Sommersemester, Computerprobleme & Handys

Ja, es ist eine Herausforderung, den Unterschied zwischen Mesolithikern und Frühneolithikern zu lernen, die 5600 v. Chr. in Mitteleuropa aufeinander trafen. An der Universität. Als Student. Im Programm „Studium im Alter“. In der Corona-Krise.
Obwohl ich die Studiengebühren pro Semester ziemlich happig finde, genieße ich einen fast identischen Status wie die jungen Studenten, für die das Studium eine Berufsausbildung ist. Meine Matrikelnummer. Studierendenausweis. Universitäts-E-Mail-Adresse. Nutzung der ULB. Universitäts- und Landesbibliothek.
Gerade ist das Sommersemester zu Ende gegangen. Für meine beiden Vorlesungen im Historischen Seminar habe ich die Dozentin und den Professor um Teilnahmescheine gebeten. Einer ist schon da!
Warum ich seit 2019 an Veranstaltungen gerade im Fach Ur- und Frühgeschichte teilnehme, weiß der Geier … Mein Studiengang ist ein Studium generale. Ich könnte mir alles im Vorlesungsverzeichnis aussuchen. Als Autor wäre vielleicht wieder Germanistik interessant gewesen. Nein. Warum sollte ich stumpf wiederholen, was ich schon kenne?
Wenn ich zum bloßen Vergnügen zurück in die Arme von Alma Mater kehre, wollte ich Themen kennenlernen und vertiefen, die für mich neu waren. Im ersten Semester habe ich einiges ausprobiert. Die Relativitätstheorie z. B. Doch erst bei den archäologischen Disziplinen wurde ich richtig warm.
Und dann kam die Pandemie …
In einer ungeheuren Leistung stellten letztes Jahr die Verantwortlichen und alle technischen Mitarbeiter den kompletten Lehrbetrieb auf Zoom-Meetings um. Das hatte es so noch nie gegeben.
Pünktlich zu Beginn dieses Sommersemesters streikte mein Computer. Die Lüftung wurde irre laut und die CPU erhitzte sich wie wahnsinnig. Der hielt die anderthalb Stunden Video-Konferenz nicht durch.
Ich lud mir die App auf mein altes Handy und verfolgte auf dem kleinen Display wie mein Professor die frühe Bronzezeit en Detail in ihre Bestandteile zerlegte. Wie gut, dass es seine Präsentationen noch zum Download gab, so dass ich nacharbeiten konnte, was er live gezeigt hatte. Sofern mein Laptop mal nicht rumspinnte …
Zwischendurch erhielt ich ein aktuelleres Handy geschenkt, (welches aber auch längst das Verfallsdatum überschritten hat), und so hatte ich alles wieder von vorn einzurichten, um die Online-Vorlesungen zu verfolgen …
Hach je!
Mit vereinten Kräften versucht man an der Uni nun, alle Studierenden und Lehrenden bis zu Beginn des Wintersemesters impfen zulassen. Damit die Lehrveranstaltungen wieder in Präsenz besucht werden können. Ich bin noch skeptisch.
Natürlich ist es authentischer, im Hörsaal zu sitzen. Die Dozenten taten mir bei den Videokonferenzen leid. Es ist mehr Arbeit, als man sich vorstellt. Und nach eigenen Aussagen fehlte auch ihnen dabei etwas. Aber, bitte nicht weitersagen, die eigene Kamera ausschalten und in einer frühen Vorlesung, also ab 10 Uhr, nebenbei zu frühstücken hatte was …

Uni 2019

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