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Gut investiert

Gestern. Samstag. Der Bus spuckt mich 9:50 Uhr aus. Über die große Straße an der Ampel und während ich mich beeile raschelt Laub unter meinen Füßen.
Das Mövenpick Hotel. Das hatte ich im Kopf, als ich mir das Ambiente für die erste Geschichte in meinem neuen Buch vorstellte. Und die Veröffentlichung von „Nur einen Atemzug, einen Kuss entfernt“ soll hier auch gefeiert werden.
Bevor ich ins Restaurant gehe, wo ich einen Tisch für zwei reserviert habe (vier Wochen vorher Minimum), noch draußen nach ihr Ausschau halten. Nichts.
Also rein zum Empfang des Restaurants. Hier ist Hochbetrieb. Der freundlichen Dame im Mövenpick Dress sage ich meinen Namen und meine Reservierung. Sie ist ein Kopf kleiner als ich. Und das wird prompt zum Verhängnis. Während ich Raum und Gesichter scanne, ob meine Verabredung vielleicht auch schon da ist, soll ich ihr zu meinem Tisch folgen. Irgendwo gibt es einen Stau von anderen Gästen, der mich aufhält. Als ich weiter komme, habe ich die Mövenpick Angestellte verloren und finde sie nicht! Jetzt also nach zwei Personen scannen. Aber schnell hat sie mich wieder und der Tisch ist ok. Nah am Büfett und dem Koch für „Live“-Omeletts und -Rühreier.
Die Servicekraft für die Tische in meinem Bereich deckt noch ab und wischt den Tisch ab. Ich weise auf Krümel auf der Sitzbank hin. Ich finde, wenn ich schon ein weißes Hemd angezogen habe, kann ich mich auch arrogant benehmen. Mich zu bedanken vergesse ich ja nicht. Dann deckt er neu.
Ich stehe noch. Nervös immer der Blick auf meine Armbanduhr. Sie verspätet sich! War ja klar … Meine Mappe lege ich auf die Bank. Dann gehe ich zum Büfett. Zurück gekommen lasse ich mir Kaffee einschenken. Aber nur halb voll, den Rest mit Milch. Etwas Zucker.
Gerade als ich die erste Mohnbrötchenhälfte verzehrt habe, kommt sie, Frau Evrard vom sonderpunkt Verlag! Von einem anderen Eingang, den ich nicht beachtet habe. Ich finde, man kann spüren, wenn diese Frau einen Raum betritt. Keiner der ca. 80 anderen Menschen hier wird leiser oder verhält sich einen Deut anders. Aber sie ist eine Persönlichkeit. Neben ihr verblassen andere messbar. Wie könnte ich also ihre Unpünktlichkeit übel nehmen. Nur fünf Minuten und erst ein halbes Brötchen auf …
Während des Frühstücks entwickelt sich ein exorbitantes Gespräch. Gemeinsam erörtern wir die Aspekte eines neuen, eines vierten Buchprojekts in ihrem Verlag. Dabei stellt sich z. B. heraus, dass genau sie wieder die richtige Lektorin für den Stoff wäre, da sie sich in ihrem Studium schon mit der Thematik beschäftigt hat, die ich vorhabe zu verwenden.
Es ist längst still um uns geworden. Die anderen Gäste sind gegangen. Man deckt schon für das Mittagessen. Während sie die Qualität der Toiletten überprüfen will, weil sie noch nie hier war, zücke ich meine Karte und übernehme die Rechnung.
Als sie zurück ist, können wir voneinander noch nicht lassen. Sie schlägt vor, noch halbe Stunde irgendwo draußen zu sitzen und uns zu unterhalten. Weit brauchen wir nicht gehen, es stehen noch Stühle und Tische draußen am Mövenpick Restaurant.
Bei einem anregenden Gespräch vergessen wir die Zeit. Im Augenwinkel sehe ich zwar, dass drinnen das Mittagessen serviert wird. Doch das ist mir ebenso gleich wie die irritierten Blicke einiger Raucher, die sich auch hierher verirren und eine Weile unserem leidenschaftlichen Meinungsaustausch verfolgen.
Die Sonne scheint und wärmt. Mein Gegenüber wird stets perfekt beleuchtet. Das ist mir schon drinnen aufgefallen. Oft mal ein Lichtspot nur um die Augenpartie. Faszinierend! Letztes Jahr um diese Zeit, als wir uns trafen, um die Veröffentlichung des zweiten Buches zu feiern, hatten wir übrigens ebenso diesen prächtigen Indian Summer. Da waren wir im Café CoLibri.
Irgendwann fragt sie mich nach der Uhrzeit. Ich bin selbst überrascht: 14:20 Uhr. Ich finde, fünf Minuten Verspätung und eine geplante halbe Stunde so derb zu überziehen, steht in einem guten Verhältnis. Wir verabschieden uns und ich frage drinnen an der Rezeption nach der Lage der Bushaltestelle zurück.
Im Bus ist es viel zu warm. Ich stehe sowieso noch ganz unter Strom. Es könnte also einen vierten Aschenbrenner geben! Aus Kinderwagen schreien Babys während der Fahrt.

