Sonntagsbild 457 (nach Sommerbeginn)

Tageszeit: Morgen
Sonnenaufgang: 5:08 Uhr
Wetter: bewölkt, noch trocken & 15 °C
Stimmung: rau
Zwischen Bäumen und Wolken am Himmel sich Chrizzys Träume bereit machen…

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Sonntagsbild 456

Tageszeit: früher Morgen
Sonnenaufgang: 5:06 Uhr
Wetter: wolkig & 14 °C
Stimmung: stumpf
Chrizzy, der sich an Stellen wie diesen ständig die Beine in den Bauch steht…

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Hausaufgabe

Bei Sem;kolon geben wir uns Hausaufgaben auf. Dazu geben wir uns ein möglichst wahllos gefundenes Stichwort. Z. B. indem wir die Bedienung unseres Lokals überfallen.
Dazu kann jeder in der Autorengruppe freiwillig und auf seine Weise einen Text verfassen. Die Texte tragen wir einander beim nächsten Mal vor und kritisieren sie.
Nun, keine Ahnung wie viel Bier und Wein beim letzten Treffen im Spiel war, wir einigten uns auf „Gaia“. Es könnte aber auch so gewesen sein, dass der kühne Drang, diese Herausforderung zu meistern, die Oberhand gewann.
Ich habe heute ein Drabble zum Stichwort geschrieben. Das muss ja exakt 100 Worte haben. Ich finde es immer erstaunlich, dass dann bei mir die Sprache sehr poetisch wird (Prosagedicht).
Einige Motive habe ich meinem aktuellen Buchprojekt entnommen.

 

In fernen Feuern

Du und ich. Deine, meine Seelen. Unsterblich und mit der Gabe des Erwachens. Reisende schon seit Beginn der Zeit. Ob jäh oder langsam uns der Tod ereilt, wir kehren zurück in Mutter Erde, Gaia. Wir sehen nicht, denken nicht, aber fühlen. Inmitten von Magma und Magnetismus. Wirbel flüssiger Formen, Farben und Erdklängen. Gaias Schoß. Treiben darin. Wenn es ihr gefällt, kommen wir in ein neues Leben. Dort erwachen wir bei Berührung der heiligen Bäume. Nichts, keine Gewalt kann verhindern, uns zu finden, uns zu lieben als Mann und als Frau. Du weißt, meine einzige Liebe, unsere Seelen sind einander sicher!

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Eingeordnet unter 2018, Bei Sem;kolon zu Hause, Buch 5, Das neue Buch

Mascara

Ich hab mir den Kopf
nach dir verdreht.
Zu spät …

Nahmst mein Herz,
das zuckend Fleisch
kalt gegrillt.

Grell gelacht.
Grell geschminkt.
Darunter die Schlange.

Ich muss den Atem
anhalten …
Liebe schmeckt anders.

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Eingeordnet unter 2018, Lyrik

Sonntagsbild 455

Tageszeit: Morgen
Sonnenaufgang: 5:08 Uhr
Wetter: regnerisch & 18 °C
Stimmung: scheißegal
Chrizzy, der es noch kannte, körperlich in eine Videothek zu gehen und Filme auszuleihen. Der Eintritt unter 18 Jahren war verboten…

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Oral History – Geschichte von unten II

Zweiter und letzter Teil

Diese wahre Geschichte handelt von meinem ersten Anlauf , mein Abitur nach zu holen, wobei ich gescheitert war. Ich musste gesundheitlich eine Zwangspause machen. Zuvor lernte ich unterschiedliche Menschen in meiner Klasse kennen. Und dann war noch die Sache mit Katja …1989 hatten die anderen die Prüfungen abgelegt.

