Archiv der Kategorie: Das neue Buch

Eisbrecher V, Geniale Schachzüge

Wenn man wie ich beim Schreiben eines Buches ist, freut man sich als Autor über so manch guten Einfall. Dieses interessiert vielleicht weniger die, die keinen anderen Anspruch haben, als das fertige Werk zu lesen. Wir alle interessieren uns ja auch nicht dafür, woher die Zutaten für eine gute Suppe kommen und wie sie zubereitet wurde. Und von wem. Wenn wir in einem Restaurant sind. Es ist doch nur eine Vorspeise!
Trotzdem.
Meine Hauptfigur – muss im Gegensatz zu mir – reisefreudig sein. Er muss bestimmte Orte aufsuchen, um wiederum konkrete Anweisungen zu erhalten, die ihm Geld und Mittel verschaffen, um … eben diese Reisen machen zu können. Der Protagonist hat bis zu einem bestimmten Vorfall einen stinknormalen Bürojob gehabt, den er mit Freuden kündigte. (Ob sich das mit dem Schreibenden deckt, können meine engsten Vertrauten beantworten.)
Nun kommt die Würze in die Suppe. Eine zweite Person ist ebenfalls auf dem Weg. Und sie kann von all den Hinweisen und Verstecken nichts wissen. Dennoch findet der Mann in einer Geheimkammer alle Wertgegenstände und Geld nur zur Hälfte vor. Die andere Hälfte hat sie, ja, es ist eine Frau, genommen, und dafür einen Brief an ihn hinterlassen. So ein Miststück … aber das ist ein anderes Kapitel.
Was ich eigentlich benennen wollte ist, dass es länger gedauert hat, ihn zu diesem Versteck zu bekommen, nun aber soll schon jemand vorher da gewesen sein, ohne all die Informationen, Risiken und Mühen – aber wie?
Ich habe schon für schwieriges Lösungen gefunden. Ich finde dafür auch eine. Der Stoff, das Thema des neuen Buches ist mein Freund. Ruhig lässt er mich überlegen bis ich meinen nächsten Zug machen kann.

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Eingeordnet unter 2018, Buch 5, Das neue Buch

Eisbrecher IV, Skizze 2

Ich wollte schon früher am Tag hieran arbeiten. Erst war ich müde, dann musste ich Musik zusammenstellen. Ich habe mich für „Blue Hour“ entschieden. Jazz von 1960. In meiner Lieblingsbesetzung: Piano, Saxofon, Bass und Drums. Für Improvisationen zum Blues-Feeling können sich die Musiker hier richtig Zeit nehmen.
In Eisbrecher, dem Beginn des Projekts, flog Herr Freund nach London, um mit der Suche nach einer etwas mysteriösen Frau zu beginnen.
***
London bei Nacht.
Der Friedhof ist vom Hotel nicht weit. Er liegt ruhig und dunkel in einem Stadtteil, der mal bessere Zeiten sah. Hier lungern höchstens noch Junkies herum.
Über die vielleicht 6 Fuß hohe Mauer soll es gehen. Da ist eine Kamera gegenüber am Giebel eines Hauses. Der Blickwinkel ist mehr auf die Straße eingestellt.
Ich schalte das Infrarotlicht meiner Mehrzwecklampe ein und stelle sie so auf die Mauerkrone, dass die Kameralinse so lange geblendet ist, wie ich zur Überwindung der Mauer brauche.
Nun schnell den langen Mantel ausgezogen. Über die Mauer geworfen. An den Schnüren gezogen, die die Schaufel an Körper und Oberschenkel gehalten haben. Jenseits der Mauer höre ich die Schippe auf den Boden poltern.
Jetzt ich! Ich lasse mich auf die anderen Seite fallen.
Oft schon war es, dass uns die Erinnerung unterschiedlich ereilt hat. Die Gedanken sind wieder bei ihr … Da ist das Grab!
Ich leuchte mit meiner praktischen Taschenlampe auf die Inschrift des Grabsteins. Kein Zweifel möglich, hier ist es. Ein Blick auf die Armbanduhr. In vier Stunden muss ich hier weg sein, dann geht die Sonne auf.
Tschak! Wie viele Gesetze ich wohl gerade breche? Tschak! Sabotage von Sicherheitseinrichtungen. Tschak! Unerlaubtes Eindringen auf fremden Besitz. Tschak! Grabschändung. Poc! Grabschändung … Poc! Ein Blick auf den Erdhaufen hinter mir. Das muss alles wieder zurück. Oder nicht? Ich ziehe mir den Mundschutz fest über Nase. Es ist nicht der erste Sarg, den ich öffne. Dann springe ich mit der Schaufel hinab. Entferne den Rest Erde über den Sarg und lege um den Deckel herum alles frei. Die Schaufel und mein Knie benutze ich wie ein Brecheisen.
Zum Vorschein kommt, als ich meine Lampe einschalte, ein Skelett. Ein paar Kleidungsfetzen noch daran. Verwest, verfault. Das ist es, was der Tod mit uns macht.
„Gut riechst du nicht!“
Ich weiß, wer hier bestattet wurde. Ein Mann, der kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts aus New York kam. Sich in England niederließ. Mit ehrlichen, soliden Geschäften ein ordentliches Vermögen machte. Und dann so etwas anlegte wie eine Vorratskammer, ein Depot, eine Sicherheit. Nicht für sich. Nicht für seine Kinder, er hatte keine. Nein, für mich. Oder sie.
Um an jenes Depot zu kommen, dieses mit allen Reserven ausgestattete Lager für ein unabhängiges, freies Leben, muss ich an ein Bankschließfach hier in London mit allen Urkunden, Angaben und Informationen. Das Einzige, was ich bräuchte, wäre der Schlüssel dazu.
Die Leiche trägt ihn an einer goldenen Kette um den Hals.
Ich nehme den Schlüssel ab, mustere noch die Gebeine, dann schließe ich den Deckel. Ich schaufle das Grab zu.
Eine dreiviertel Stunde vor Tagesbeginn verlasse ich den Ort, wo die Toten ruhen, auf die gleiche Weise, wie ich ihn betrat.
Der Friedhofswart wird sich sicher über eine nahezu nagelneue Schaufel freuen, die innen an der Mauer lehnt.
***