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Zwischenstand Buch 3

Ich sehe es kommen. Ungeduld ist mein zweiter Vorname. Ich werde meinen Verlag mit völlig überflüssigen Mails nerven. Zwar stets freundlich und rhetorisch galant, doch eigentlich nur auf ein und dieselbe Frage ausgerichtet: „Wann kommt mein Buch aus der Druckerei?“
Und dabei ist es noch nicht mal in Druck …
Wahnsinn! Die dritte Veröffentlichung ohne Selbstbeteiligung in einem Zuschussverlag. Der Puls rast!
Meine Lieblingslektorin setzt sich auch noch nach Kanada ab. Zwar nicht für immer, nur für die überschaubare Zeit eines Urlaubs, aber was mache ich, wenn ein Bär Appetit auf sie hat? Ich hätte schwer etwas dagegen! Bei unserem gestrigen Telefonat ließ sie einen Satz fallen, der mir so klang als hätte sie gesagt: „Es ist erst Mitte August.“ Wir peilen den September als Veröffentlichungstermin an, am liebsten hätte ich gemault: „Es ist schon Mitte August!“ Aber das tue ich meiner Lieblingslektorin nicht an, nicht vor ihrer kleinen Weltreise, nicht vor Kanada und Seattle. (Ob sie mir eine Gitarrensaite von Hendrix mitbringt?)
Also Warten. Ich kann ja mit Buch 5 beginnen. Denn Buch 4 ist – in der Rohfassung – fertig, und Frau Evrard vom sonderpunkt Verlag hat ihr Interesse daran ausgesprochen.

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Christoph Aschenbrenner im sonderpunkt Verlag Münster:
„Ultraviolett – 14 Momentaufnahmen aus unbestimmten Tiefen“, Feb. 2014, Taschenbuch, A6, 46 S., 4,90 €, ISBN: 978-3-95407-035-0
„Live! Poet auf der Bühne“, Sep. 2014, Taschenbuch, A6, 46 S., 4,90 €, ISBN: 978-3-95407-040-4

Zum sonderpunkt Verlag

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E-Book? Für mich kein Thema.

Bevor mein drittes Buch beim sonderpunkt Verlag in den Druck geht, ein wenig dazu, warum es in der konventionellen Weise als Papierausgabe und mit einem Vertrag mit einem Verlag erscheint.
Dies mag ja manchen schon altmodisch anmuten. Denn das Zeitalter der E-Books und des Self-publishing ist angebrochen! Beim letzten gibt es schon spezialisierte Verlagssparten, die den Veröffentlichungswilligen Hilfestellung geben. Und die Branche boomt.
Meine Standardantwort auf die Frage, ob es mich als E-Book gibt, lautet: „Ja, wenn du dir die Seiten selbst einscannst.“
Vielleicht ändere ich irgendwann meine Meinung. Niemand wird aber bestreiten, dass es eine Menge absoluten Mist, Ramsch und bodenlosen Schwachsinn auf diesem Sektor gibt. Gleichzeitig haben gute, sorgfältig hergestellte elektronische Bücher ihre Anhänger. Hier gilt eben, wer mag, soll es tun. Man mag mich demnach altmodisch nennen. (Nebenbei, meine Taschenbücher sind im A6-Format, die passen zu dem E-Reader auch noch in die Jackentasche.)
Ich gebe gerne zu, ich wäre zunächst überfordert, meine Manuskripte technisch in die Formate zu bringen, die sich dann auf den vielen uns bekannten Plattformen im Internet downloaden lassen. Und sie darüber hinaus noch zu vermarkten. Geht’s noch? Ich muss mir als Autor das nicht auch noch antun! Ranking-Listen überwachen, Preise anpassen oder mal einen Gratisangebotstag raushauen. Lotto spielen ist einfacher … Nein, da brauche ich meinen Verlag. Ein fachkundiges Lektorat, die Überwachung des Drucks und einen Vertrieb, alles Dinge, bei denen sich der Autor betreut fühlt.
Trotzdem habe ich auch einige E-Books anderer auf der Festplatte. (Und sie waren allesamt erst mal futsch, als ich mit dem Betriebssystem XP nicht mehr online ging …) Den Liebhabern echter Bücher brauche ich da vom haptischen Erleben nichts zu erzählen. Auch nicht von der permanenten Platznot für all die schönen Bücher in der Wohnung. Wichtig für mich als Schriftsteller ist einfach meine persönliche Entscheidung: Es bleibt bei den Papierausgaben. In dieser Form habe ich das Lesen gelernt. Habe ich später bis tief in die Nacht geschmökert und die Warnung der Eltern ignoriert, davon bekäme man schlechte Augen.
Vieles erleichtert und verändert die immer schneller werdende elektronische Entwicklung. Auch mein Paperback käme ohne sie nicht mehr aus der Druckerei. Aber aus irgendeinem Grund ein Buch wirklich anfassen zu können, das meinen Namen trägt, ist jedoch einfach viel schöner.

