Archiv der Kategorie: 2022

Ein musikalisch-politisches Statement

Massiv ist die Natur vom Menschen verdrängt worden. Und das Klima der Erde geht einer von Menschen gemachten Katastrophe entgegen.
Als ob es nicht schon genug wäre, von Corona geschüttelt worden zu sein, Mensch tötet Mensch. In einem Krieg, denn dann ist es legal. Obwohl die Gründe für Kriege immer kurioser gleichzeitig aber auch offensichtlicher werden.
Als Künstler möchte ich dazu Stellung nehmen. Ich kann nicht mehr wegschauen.
Ich habe ein Klangbild gemalt Eine kurze KlangCollage. Von der Schönheit des Planeten, über die Beherrschung des Feuers bis zur Erfindung der Dampfmaschine. Dann der Einsatz der Elektrizität. Aus der Metallurgie wurde immer schon Bewaffnung.

Auch wer meine Musik ansonsten nicht mag, kann vielleicht die Botschaft vernehmen. Hier geht es zur KlangKunst
„This World Will Die“
bei SoundCloud.com:

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Eingeordnet unter 2022, Musik

Der Feind

Rasierst das Gesicht
Wie ein alter Koffer
Immer nur eingesteckt
Eingesteckt

Gefahr ist unsichtbar
Ist unter der Haut
Jede Berührung
Gibt sie weiter

Sie kommen wie der Spuk
Riegeln die Straßen ab
Soldaten in ABC-Schutzanzügen
Waffen entsichert

Informieren über
Gaswolke von Chemiefabrik
Ruhe bewahren
In den Häusern bleiben

Nervöse Stille
Eine Fabrik gibt es doch nicht
Wen wehren Gewehre
Vor wem ab

Über Nacht
Werden sie abgezogen
Neue Stille
Dann beginnt das Sterben

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2022, Lyrik

Die Luft nehmen

2022. Wer heute Schlager mag, kann nicht ganz bei Trost sein!
Ist jemand anderer Meinung, möge er nicht weiterlesen.
Meine Generation ist es nicht mehr, die zurück kehrt zu einer seichten, kitschigen Musikform vollgepfropft mit Klischees in Reimform. Wenn‘s wenigstens geschickt gereimt wäre … Die heutigen Schlagerfans sind deutlich jünger als ich.
Mein Opa mochte Katharina Valente, Mireille Mathieu und Volksmusik. Und ich den Synthie-Pop und die Neue Deutsche Welle der 80er Jahre. Wir sind alle Kinder unserer Zeit.
Doch dass die Zeiten wieder auf den Schlager geeicht werden, bedeutet nichts Gutes. Nichts Gutes.
Nur hirnverbrannte Wutbürger können bei Andrea Berg und Florian Silbereisen das Tanzbein schwingen. Warum?
Ich bestelle CDs bei einem seriösen Anbieter. Da ist mir ein Angebot aufgefallen: „Komm auf mein Traumschiff der Liebe“ von Captain Cook & Seine Singende Saxophone. Ich dachte das wäre Satire. So wie bei Guildo Horn, der zwar auch als Schlagersänger katalogisiert wird, aber ich denke nicht, dass er sich so ernst nimmt.
Captain Cook – eigentlich der Seefahrer, Entdecker und Kartograph des 18. Jahrhunderts – versteht sich mit seiner Band aber als ernsthafter Schlagermusiker. Und der Erfolg gibt ihm auch noch recht.
Wenn man wahllos in die Titel seiner Alben hineinschaut, findet man allseits bekannte Lieder: „Ein Bett im Kornfeld“, „Ein bisschen Spaß muss sein“ und das nicht tot zu kriegende „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer.
Als Musiker kann ich sagen, das Arrangement dieser Musik mit drei Saxophonen ist einfach erbärmlich. Im Stil einer Ein-Mann-Disco für Hochzeiten werden die Rhythmen präsentiert. Und die Akzentuierung der Bläser ist so schwammig, dass man die Originale nur schwer erkennt.
In den Werbetexten ist davon die Rede, wie der schmeichelnde Sound von Captain Cook – wie wäre es, ihn Käpt‘n Iglo zu nennen – wie von sonst keinem in die Welt getragen wurde. Aha. Und was war mit James Last? Oder das Duke Ellington Orchestra und Charlie Parker. Ach … sorry, die haben ja richtige Musik gespielt!
Wer sich mit solch einer Musik begnügt, der glaubt auch, dass die Impfungen gegen Corona eine Verschwörungstaktik der Regierungen sind, dass Greta Thunberg freitags besser zur Schule gehen sollte und notorisch beim Abbiegen keinen Blinker setzt.
Das Vergnügen suchen bei Reimen wie Emotion auf Tradition, macht mir Angst. Wenn es die Rolling Stones, David Bowie, Depeche Mode und BAP gegeben hat, kann es kein Zurück zum unschuldigen Schlager mehr geben. Eigentlich. Aber es gibt auch die „Ausschwitz-Lüge“, „Neofaschismus“ und Ausländerhass. Heute.
Ich finde, das Eine hat mit dem Anderen durchaus etwas zu tun.
Deutsche Musiker können charmant, engagiert, poetisch, feinsinnig und politisch sein. Aber dann heißen sie Reinhard Mey.

