1932 – 2021

In jeder Fuge der Steinplatten.
In allen Mauerritzen bist du.

Die Vögel singen dein Lied.
Einziger Heilige der Arbeiterklasse.

Bis zur Rente unser aller Leben in einer schovel Balance.
Bei jeder Wirtschaftskrise mit um deinen Job gebangt.

Wie viele Wünsche zerschellten an deiner Lohngruppe.
Immer sonntags der Tag des Herrn.

Nach Monaten daheim.
Geruch von alten Leuten und Essen.
Alte Leute Essen.
Rieche es nicht mehr.

Esse mit.
Dein Rasierzeug im Bad.
Im Schuppen das Rad.
Dein Werkzeug.

Trage deine Uhr.
Geht höllisch genau.

Wenn ich mich von Mutter verabschiede,
um den fünfzehn zweiundvierzig Zug zu kriegen,
ist sie allein.
Witwe.

©hristoph Aschenbrenner

3 Kommentare

Eingeordnet unter 2021

3 Antworten zu “1932 – 2021

  1. Lieber Christoph … danke!
    Es bedarf keiner Worte dazu.
    ***
    Als wir uns vorgestern vom (Stief)Papa verabschiedeten,
    dachte ich genau so..
    Jetzt ist er alleine. Witwer.

    Segen dir und deinen Lieben!
    M.M.

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