Archiv der Kategorie: Gesundheit

Kopfschmerzen

Ich habe heute eine druckerschwärzeschwarze Laune! Da ist das Gemüt eines Scharfrichters nichts gegen. Ga nix! (Der würde mit Plüschtieren spielen, ich würde sie anzünden …)
Alles ist zu viel oder zu wenig. Zu langsam oder schnell. Zu laut zu leise. Ich könnte die Wände anschreien oder wimmernd das Kopfkissen über den Kopf ziehen. Arrrgh!
Wer das mit bekommt, will mir helfen, und fragt nach dem Warum. 1. Mir kann man nicht helfen. 2. Wenn ich es bloß wüsste!
Vielleicht liegt es an der Mondphase oder an dem äußerst wechselhaften Wetter oder meinen Wechseljahren. Mit letzteren plage ich mich schon zehn Jahre rum – es wird nicht besser.
Gehen wir doch nach dem Ausschlussverfahren vor.
Das Baby meiner jüngsten Schwester kommt bald zu Welt und macht mich somit zum Onkel. Aber da liegt die Hauptaufgabe bei der Schwangeren.
Mein Arbeitsplatz wird umgewandelt. Wir Kollegen sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden, das habe ich schon häufiger erlebt. Die neue Arbeit ist zu schaffen.
Mein neues Buch ist noch nicht aus der Druckerei …
… Rrrah!
22 Tage wird an der ersten Auflage gearbeitet. Aber dem feinen Herrn Autor geht das nicht schnell genug! Nein, andere Druckaufträge dürfen nicht zu Ende gemacht werden oder Vorrang haben! Die Belegexemplare soll die Lektorin persönlich vorbei bringen – aus Brandenburg und auf einem Silbertablett! Der feine Herr Schriftsteller sollte sich schämen!
Der wiederum kann aber nicht aus seiner Haut. Ein nervöses Nervenbündel war ich schon immer. Wenn ich gut schlafe, so einmal pro Halbjahr, dann ist das wie Urlaub!
Es gibt nur ein Mittel, das hilft. Boden wischen! Einfach feucht mit dem Aufnehmer über die Flächen. Dass es heute schon das dritte Mal ist, bereitet mir auch keine Kopfschmerzen mehr …

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Gequält

Die Hände zittern. Mein Magen brüllt mich an. Ich habe diese Nacht gelitten – an Schlaflosigkeit. Früh morgens, dann wird es erst kalt. Als ich doch noch schlafen wollte. Als ich da lag, mit Wirrnis in den Gedanken, mich umdrehte zum Fernseher, ob ich ihn nicht ausgeschaltet hätte, und dabei feststellen musste, dass durch die Ritzen der Rollladen schon der Tag anbrach.
Gestern war draußen Halloween. Ich habe mir ein wenig Musik aufgelegt. Dann rüber zum Netbook. Endlich war es möglich, einige Programme zu installieren. Bei einem davon hatte der Virenscanner sein Veto eingelegt. Als ich bei Facebook nicht mehr in der Lage war, neue Bilder aufzunehmen, wieder aufs Bett gelegt und Musik an. Doch die war zu laut zur vorgerückter Stunde. Statt dessen ins Bad. Mindestens fünf Tage habe ich mich nicht mehr rasiert. Um 3 Uhr morgens war der richtige Zeitpunkt …
Ich schickte eine SMS an einen Nachtvogel. Die Antwort war kryptisch. Vors TV. Bei 3Sat etwas abgefahrenes aus Österreich. Eine charmante Show um einen „österreichischen Kaiser“ mit viel Schmäh. Entweder man ekelt sich dabei oder fühlt sich unterhalten. Als ich damals Wien besuchte, hätte ich da bleiben sollen …
Ich habe gelesen, Heinrich Bölls Rauschmittel wäre viel schwarzer Tee gewesen. Während der Tee zog, leerte ich ein paar Aschenbecher. Eine weitere SMS blieb unbeantwortet. Ich war vollkommen sorglos. Morgen würde Feiertag sein. Ich wusste noch, wie es einmal an einem 1. November war. Draußen waren 20 Grad. 20!
Nun scheint die Sonne hier rein. In der Straße Feiertagsruhe. Ich bin nicht müde.

