Sonntagsbild 478

Tageszeit: früher Nachmittag
Sonnenaufgang: 8:03 Uhr
Wetter: vergraut & 3 °C
Stimmung: nicht gut
Überall Nummern. Auch wir sind irgendwo und jederzeit Nummern, Ihr, Du und Chrizzy…

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Eingeordnet unter 2018, Sonntag, Sonntagsbild

Sonntagsbild 477

Tageszeit: Mittag
Sonnenaufgang: 7:52 Uhr
Wetter: Sonne pur & 4 °C
Stimmung: mit Bedacht
Chrizzy, die zarteste Versuchung seit es Kartoffeln gibt und die Fernbedienung…

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Eingeordnet unter 2018, Sonntag, Sonntagsbild

Bekenntnis

Ich glaube an Poesie
Jubilieren oder resignieren
Poesie ist eine Sprache
Dramatisch oder flüsternd
berührt uns Poesie
tief und warm
Kitsch, albern, banal
darf Poesie sein
immer aber sucht sie
den direkten Weg
zwischen zwei Leben

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Eingeordnet unter 2018, Lyrik

Verlorener Tag

Als ich wach wurde, aufstand und fort ging, blieb ich stehen, zündete mir eine Zigarette an. Sah, bald würde die Sonne untergehen.
Ich lebte, um tote Punkte zu überwinden. Für meine Familie war ich der, der sich noch aus der allergrößten Scheiße raus geholt hat.
Auf dem Heimweg regnete es nicht, die Wahrscheinlichkeit für Regen dieses Jahr war sehr gering.
Wäre zu Hause jemand, der wartet, der wie Schlüsselloch zum Schlüssel passt, der mich vermisst, ich hätte geweint.
Ich weine nicht um verlorene Dinge.

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Sonntagsbild 476

Tageszeit: Nachmittag
Sonnenaufgang: 7:40 Uhr
Wetter: grau in grau & 14 °C
Stimmung: benommen
Chrizzy von irgendwo nach irgendwo, irgendwann…

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50 Jahre „White Album“ und eine Geschichtsfälschung

Die Beatles überraschten in den 60ern mit ihrer Musik von Album zu Album. Und sie tun es heute noch. Auch wenn sie sich 1970 getrennt haben und nur noch zwei Bandmitglieder leben.
Das 50-jährige Jubiläum des Weißen Albums dieses Jahr wird kommerziell strategisch perfekt gefeiert.
Einfach 1968 mit dem dem Bandnamen, „The Beatles“, als Doppel-LP veröffentlicht und mit einem nackten, weißen Cover versehen, beinhaltete es 30 Songs, die vielfältiger, kreativer und sowohl poetischer als auch politischer nicht sein konnten.
Kern der Neuveröffentlichung 2018 in unterschiedlichen Editionen ist der neue Stereo-remix des Weißen Albums. Verantwortlich dafür ist Giles Martin, der Sohn des damaligen Beatles Produzenten George Martin – es bleibt in der Familie.
Der neue Mix bringt z. B. Johns Stimme in den Vordergrund, Gitarren klingen nicht mehr zuckersüß sondern rockig und Pauls geniale Bassläufe konnte man bisher nirgendwo auf diese Weise heraus hören.
Gut gemacht, bringt Bewegung in alte Hörgewohnheiten und entzaubert dennoch nicht den Nimbus von Aufnahmen, die ein halbes Jahrhundert alt sind.
In der Luxus-Editon mit einem 170 Seiten Hardcover Buch werden viele noch unbekannte Fotos von den Aufnahmen und drum herum gezeigt.
Aber kein Mensch darauf raucht! Hallo!? Es waren die 60er! Die vier Beatles haben geraucht ohne Ende … nicht nur Tabak!
Was will man mit der Auswahl nicht rauchender Beatles oder sogar retuschierter Bilder bezwecken? Gesundheit und richtige Ernährung sind die neuen religiösen Überzeugungen. Wer sich ans Lauftraining und Tofu hält, kann seinen Körper formen und die Lebenserwartung verlängern. Meint man. Da sind Raucher Abschaum.
Die Beatles brauchen eine weiße Weste. Ein sauberes Image. Gerade beim „White Album“.
Auch wenn es Geschichtsfälschung ist.
Was kommt als nächstes? Geht man in die Museen und übermalt in Peter Paul Rubens Gemälden jene Stellen, wo die Frauen zu füllig und üppig sind?

