Ein gräulich alternder Rockstar

Merkwürdig. Ich höre gerade Paul McCartney. Heute 80 Jahre alt. Dabei mag ich diesen Ex-Beatle nicht … mehr!
Dieser Schuft, der 1970 das Ende meiner Lieblingsband verkündet hat. Dieser arrogante Arsch, der bei Proben zum armen George Harrison gesagt hat: „Du hast zu spielen, wenn du dran bist!“ Und den Bandkollegen dann verhöhnte.
Und heute ist er ein alter Sack, der meint, über jede Kritik zu stehen.
Nun, als ich die Beatles für mich entdeckte, Ende der 70er, war Macca doch tatsächlich mein Lieblingsbeatle. Ich hätte auf meine Mutter hören sollen. Für sie war es der John.
Paul „Rehauge“ hält seine Bassgitarre anders herum als die anderen. Weil er Linkshänder ist. Und den spielt er auch gut.
Ringo Starr am Schlagzeug ist übrigens auch Linkshänder, aber er musste auf Drums für Rechtshänder lernen.
In der Beatles-Zeit schufen John und Paul einen zeitlosen, großartigen Katalog von kreativen Liedern, die nie vergessen werden, es sei denn auf der Welt ist überall gleichzeitig ein Stromausfall … Was für ein bescheuerter Film!
Gut, dass unter jedem Titel „Lennon/McCartney“ steht und nicht umgekehrt. Paul behauptet heute, bei dieser Vereinbarung wäre er nicht dabei gewesen. Er muss sie dann einfach hingenommen haben.
Überhaupt sträflich, was der Beatles-Bassist alles unternimmt, um Geschichtsfälschung betreiben!
Spätestens seit 1994 wird die Beatlesmusik immer wieder neu erfunden: die klassischen Alben wurden neu remastered. Es kamen Radioauftritte, Konzertmitschnitte und etliche Aufnahmen aus den Archiven hinzu. Und seit 2017 kann man einige 50-Jahre-Jubiläus-Editionen erwerben. Komplett mit 5.1 Surround-Sound für die Heimkinoanlage.
Das letzte Wort hat dabei McCartney, fürchte ich. John wurde ermordet, Harrison starb an Krebs. Ringo ist halt der Drummer. Die sagen nicht viel. Ich glaube zudem, dass ihn dieser Hype an Wieder-Wieder-Wieder-Wiederveröffentlichungen nicht allzu viel interessiert. Der dauer-fröhliche Linkshänder muss sich nur noch mit den Witwen Yoko Ono – das Granit – und Olivia Harrison einigen.
Ich meine, wie kann man auf den Fotos einer Buchbeilage zum 50. Jubiläum des „Weißen Albums“ alle Zigaretten in den Händen wegretuschieren?? Das war 1968!! Es war doch bestimmt Pauls Idee. Der Obervegetarier und Gesundheitsapostel. Wahrscheinlich fällt es noch nicht mal auf …!
Aber das ist so, als würde die NASA von allen Fotos von der ersten Mondlandung aus was-weiß-ich für Gründen die amerikanische Flagge löschen, die auf dem Trabanten zurückgelassen wurde.
Happy-Paul legt sich die Welt zurecht – wi de witt – wie sie ihm gefällt. Er versuchte sich auch als Maler und Komponist klassischer Musik und die vernichtende Kritik hat er halt mit Tofu, gerösteten Maiskolben, Met und Haschischtee kompensiert. Ich vermute ja, dass er eine Krankenkasse gefunden hat, die ihm das Gras bezahlt …
Alle neuen Produktionen, die er rausbringt, mag ich nicht. Sie sind so stümperhaft wie zu Beginn seiner Solo-Karriere. Das war was, als er für den ersten 007 James Bond Film mit Roger Moore den Titeltrack „Live And Let Die“ ablieferte …! Aber nun lebt er in seiner eigenen, abgeschirmten rosaroten Welt ohne jede Bodenhaftung. Überall, wo er eine Kamera laufen sieht, macht er affige, spastische Zuckungen, als ob wir das von ihm erwarten. Oder in irgendeiner Weise lustig fänden. Erbärmlich!
Wer jetzt mein Lieblingsbeatle ist? John Lennon.

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