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Die Frau im Keller

Ich radle an einem Samstagmorgen in die Innenstadt. In meiner Tasche eine Urinprobe. Von mir. Direkt von nach dem Aufstehen. Als Berufstätiger bleibt samstags von 9 bis 10 nur diese Zeit sie im Labor abzugeben. Die Brühe muss frisch sein.
Auch gut. Wenig Verkehr, die Luft klar und das Thermometer noch unter 20 Grad. Das wird später mehr. Viel mehr.
„Fahrräder abstellen verboten!“ lese ich an den Scheiben der Praxis. Als ich mein Rad an den Pfahl eines Verkehrsschildes verkettet und die Tasche genommen habe, sehe ich eine nette Frau mit blonden Haarsträhnen die Arztpraxis aufschließen. Bevor sie in das Refugium der Gesundheit verschwindet, frage ich, ob ich eben nur meinen Pinkelpott abgeben dürfe.
Sie schickt mich ins Kellergeschoss auf die linke Seite, sie käme gleich. Während ich mich frage, welchen Teil meiner kurzen Frage sie nicht verstanden hat, sehe ich, dass auf der linken Seite im Keller gar nichts ist. Also hinsetzen und aussitzen.
Andere Patienten kommen. Und dann sie mit den Stränchen. Wendet sich nach rechts. Zieht ihren weißen Kittel an und ruft mich auf. Im rechten Kellerbereich nimmt sie mir mein Becherchen ab, zieht eine Schiebetür hinter uns zu. Fährt den Rechner hoch. Wir haben etwas Small Talk. Ich bemerke ihren mörderischen polnischen Akzent. Und Mördertitten. Vermutlich ist sie die Einzige im Umkreis von vielen Kilometern, die so früh am Wochenende arbeitet und dabei noch gute Laune hat.
Meine Bemühungen, das Gefäß zu füllen, werden mit einem Teststreifen gemessen. Und sie meint strahlend nach einer Minute: „Ihr Urin ist super in Ordnung!“ Na wenigstens etwas.
Ich glaube nicht, dass die Stadt heute noch wirklich wach wird. Schließe mein Rad auf.

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Jammer-Gen

Meidet Westdeutschland. Meidet den Großraum Westfalen. Meidet mich!
Erwischt haben muss es mich, als ich im Starkregen, im Wolkenbruch eines Gewitters meine Gitarre mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Die Gitarrenhülle ließ keinen Tropfen an das edle Holz – aber ich war nass bis auf die Haut bis auf die Haut! Selbst in meinen Schuhen schwamm das Wasser …
Der Virus ließ sich einige Tage Zeit, wie und als was er in Erscheinung treten sollte. Er vermehrte sich unerkannt und schrie seinem Gefolge zu: „Wollt Ihr den totalen Kampf?“
Letztens, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, überfiel er meinen Hals und die Nase und traf meine Abwehr unvorbereitet. Ich wusste nicht, ob ich beim Bäcker Brötchen bestellen konnte, so wenig traute ich meiner Stimme.
Und so bin ich bettlägerig. Alle fünf Minuten von der einen zur anderen Seite wechselnd. Schwitze und friere. Das Innenohr ist besetzt. Ich hoffe, einer meiner Agenten kommt zu den Alliierten durch. Die sollen die Flugzeugstaffeln starten und Vitaminbomben abwerfen. Aber es ist riskant. Was, wenn es Doppelagenten sind?

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Kassandra

Die Kassiererin der Personalkantine, wo von der Röntgenassistentin bis zu den Chefärzten alle essen, hat mich mit professioneller Höflichkeit vorbei an lange Reihen gigantischer Küchenanlagen gelotst, um mich in einem Nebengang zu bitten, einen Augenblick zu warten.
Ich habe ein Date. Ich nenne es kühn so. Als ich meiner Schwester erzählte, ich hätte eine persönliche Diätassistentin, meinte sie verblüfft, das hätten doch nur Stars!
Bei unserem ersten „Date“ war sie für mich direkt zum Verlieben! Eine in allen Ernährungsfragen versierte, exakt bloß 10 Jahre jüngere Frau, was ihr Wortlaut war, mit Charme, Intellekt und Einfühlungsvermögen kann ja nur die Idealpartnerin für mich sein …
Mein Blick wandert zum schwarzen Brett gegenüber. In einer Liste entdecke ich ihren Namen und – den Vornamen. Auf ihrem Namensschild an ihrem weißen Kittel, der sie nur noch charmanter für mich macht, stand der Vorname nur abgekürzt mit „K.“.
Die Kassiererin hat ihren höflichen Abgang und sie, die Fachfrau, kommt auf mich zu. Schwungvolle Begrüßung mit Handschlag. Es gibt noch eine Verzögerung. Unser Raum ist besetzt. Sie klopft, zählt innerlich nicht weiter als bis zwei und öffnet die Tür weit, um zu sagen: „Das ist Herr Aschenbrenner! Wir brauchen den Raum!“
Sechs hünenhafte Kerle drehen ihre mit Häubchen geschützten Köpfe zu ihr oder eine viertel Drehung weiter zu mir. Ohne Widerspruch räumen die Chefköche den Raum. Mein Name von ihr ausgesprochen muss eine ziemliche Macht haben! (Oder ich bilde mir einfach zu viel ein, weil mich drei Buchveröffentlichungen noch nicht zum Star machen … ;-) )
Unser Zwiegespräch verläuft für mich gut. Seit dem ersten Termin habe ich wohl viel richtig hingekriegt. Nur manchmal erwische ich mich dabei, noch eine zweite Gesprächsebene herauszuhören. Wenn es z. B. darum geht, Gewicht durch Bewegung zu reduzieren, bringt sie ihre privaten Beispiele mit ins Gespräch. Soll es mich in meinem Vorhaben motivieren oder ist da – ohne dass es ihr vielleicht selbst bewusst ist – mehr? Ein echtes Dilemma! Ich stehe an der Schwelle mich in sie zu verlieben, aber sie findet einfach nur passende Beispiele aus ihrem Privatleben, weil ich ein angenehmer Klient bin, mehr jedoch nicht.
Den Weg zurück finde ich allein. Und ich brenne auf den nächsten Termin. In drei Wochen.