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Verloren etwas

Du der Ältere, ich der Jüngere
Seit Jahrmillionen saßen wir nachmittags auf der Bank
Ließen die Sonne unsere Rücken wärmen
Ich hörte, was du sagtest
War es Abend,
gingen wir ins Haus
Es war gut so

Seit einigen hundert Jahren bist du still geworden
Deine Geschichten verstummten
Seit einem Jahr sitze ich allein dort
Ins Haus gehe ich nicht mehr

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2022, Lyrik

Innerlich

Blumen auf der Fensterbank
Abgedunkelt der Raum
Kein Geräusch

Der Schlafende
Arbeitet im Traum

Von Gefahr zu Gefahr
Von Fall zu Fall
Von Schlag zu Schlag

Dröhnen in den Ohren
Ein Nagelbrett das Bett

Alles nicht wahr
Mit Erwachen vorbei

Gedämpftes Licht
Blumen auf der Fensterbank

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2022, Lyrik

Im Datenstrom

herrChrizzy bei Spotify Card

Im Stream auch bei Deezer, Tidal etc.:

1) Deep Gray Friendship

2) NEU: Secret Mission

3) NEU: Depression

Sehr nett äußern sich andere, mir unbekannte Musiker, zu meinen Tracks.
Z. B. ist von einem großartigen Bass Synth die Rede. Das freut den Newcomer ungemein! Obwohl ich gar keinen benutze …

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Eingeordnet unter 2022, Musik

Verwechslungsgefahr

Wie lautete der letzte Satz meines letzten Beitrags?
„Ich bin halt zu viel allein …“
In welchem Zusammenhang das auch immer steht, es bedeutet doch, dass ich Geselligkeit, Gemeinschaft und menschliche Nähe suche.
Und wenn ich mit mehr als nur meiner Seele konfrontiert bin, sprich, mich in einer Form von Kommunikation mit anderen persönlich, fernmündlich, schriftlich oder über eine schusselige App befinde, dann sollte doch die Sehnsucht nach nicht mehr allein sein und der Hunger nach Teilhabe und Mitteilung gestillt werden.
Leider ist dem nicht so, leider ist es manchmal auch ganz anders und völlig kompliziert.
Ich weiß. Ich weiß ich kann. Ich kann in jeder Gesprächssituation die Rolle des Alphaleittiers mit dem silbergrauen Rückenfell übernehmen. Es ist wohl eine Gabe.
Nahezu jeder lässt dies auch mit sich machen. Wie schön ist es auch, Ton und Themen vorgesagt zu bekommen, und auch noch von jemanden, der dabei emphatisch ist und zuhören kann.
Aber wenn ich das mal nicht möchte? Wenn ich es gerade nicht drauf hab? Wenn ich mich verletzlich, schwach und wund fühle?
Reden wir mal von einer leichten, kurzen Krise.
Ich fühle mich von allen und jeden auf die Füße getreten. Ich weiß nicht warum, aber mir kommt es vor, als würde ich bedrängt und jeder, wirklich jeder, lässt es an gesunder Distanz fehlen.
Ich wünsche mich dann nicht in dieser Welt.
Ich möchte taub sein gegenüber den Geräuschen der Straße. Ich möchte kein anderes Licht sehen, als das, was ich in meiner Wohnung habe. Ich möchte kein fremdes Wort hören, nur das aus der Fernseherkonserve. Ab und zu. Ich möchte endlich Stille um mich. Und. In. Mir.
Einatmen. Ausatmen.
Manchmal habe ich mich verloren. Ich bin schneller gewesen, als Christoph mitkommen konnte. Ich sollte mich hinsetzen und Rast machen, damit mein bester Freund & Weggefährte wieder aufschließen kann.
Denn nur mit ihm, der eine gewisse Erfahrung und Reife hat und immerzu die Fähigkeit der Reflexion, fühle ich mich sicher. Und stark genug.

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Abschiede und Neuanfänge

Spätestens am 1. Februar d. J. schließe ich meine Unterseite | Tracks hier. Gerade mal vier Monate alt.
Nach sieben Jahren eigener Programmierung, Pflege und Aktualisierung beende ich auch meine eigene, private Homepage. Dort war bis vor kurzem alles über meine literarischen Aktivitäten zu lesen.
Mein Drang, künstlerisch tätig zu werden, ist unbeirrbar. Er hat sich nur in Richtung Musik verschoben.
Meine Veröffentlichungen bei Spotify, Deezer u. a. haben auch den Grund, dass es wahrscheinlicher ist, jemanden zu treffen, der auf seinem Handy einen Audio-Streaming-Dienst hat und herrChrizzy sofort aufrufen kann, als jemanden zum Anhören von Tracks auf einer Unterseite bei „autorchristoph“ zu bewegen.
Dabei habe ich keinen bitteren Unterton. Es spart mir sogar viel Arbeit. Und Kosten. Wobei ich mich auch erst mal in der Welt der nicht physikalischen Medien zurechtfinden musste.
Letzte Woche rief mich meine Lektorin nach längerer Zeit an. Wir stehen nach der Zusammenarbeit an fünf Büchern weiter in Kontakt. Sie war überrascht und perplex, wie die Literatur, für die ich zu geboren schien, nicht mehr meine Priorität ist.
Zurzeit komme ich mir wie in den heißen Phasen des Lektorats vor. Das „Produkt“ soll möglichst perfekt werden. Ich schlafe kaum, esse wenig. Aber ich weiß, wofür sich diese Anstrengungen, von denen Leser bzw. Hörer nichts mitbekommen, lohnen. Und dass es temporär ist.
Bevor ich auflegte, sagte ich noch: „Ich bin halt zu viel allein …“

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#distrokid

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