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Hören 2.0

Dann lebte ich in einer dumpfen, leisen Welt. Nun bekomme ich – durch Technik – eine vergessene Welt wieder geschenkt.
Haare bürsten. Das macht ein Geräusch? Ich liebe jetzt alles, was raschelt! Papier, Kleidung, etwas über den Tisch ziehen.
Gestern bekam ich rechts und links Hörgeräte angepasst. Von der ersten Sekunde an hat es mir gefallen. Es gibt so viele Zivilisationsgeräusche neu zu entdecken! Inklusive Eigenklänge wie Stimme und Atem und Schmatzen.
Bei beiden Ohren ist die Diagnose ein Hörverlust der hohen Frequenzen und bei dem Rechten ein deutlicher Abfall der Hörleistung.
Mein TV konnte ich direkt mal um die Hälfte leiser stellen …
Das Wichtigste für mich ist, auf Entdeckungsreise zu gehen, wie sich nun alles anhört und ich es nicht als unangenehm oder zu laut empfinde. Das Gehirn soll sich wieder an alle Audioeindrücke gewöhnen. Die Toilettenspülung ähnelt den Niagarafällen …!
Der gute Hörgeräteakustiker meinte: „Aufsetzen und dann vergessen.“ Genauso mache ich es. Ab in eine wieder hergestellte, neue Hör-Welt.
Ich musste ihm gegenüber aber eins klar stellen: „Ich bin Musiker, Radiomacher, Musik- und Filmfan. Und arm wie eine Kirchenmaus!“
Daher konnte ich nur Hörhilfsmittel nehmen, die die Krankenkasse bezahlt. Auch wenn sie nun klassischer Weise oben außen am Ohr sitzen und dann dünne Plastikröhrchen in die Ohreingänge gehen, sind heutige Geräte für 0 € so klein und leicht, dass ich gar nicht spüre, ob ich welche trage. Es gibt, das muss man beachten, laufende Kosten für die Batterien.

Heute kommt der Alltagstest draußen!

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Groß, dick, schwer – und gut

… ich rede von meinem neuen Mikro.
Man sagt mir nach, ich hätte eine gute Stimme. Tief und sonor. Auf Lesungen höre ich das immer wieder als Rückmeldung. Es war mal ein Traum von mir, zum Radio zu gehen.
Doch die Radiolandschaft ist nicht mehr die sie war, nachdem zum WDR Radio hier in Nordrhein-Westfalen die Lokalradios hinzukamen. Die privaten Sender gingen laut Wikipedia 1990 auf Sendung. Da Niveau sinkt immer noch stündlich …
Nicht entgangen sind mir die unzähligen Internetradios. Leider ist das auch keine Möglichkeit für mich, Radio zu machen.
Aber es macht extrem Spaß, vor dem Mikrofon zu sitzen! Es war zwar eine Heidenarbeit, aber mit einem Autorenkollegen mal drei literarisch-satirische Sendungen für den Bürgerfunk hier in Münster zu produzieren, war einfach der Hammer! Vermutlich schmeißt sich die Tontechnikerin, besser gesagt die Medienpädagogin der VHS, noch heute vor Lachen auf den Boden. Ob es dann gehört wurde? Das eben weiß man nicht. Einzig meine Ex-Freundin hatte uns im Autoradio gehört und mir später gesagt, meine Stimme hätte sie sofort erkannt.
So sind wir wieder bei meiner Stimme. Und für die habe ich mir nun dieses geniale Mikrofon angeschafft. Einfacher geht es nicht, bloß ein USB-Kabel in den Rechner stöpseln, das Programm starten und Aufnahme läuft.
Mein erstes Projekt wurde eine CD für eine Freundin, die weit weg wohnt. Eine Art Mischung aus Radiosendung und Lesung (nicht ohne dezente, unterstützende Geräusche). Ich glaube, ich hab’s immer noch drauf! Und wieder festgestellt, dass für 15 Minuten fertiger Produktion ein ganzer Tag mit Sprechen, Schneiden, Musikauswahl und Moderationstexte schreiben um ist wie nix.

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