Ich bekam eine Einladung zur Abschlussfeier meiner Stufe. Formal hatte ich das Abitur ja gar nicht bestanden, aber ich freute mich außerordentlich darüber!
Die Feier fand bei jemanden auf dem Land statt. Vielleicht eine Autostunde von allem entfernt. Anne nahm eine Freundin und mich in einem Wohnmobil mit. Darin wollten sie wohl auch übernachten. Wir mussten irgendwo rechts ran fahren. Weil die Ölstandanzeige aufleuchte. Der Öldeckel befand sich unter einer Abdeckung im Fahrerhaus. Anne kramte hinten nach einem Ölkanister. Der Motor lief noch, als sie Öl nach goss … Und der Motor spukte das Öl wieder aus. In Annes Gesicht. Anne stellte den Motor ab. Die Frauen fingen an, sich zu streiten, aber kriegten sich wieder ein. Mit genügend Öl im Motor kamen wir an.
Es war wirklich plattes Land. Ein zwei Häuser. Unbestimmbares Alter. Vielleicht mal ein Hof gewesen. Wir aßen und tranken. Und spät wurde es. Am Haus gab es Beleuchtung. Übrigens Katja war nicht dabei, und die Streberseniorinnen auch nicht. Da war noch ein Hecke. Und dahinter ein großer Tisch. Hier saßen die, die es auf jeder Party gibt. Die nie müde wurden, bei denen es immer etwas zu lachen gab. Der dicke Lutz und ein Typ, der mit Brille auf der Nase schlief, was ich im Männer-“Schlafzimmer“ sah, einige tapfere Mitstreiter und Nina und ich. Wir spielten Flaschendrehen. Zwischen Nina und mir hatte sich ein immer stärkeres Magnetfeld aufgebaut. Schade nur, dass es an einer leeren Bierflasche nichts metallenes gab.
Nach den ersten harmlosen Fragen, für den, auf den die Flasche zeigt, wurde der Einsatz erhöht. Lutz sagte: „Der, auf den die Flasche zeigt, soll Nina küssen. Richtig!“ Und er drehte die Bierflasche.
Vorher Nina zu fragen, ob sie es will, ist ihm nicht eingefallen. Auf der anderen Seite war sie die einzige nette Frau am Tisch.
Die Flasche wurde langsamer und ich betete immer wieder innerlich: „Nur nicht Lutz! Nur nicht Lutz!“ Das wäre einfach zu ekelig!
Die Flasche zeigte auf mich …
Ich stand auf, umarmte Nina, und wir küssten uns. Ich spürte deutlich, für sie war es keine lästige Pflichterfüllung. Sie schmeckte so toll!
Und weiter ging es. Ich hatte die Flasche zu drehen und forderte sämtliche Götter der Menschheitsgeschichte heraus, indem ich sagte: „Der, auf den die Flasche zeigt, muss Nina küssen. Richtig!“
Die Flasche drehte sich wieder. Und zeigte dann wieder – auf mich! Ich zu Nina, und da hatte ich das Gefühl, sie wollte nicht aufhören.
Ich schlug vor, zu Bett zu gehen. Die Wunderflasche wurde zum Leergut in den Kasten gestellt. Lutz wollte mir noch was sagen: „Du musst heute Nacht zu Nina gehen! Die steht voll auf dich!“ Wie heißt es so schön? Kinder und Besoffene sagen stets die Wahrheit? Lutz war irgendwie beides.
Von der Frau des Hauses habe ich noch erfahren, wo Nina schläft, dann bin ich mit den Jungs in unser Zimmer zum Schlafen. Schnell gab es variierende Schnarchszenarien. Hatte Lutz Recht? Wartete Nina oben auf mich? Was ist mit ihrem Freund? Ich musste es herausfinden. Leise schlich ich mich aus dem Raum der sägenden Männer. Ohne Licht einzuschalten in einem fremden Treppenhaus langsam nach oben. Da war sie. Ihr Bett hingestellt im Flur zwischen meinem Treppenabsatz und dem nächsten. Die Außenbeleuchtung warf Licht auf ihren seitwärts gebetteten Kopf. Sie ruhte. Wie immer mit diesem freundlichen, von Korkenzieherlocken umrahmten Gesicht. In tiefster Nacht noch Sonnenschein.
Ich saß draußen bis es Tag wurde. Auch die Hausbesitzerin war früh auf und sammelte vergessene Flaschen ein.
„Du kannst wohl auch nicht schlafen, was?“ schmunzelte sie.
Nein, konnte ich nicht. Weil es Jahre dauern wird, bis ich herausgefunden habe, ob es richtig war, Nina schlafen zu lassen. Tja, oder ich werde es nie wissen.
Sie hat ein sehr gutes Abitur gemacht. Konnte an die Hochschule, um Medizin zu studieren, was immer ihr Wunsch war. Aber dann ist sie daran gescheitert, dass sie sich zum Sezieren von Leichen nicht überwinden konnte.

