Archiv der Kategorie: Lesung

Sem;kolon liest!

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Herzliche Einladung zur Lesung

der

Autorengruppe Sem;kolon

mit

Katja Angenent

Christoph Aschenbrenner

Ruth Elsinger

Martin Heinrich

Max Moenikes

Urte Schubert

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Termin :: Freitag, 7. Februar 2014

Beginn :: 20 Uhr

Ort :: Theaterpädagogisches Zentrum (TPZ), Achtermannstr. 24, Münster (in Bahnhofsnähe)

Eintritt :: frei bzw. nach eigenem Ermessen

Es gibt einen Getränkeausschank und eine Pause.

Auf Einladung des TPZ wird die Autorengruppe Sem;kolon ihre vielfältigen Texte aus aktueller Produktion, brandneu oder ausgereift, humorvoll, spielerisch, ernst oder surreal zum Erlebnis machen!

Die Autorengruppe Sem;kolon besteht seit 1991 in Münster. Dies ist ihre 11. Lesung, doch die erste in dieser produktiven personellen Zusammensetzung!

Links ::

Sem;kolon http://www.muenster.org/semikolon

TPZ http://tpz-muenster.de

Hinweis in eigener Sache :: Ich werde auch Texte aus meinem bald erscheinenden Buch vorstellen!

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Lesung in der Kirche

Letztens ist mir ein ungewöhnliches Zeitdokument in die Hände gefallen. Ich fand in einem Brief von meiner Schwester einige Fotos von einer Lesung. Das hatte ich vollkommen verdrängt. Nicht die Lesung, sondern dass es davon Fotos gibt!

Nun gut, man kann nicht viel erkennen, meine Schwester experimentierte gerade mit der schwarzweiß-Fotografie.

1995. In der Autorengruppe Sem;kolon waren wir in Meinungsverschiedenheiten verwickelt, die die nächste Anthologie-Veröffentlichung betrafen. Letztlich hat das zur Gründung des „Sem;kolon-Verlages“ geführt, von dem heute niemand mehr weiß, ob es ihn noch gibt.  Ich hatte in diesem Jahr ein zahlenmäßig sehr großes Publikum – so viel, wie in eine Kirche passt. In meinem Heimatort wurde das 125jährige Bestehen der Pfarrkirche gefeiert. Sie ist nach einem Heiligen benannt, den man bestimmt einen Meter hinter dem Ortsschild nicht mehr kennt.

So holte man auch die Kultur in das Haus Gottes. Und die Organisatoren meinten, ich sei Sohn der Stadt genug, um mich anreisen zu lassen, um eine kurze Lesung in der Kulturveranstaltung zum Jubiläum abzuhalten.

Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen Auftritt. Alle meine Texte lagen in Buchform vor, so dass auch in der allerletzten Kirchenbank zu sehen war, dass ich publiziert habe. Bei meinem ersten Text, ich meine, es war ein Gedicht, gab es keine Reaktion im Auditorium. Nichts! Dennoch las ich ruhig das nächste. Das war dann etwas anders, ein humoristischer Dialog. Damit brach ich das Eis, es wurde an den richtigen Stellen gelacht. Dann habe ich, denke ich, noch etwas Nachdenkliches hinterher geschoben und erntete einen großen Applaus.

Ich wollte danach einfach verschwinden, doch der Pastoralreferent, der den Nachmittag moderierte, fing mich an der Kommunionbank ab und präsentierte mich noch mal dem Publikum.

Ja, so sollte es sein! Vordergründig bin ich zum Studium aus meiner Heimat weggezogen. Aber es steckte natürlich auch tieferes dahinter, wie mich künstlerisch erst entfalten zu können, wenn ich die Grenzen und Begrenztheit dieser kleinen Stadt hinter mich ließ.

