Nun blende ich sie aus. Das „Ausblenden“ ist eine Leistung des Gehirns. Es funktioniert unbewusst. Durch das Tragen von Hörgeräten, welches wieder das ganze Spektrum akustischer Sinneswahrnehmungen ans Gehirn weiter gibt, lernt es auch wieder, solche Leistungen zu erbringen. Ich brauche also nichts leiser stellen. Vielleicht kann man sagen, die Hörregion des Gehirns arbeitet jetzt normaler. Faszinierend!
Bitte, tragt Eure Hörgeräte! Ihr tut Euch etwas Gutes an!
Die ersten Schritte erfordern Mut. Dann ist Durchhaltevermögen gefragt bei der Gewöhnung. Und den „Jedi“-Meister seines Vertrauens muss man auch finden. (Ich könnte ihn notfalls mitten in der Nacht aus dem Bett klingeln, wenn ein Mikroschlauch angerissen wäre …)
Niemand ist dumm, weil er eine Hörbehinderung hat! Aber es wäre unklug, es nicht mit der heutigen digitalen, fortgeschrittenen Technik zu verbessern zu versuchen.

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Eingeordnet unter 2021

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