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Eingeordnet unter 2018, Buch 5, Das neue Buch

Eisbrecher III, Teaser 2

Ich weiß nicht wie du aussiehst. Wie alt du bist. Ich kenne deinen Namen nicht. Nicht deinen Aufenthaltsort.

Ich habe nur deine Liebe in mir. Und Erinnerungen bis zurück an den Ursprung. Als wir spürten, die Zeit fing an zu arbeiten.

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Eisbrecher II

Statt vieler Worte. Eine Spielerei. Werbung!

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Eingeordnet unter 2018, Buch 5, Das neue Buch

Lesen Sie selbst

Januar schreibt mein Buch.
Februar kommen Erinnerungen in den Cognac.
März zeuge ich ein Kind.
April suche ich die Tür zum Austieg aus dieser Welt.
Mai hat Vater Geburtstag, wird von Jahr zu Jahr weniger.
Juni bis Juli bin ich dort, wo ich nicht sein will.
August sah mal deutlich besser aus.
September serviert Quark mit Früchten.
Oktober kann ich fliegen.
November campe ich an Klagemauern.
Dezember bringt mein Baby.

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Eingeordnet unter 2018, Buch 5, Das neue Buch, Lyrik

Eisbrecher

Ich habe heute überlegt, wie es wäre, wenn ich bei der Entstehung meines neuen Buches Ideen zu Skizzen entwickle, die ich hier veröffentliche. Ob das funktioniert? K. A. Keine Ahnung!
Der Protagonist des Romans (wird es auch ein Roman?) muss nach England fliegen, um etwas sehr wichtiges zu erledigen. Das spielt somit in der heutigen Zeit.
Mir ist noch nicht klar, von wo aus er startet. Hier, aus Deutschland?
Wie auch immer. Am Flughafen, sagen wir Heathrow, London, angekommen, hat er sich den üblichen Zoll-, Sicherheits- und Kontrolluntersuchungen zu unterziehen. Das alles kennt man ja. Mir jedoch ist wichtig, seine Gedankengänge zu offenbaren – denn er hat ein unglaubliches Geheimnis …
Dazu fiel mir eine CD von Sting ein. 1995. „Ten Summoner’s Tales“. Wir haben sie geliebt! Favoriten waren: „Fields Of Gold“ und „Heavy Cloud No Rain“.
Ich lasse mich gerne von Musik inspirieren. Ich lese kaum noch was, außer meine Kontoauszüge, was jämmerlich genug ist …
***
London rief mich. Ich landete am späten Nachmittag. Nun ist bald Abend und ich bin immer noch nicht durch alle Kontrollen. Man lässt das Militär mit automatischen Waffen patrouillieren. So vermeide ich ruckartige und hektische Bewegungen.
Mein leichtes Gepäck war schnell durchleuchtet, geöffnet und durchsucht. Der Körperscanner hat längst seinen Schrecken verloren. Ein Fragebogen und dann zur Ausweiskontrolle. Eine lange, britisch geordnete Schlange.
Sie könnten meine Fingerabdrücke nehmen. Oder mit ihren Computern überprüfen, ob ich meine Steuern zahle. Sie könnten mir die Augäpfel nehmen, zurück kommen und meine Socken stehlen, und alles sezieren. Nichts wüssten sie über mich. Nur noch drei Personen vor mir.
Alle gesammelten Daten, meine biometrische Daten oder Personalien oder mein ausgespähtes Verhalten im Alltag können die Wahrheit nicht ans Licht bringen.