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Eingeordnet unter 2018

Sonntagsbild 454

Tageszeit: früher Morgen
Sonnenaufgang: 5:11 Uhr
Wetter: bedeckt & 16 °C
Stimmung: Geberlaune
Chrizzy, dem manche seiner Ideen nicht gefallen…

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Eingeordnet unter 2018, Sonntag, Sonntagsbild

Oral History – Geschichte von unten

Diese Geschichte kann keiner erfinden. Sie ist also wahr. Den Beitrag, den ich lediglich dazu leisten werde, ist meine eigene Sprache nehmen, um sie zu erzählen.
1987 unternahm ich den Versuch, mein Abitur auf dem 2. Bildungsweg zu machen. Viel hatte sich in diesem Jahr bei mir getan. Ich hatte meine Berufsausbildung abgeschlossen, meine erste eigene Wohnung und ein Auto, um in der Nachbarstadt abends die Schule zu besuchen.
Es waren nette und merkwürdige Klassenkameraden. Und das gleiche Verhältnis bei den Lehrern.
Da waren die beiden Seniorinnen, die es noch mal wissen wollten. Oder Klaus, dem ein Fachabitur nach einer einjährigen Schulzeit reichte, um Bundeswehrpilot zu werden. Es gab den dicken Lutz, der einen Dackel hatte und zur Jagd ging. Bei Klassenarbeiten immer jammerte, dass er alles zu Hause gewusst habe, hier aber nicht mehr.
Anne sah ein wenig wie ein Kerl aus mit ihren kurzen Haaren, der kantigen Stirn und dem knochigen Körper. Martina. Sie rief mich mal zu Hause an, als ich gerade Spagetti kochte, um vor der Schule noch zu essen. Sie fragte mich, ob ich einen Text aus dem Deutschbuch interpretieren könnte, weil der in der Klassenarbeit heute Abend dran käme. Ich machte das zwischen Kochen und Nudeln abschütten so gut ich konnte. Unsere Deutschlehrerin nahm einen anderen Text …
Und da gab es noch Nina. Wo sie war, war es drei Stufen heller. Sie war klug. Wenn sie für alles hart gearbeitet hatte, spürte man das nicht. In einer Pause vor der nächsten Stunde fingen wir ein Gespräch über Sex an. Ich hatte eine bestimmte Sicht auf den Akt, wovon ich ein leichtes Bedauern für Frauen ableitete. Das sah sie als Frau ganz anders. Der Unterricht hatte begonnen und wir quatschten weiter. Auch als die Lehrerin zweimal nach uns sah, kamen wir nicht rein, so ein Moment wiederholt sich nicht, wir schwänzten die Stunde.
Es war gemein, wie die anderen über sie redeten, wenn sie nicht in der Nähe war. Sie wäre mit dem Ex-Freund ihrer Mutter zusammen. Das ist doch nicht gut für sie. Das hört sich fürsorglich an. Doch eigentlich ist es nicht mehr als Neid, Eifersucht und kleine Dinge klein halten wollen.
Und dann flog ich durch eine länger andauernde Erkrankung im hohen Bogen von der Schule in Katjas Bett. Die Gute war wohl die ganze Zeit in mich verschossen gewesen. Jedenfalls erkundigte sie sich bei mir, und lud mich ein, mich abzuholen und in ihrem Käfer zu ihr zu fahren. Was ich gehabt hätte, wollte sie wissen. Denn so einen wie mich, meinte sie, könne nur Krebs oder AIDS umhauen. Es war weder das eine noch das andere. Und sie? Wieso ist sie mir nie aufgefallen? Eine von den Stillen eben.
Kaum waren wir bei ihr, legten wir uns gemütlich auf ihr Bett. Das war kuschelig. Sie zeigte mir CDs, die sie aus dem Katalog von Zweitausendeins bestellt hatte. Ich wurde hilflos. Viel zu erzählen hatte ich noch nicht. Da küsste ich sie. Damit war das Eis gebrochen. Zumindest ihres. Sie erzählte in einem fort, als wäre ihr ein Damm gebrochen. Das konnte ich nur begrenzen, in dem ich sie weiter küsste.
Als sie mich abends zurück fuhr, waren wir sexuell aufgeladen. Sie wollte mich zu Bett bringen. Nun, dabei musste sie mich ausziehen. Denkt euch den Rest …

Wird fortgesetzt!

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Eingeordnet unter 2018, Gesundheit