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Unbeugsam

Ein Wort gab das andere. Und er triumphierte.
Es trieb ihr die Tränen in die Augen. Er triumphierte.
Als schließlich jemand mit Autorität den Streit schlichtete, ihn verwarnte,
ging er hin und entschuldigte sich bei ihr. Sie war fair und nahm es an.
Was er nicht konnte, war sich selbst zu verzeihen …

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Von Schnecken lernen

Schnecken sind sicher nicht die schnellsten Tiere in Mutter Natur. Wenn etwas oder jemand als langsam wie eine Schnecke bezeichnet wird, dann ist das ein Vergleich mit dem allseits bekannten Schneckentempo. Ich weiß nicht, ob es diesen Weichtieren Mühe macht, sich zu bewegen. Nur weil sie langsamer sind als alles andere, muss es ja nicht heißen, dass es leicht für sie ist, den ganzen Tag auf ihrem Bauch zu kriechen, besonders mit dem Schneckenhaus oben drauf.
Nun stehe ich daneben und denke mir meinen Teil. Wie schnell ich doch bis vor kurzem lebte. Und wie wenig schnell es mir noch voran ging. Und wie viele unerledigte Dinge mich gleichzeitig belasteten. Tscha, und wie ungesund das doch war.
Ich glaube nicht, dass sich Schnecken auf solch eine Lebensweise einlassen würden! Wenn sie 40 Zentimeter Wegstrecke an einem Tag nicht schaffen, dann eben an einem anderen Tag. Und oft genug erfordert es die Situation, sich in ihr Gehäuse zurück zu ziehen. In Sicherheit. Während die Welt draußen oft versucht, sich selbst zu überholen …

SAMSUNG

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Samstag-Special

Am heutigen Samstag ist nichts speziell, gar nichts, nichts Besonderes. Das kann ich beweisen.
Nachdem es über den Nachmittag schwül und drückend war, regnet es nun. Mehr oder minder stark. Wo weiß ich nicht, im Haus, oder im Haus nebenan oder auf der anderen Straßenseite, hört jemand bei offenem Fenster laut Musik. Was man heute so hört. Ich glaube, für Egerländer Polka werden Musikanlagen nicht mehr gebaut.
Um in Ruhe schreiben zu können, halte ich mit Musik dagegen, und muss daher meine Fenster auf Kipp nicht schließen, wo der Regen mal heftig oder weniger an die Scheiben trommelt.
Mir fällt ein, dass in Kürze die Fußball Europameisterschaft ist. Dann wird man zu den Spielzeiten auch noch das Gebrüll ertragen müssen. Halleluja …
Ich hatte eine Einladung zu Kaffee und Käsekuchen – das reinste Gift für meine Diät. Und ich habe noch meinen Süßstoff für den Kaffee selbst mitgebracht. Darüber amüsierte sich der Käsekuchen über alle Maßen. Er schmeckte übrigens als selbstgemachter Kuchen perfekt wie von einem Bäcker in der achten Generation. Leider. Ich haute rein …
Dann wanderte eine DVD mit einem Film mit Louis de Funès in den Schacht des Players. Es war nett, das berühmte „Hirnsausen“ auf einem Groß-TV zu erleben.
Ich kettete mein Fahrrad draußen an, statt es in meine Diele zu stellen. Das war durchaus Berechnung. Falls es regnen würde, hätte ich einen Grund, es nicht zu benutzen. Dass es regnete, war absehbar. Das sind die schönen kleinen Tricks, sich selbst in die Pfanne zu hauen …
Ich habe also nicht das Gefühl, dass dieser Samstag der Höhepunkt der Woche war und wird. Nur eins kann ich positiv berichten: es geht mir gut dabei!

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