Ich empfand Genugtuung, von denjenigen mit Applaus bedacht zu werden, die früher hinter den Gardinen spähten, die an den Straßenecken tratschten, weil ich nun zeigen konnte, was ich drauf hatte. Und vor die Mundartdichterin, die eigentlich dran gewesen wäre, hatte ich mich geschickt gemogelt…

Ich denke, mein Auftritt wurde so schnell nicht vergessen. Jahre später, bei einem Besuch bei meinen Eltern, erkannte mich ein Schulfreund auf der Straße wieder. Er fragte nach meiner finanziellen Situation. Er wollte mir als Sparkassengestellter wohl etwas andrehen, denn er ging davon aus, dass ich von meinem Schreiben nun lebte. ;-) Typisch für dieses Kaff!!

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Foto: Copyright R. Plöger

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„Literaturbotschafter“ der Stadt Münster

Nachdem die im Vorfeld desaströse 10. Lesung (Jubiläumslesung) von Sem;kolon im April 2013 gut gelaufen ist, kommt nun etwas neues.

Eine Lesung im Internet. Das hatten wir auch noch nicht.

Hintergrund: Es gab bei der Stadt Münster die sogenannte „Dichterstrippe“, das Literaturtelefon. „Bei Anruf Literatur“ war das Motto. Die Post, Telekom gab es ja noch nicht, stellte eine Rufnummer zur Verfügung, bei der am anderen Ende der Leitung ein Band ansprang mit aufgenommenen Beiträgen von Dichtern und Autoren aus und um Münster. Auch Sem;kolon hat das Literaturtelefon recht kreativ genutzt.

Diese Idee ist nun ins Internet gewandert.

http://www5.stadt-muenster.de/literaturline/content.cfm

Verantwortlich ist das Kulturamt der Stadt Münster und so ist unsere Autorengruppe eingeladen worden, sich dort doch vom 29. November bis 27. Dezember 2013 zu präsentieren.

Gerne sind Ruth, Martin, Max und ich ins Studio gegangen, um die Aufnahmen zu machen. Einige der eingesprochenen Texte kann man dann auch als Leseprobe nachlesen. Die Studiotechnikerin war ganz angetan von der Qualität unserer Texte, ich finde auch, wir haben einen guten Job gemacht!

Jemand meinte, dann wäre Sem;kolon ja so etwas wie ein „Literaturbotschafter“ der Stadt Münster. Man kann das so sehen.

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Meine erste Lesung

Ich hatte nie Scheu, vor vielen Menschen zu sprechen. Das fing in der zweiten Grundschulklasse an. Zur feierlichen Begrüßung der Erstklässler, worunter auch meine Schwester war, hatte ich ein auswendig gelerntes Gedicht aufzusagen.

Ich war ein knappes Jahr bei der Autorengruppe Sem;kolon, da hatten wir das zweite, das „Sem;kolon Buch 2“ in den Druck geben lassen. War der Umschlag des ersten Buches in einem neutralem Weiß, gab es nun ein lebendigeres Rot.

Und lebendig war auch die Lesung zum Buch. Wie Mark-Stefan an der Kasse zur Eintrittskarte jedem noch ein Buch andrehen wollte. Wie hundert Menschen die Location füllten, wo eigentlich mehr Konzerte von jungen Bands statt fanden. Wie es noch Ärger gab, weil sie uns die hauseigene Verstärkeranlage plötzlich nur gegen Aufpreis zur Verfügung stellen wollten.

Aber dann Bühne frei für die literarische Vielfalt von Sem;kolon! 1994 waren wir eine Gruppe von zehn Autorinnen und Autoren, fast alle lasen mit. Der Nebel von Zigarettenrauch über den Köpfen des Publikums. Und Stille. Das habe ich intensiv in Erinnerung. Wenn deine Worte aus dem kleinen, eilig herbeigebrachten Gitarrenverstärker kommen und sich ausbreiten können in diesem großen Saal wie ein heißer Lötkolben durch Butter, dann hat man die volle Aufmerksamkeit.

Ja, wir hatten dankbare Zuhörer. Langweilen musste sich niemand. Dementsprechend gab es den Schlussapplaus.

Dass dies dann meine erste literarische Lesung vor Publikum war, hatte ich zwischendurch völlig vergessen. Ich wurde gefragt, ob ich vorher nicht nervös gewesen wäre. Nein, wieso?

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