Die 2018 Jubiläums-Editionen von „The Beatles“ (White Album) sind:
Edition A: 3 CDs (mit neuem Stereo-remix und beinhaltet zusätzlich die CD „Esher Demos“)
Edition B: Doppel-LP (mit neuem Stereo-remix)
Edition C: 4er-LP-Set (wie ‚B‘ inklusive „Esher Demos“)
Edition D: Super Deluxe Limited (mit 6 CDs und 1 Audio Blu-ray und Hardcover Buch)

 

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Eingeordnet unter 2018, Musik

Meine schönste Lesung (bis jetzt)

Aus den Lautsprechern kam mit Bums „Django“. Joe Bonamassa. Bluesrock. Eine Liveaufnahme.
Er und ich warteten hinter angelehnter Tür auf unseren Auftritt.
März 2015. Mein zweites Buch war erschienen. Grund genug, mich mit einem DJ und wunderbarem Menschen zusammen zu tun, um die BOOKJOCKEY PARTY auf die Beine zu stellen.
Er hatte sein Laptop mit DJ Software und einer Festplatte voll Musik angeschlossen. Unser Musikgeschmack hatte eine große Schnittmenge. Ich hatte jede Menge Texte zum Vortragen geprobt.
Die Location war ein angesagtes Bistro, das auch für Events dieser Art ausgerichtet war.
Nun erklang ein Jingle, welches ich extra von einer Radiomoderatorin anfertigen ließ. Ich ließ meinem älteren Kompagnon den Vortritt und wir schritten namentlich angekündigt in den Raum, was uns einen Begrüßungsapplaus einbrachte.
Das hatte ich so noch nicht erlebt …
Auf der Bühne setzten wir uns an auf vintage gemachte Tische. Jeder ein Mikrofon. Ich begrüßte die Anwesenden.
Es waren viele da. Auch wichtige Leute. Vom Verlag meine Lektorin, die sich während der Lesung um den Verkauf meiner Bücher gekümmert hat. Eine freie Mitarbeiterin vom WDR. Sogar von meiner Autorengruppe hat es sich eine Autorin nicht nehmen lassen, wenigstens bis zur Pause zuzuhören.
Das Konzept war so einfach wie wirkungsvoll. Nach jeder meiner Kurzgeschichten spielte der DJ spontan einen Musiktitel an. Er erklärte dem Publikum, weil die Stimmung oder Intension in meinem Text ihn an den bestimmten Song erinnern würde. Er machte es wundervoll!
Wir hatten das im Einzeln nicht geprobt …
Es gibt Fotos davon. In meinem roten und leicht schimmernden Jackett. Und ich habe gelächelt! Meine Stimme war wie immer fest, tief und druckvoll. Keine Nervosität.
Ich fand, für eine ca. zweistündige Lesung mit Musik mit Pause und ohne Eintritt haben die Gäste eine Menge geboten bekommen. Das war professionell, Showbiz. Sie gaben es uns mit Applaus zurück. Meine Verlagsfrau hat gestaunt, wie viele Bücher sie verkauft hat. Es war schön, direkt im Anschluss von vielen zu hören, dass wir es noch mal machen sollten.
Irgendwann wollte ich gehen. Ich hatte noch meine Mappe mit den Texten auf dem Lesungstisch liegen. Ich nahm sie mir und drehte mich im Richtung Ausgang. An einem Tische vor der Bühne saß ein junger Mann.
Er nutzte die Gelegenheit und fragte mich: „Kann man davon leben?“
Ich dehnte die Zeit bis zu einer Antwort lange aus. Ich wusste sofort, was ich sagen würde. Aber es war frappierend, dass es auf jeder Lesung solche Träumer, Deppen und Realitätsflüchter gab.
Ich sagte: „Davon nicht.“
Und ging.

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Eingeordnet unter 2018, Lesung, Musik

Mehr Sex!

Unterm Sternenhimmel Frankreichs. Jeder eine Flasche Wein.
„Einmal saßen wir in einer größeren Runde zusammen. Mit Marisa und so. Alle nackt.“
Er zögerte.
„Und mit Tatjana im Reitstall. Im Stehen. Ganz kurz.“
Es gehörte Mut dazu, es mir zu sagen. Und viel Vertrauen. Er fand es nicht fair, dass er so wenig Erfahrung hatte. Er fragte, was stimmte nicht mit ihm? Sportlich und liebenswürdig war er. Er trug nicht mal eine Brille.
Er war drei Jahre jünger als ich. Und ich 20. Ich hatte einige befriedigende Begegnungen mit Frauen gehabt. Doch dieses miese Gefühl, unter dem er litt, war mir noch präsent. Wohin mit sich? Wen lieben und lieben? Wir wollten Sex!
Ich lachte meinen Freund nicht aus. Viele, viele Sterne teilten sich den Himmel, wir hatten Wein und ich versuchte tröstende Worte zu finden.
Er fand die Mutter seiner heute erwachsenen und wunderschönen Tochter. Lebt nun mit einer anderen Partnerin zusammen. Weil es sich so ergab.

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