Wobei es so einfach ist. Die große Liebe zwischen einem Mann und einer Frau. Die das letzte Mal zusammen die Geschichte der Menschheit verlassen haben. 1943. Und da war ich der Engländer.
„The reason for your stay?“
Ich muss Deborah finden. Und ich weiß, wo ich beginnen muss.
Ich sage: „Business.“
Abschließend prüfende Blicke.
„Welcome to London, Mr. Freund.“
Ich steige draußen in ein Taxi und lasse mich zu John Lewis fahren. Ich brauche eine Schaufel.
***

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You’re My Best Friend

Mein Herz möchte hüpfen, springen und jubilieren und der Geist gleich hinterher. Als meine Arbeit betrachte ich die an meinem Schreibtisch. Schöpferisch und Welten schaffend. Aber, es kommt immer ein aber, der Alltag lässt mich nicht los. Hängt an mir wie fest werdender grauer Beton. Da ein Schreiben von einem Amt, dort eins von einer Behörde und die Stadtwerke wollen auch etwas von mir. Und nun ist Wochenende, da habe ich doch Freizeit? Einkaufen, Haushalt, Kochen.
Oder kann ich nicht los lassen? All den gemeinen (sprich gewöhnlichen) Schrott vergessen, hinter mir lassen. Zu leben um zu schreiben.
Pah, dies wird keine Neuauflage des Themas Schreibblockade. Gähn! Viel zu gut kenne ich mich dafür. Da ist dieses Kribbeln in allen Nervenbahnen bis zu den kleinsten Verästelungen. Da ist Strom drauf! Überall strategisch platzierten Zettel mit Stiften. Für Ideen. Bewusst oder unbewusst das Einsaugen von Informationen. Da ist der Stolz über den Einfall eines außergewöhnlichen Themas, aus dem man unbedingt etwas machen kann, machen muss!
Ein Freund rief an. Er sagte, er fühle sich wieder einsam. Ich denke darüber nach. Nein, ihn beschäftigt bestimmt nicht, wann er mit einem neuen Buch beginnen kann. Er sagte es ohne Emotion, wie eine Feststellung eben. Doch ich weiß, was das bedeutet. Einsamkeit kann zu körperlich spürbaren Schmerzen führen. Das Selbstwertgefühl komplett untergraben. Wenn du dann in irgendeine Form von Alltag hinein kommst, ist es, als hättest du einen bunten LED-Schriftzug auf der Stirn: „Ich bin hier das Arschloch, bitte behandelt mich auch so!“
Wir telefonieren gleich noch. Das wird auf Augenhöhe sein. Egal, wie tief man den anderen abholen muss, ich bin sicher, wir arbeiten uns zu neuen Höhen hinauf. Hüpfend. Springend. Jubilierend.

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Eingeordnet unter 2018, Buch 5, Das neue Buch

Mein Interview

Im Onlinemagazin „Alles Münster“, hier der Direktlink.

Ich kenne die Reporterin Katja schon einige Jahre, sie ist bei unserer Autorengruppe Sem;kolon. Sie arbeitet in einer PR-Agentur, mag Steampunk-Treffen und Mittelaltermärkte. Und sie fragte mich unlängst nach einem Interview über mein neues Buch URBANICITY für ein Onlinemagazin, welches ich nicht mal kannte.
Es ist gut geworden, finde ich. Am Ende kann man das Buch gewinnen!
Dass es mein allererstes Literateninterview war, habe ich ihr noch nicht gesagt …

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Eingeordnet unter 2017, Bei Sem;kolon zu Hause, Buch 4, Das neue Buch