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Sonntagsbild 268, 6:01 Uhr, 14.09.2014

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Tageszeit: früher Morgen
Sonnenaufgang: 7:01 Uhr (nach 7 Uhr! Und Sonnenuntergang früher als 20 Uhr!)
Wetter: es regnet nicht & 13 °C
Stimmung: verbessert
Chrizzy, der vorrätig ist…

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Sonntagsbild 262, 5:36 Uhr, 3.08.2014

262

Tageszeit: Morgen
Sonnenaufgang: 5:53 Uhr
Wetter: bewölkt & 17 °C
Stimmung: gut drauf, Dankeschön Bob Marley!
Chrizzy, der die eigene ISBN-Nummer immer wieder inspirierend findet…

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Kritiken zum zweiten Buch

Es sollte wie eine LP oder CD sein, die statt meiner auf Tournee geschickt wird – „Live! Poet auf der Bühne“, mein zweites Buch im sonderpunkt Verlag. Nur sieben Monate nach dem ersten Buch „Ultraviolett“ erschienen und jetzt sechs Wochen „auf Tour“ fallen die ersten Rückmeldungen positiv aus.

Die meisten finden, dass es nach dem ersten Buch eine Steigerung ist. Vielen gefällt das „Live!“-Buch besser, es sei authentischer und heiterer. Gelungen sei das Konzept einer „Live-“ bzw. „Lesungsatmosphäre“ mit Einblicken hinter die Kulissen. Die präsentierten, publikumserprobten Texte seien gut ausgewählt und zusammengestellt.

Und die Umschlaggestaltung trifft voll ins Schwarze. ;-)

Interessante Kritik hier auf der Seite „Querblatt“: http://www.querblatt.com/

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Mein neues Buch könnte schon im August 2014 erscheinen

Das Lektorat für das zweite Buch im Sonderpunkt-Verlag ist abgeschlossen.

Meine Lektorin und ich haben viel weniger Arbeit damit gehabt, als bei „Ultraviolett“. Es ist nicht so, dass schon Routine eingekehrt ist, doch mir war klar, worauf es beim lektorieren ankommt. Daher ging es leichter. Und wir hatten auch wieder eine Menge Spaß dabei.

Mein Entwurf für den Buchumschlag ist auch schon genommen worden – mit der Beurteilung „sehr, sehr gut“. Dies ist etwas worauf ich ungemein stolz bin. Üblicherweise übernimmt der Verlag die Gestaltung des Covers. Woher soll auch ein Autor wissen, worauf es ankommt und was ein verkaufsförderndes Design ist. Nicht, dass ich in dieser Hinsicht ein Werbeprofi wäre, doch da für mich Inhalt und Optik eines Buches eine Einheit bilden, habe ich mir Gedanken gemacht.

Zum Inhalt des Buches kann ich folgendes sagen. Das neue Buch wird ein grobes Thema haben. Es erscheint vor dem Hintergrund eines 20-jährigen Jubiläums. Mein Bühnenjubiläum als lesender Autor. 1994 hatte ich mit der Autorengruppe Sem;kolon meine erste literarische Lesung vor Publikum. Der Kreis schloss sich dieses Jahr mit einer weiteren Lesung der Gruppe.

Auf der letzten Seite des Buches soll es eine Liste mit einer kleinen Auswahl von Lesungen geben, an die ich teilgenommen oder allein bestritten haben. Außerdem war es eine Lesung, bei der der Sonderpunkt-Verlag auf mich aufmerksam wurde …!

Obwohl wieder literarische Kurzprosa im Vordergrund steht, wird es auch einige Hinweise auf Lesungsatmospähre geben. Daher hier exklusiv eine Textprobe aus dem neuen Buch:

„Ich erinnere mich daran, dass einer der unseren an der Kasse zur Eintrittskarte jedem ein Exemplar verscherbeln wollte. Dass hundert Menschen die Location füllten, wo sonst Konzerte von Newcomer-Bands stattfanden. Dass es noch Ärger gab, weil sie uns die hauseigene Verstärkeranlage plötzlich nur gegen Aufpreis zur Verfügung stellen wollten. Aber dann gehörte die Bühne der literarischen Vielfalt von Sem;kolon!  […]“

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Das Buch kann bald auf der Homepage des Verlages vorbestellt werden. Es wird 4,90 € kosten und wird voraussichtlich den Titel haben: „Live! Poet auf der Bühne„. Ein genauer Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest, er könnte vor dem Herbst dieses Jahres sein.

URL zum Verlag:

http://www.sonderpunkt-verlag.de/stamm/de/anfang.php

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Exposé für ein zweites Buch geht an den Verlag

Am Ende aller Wünsche stehen neue Wünsche. Ich meine, das gute alte Wort, das mein alter Herr immer sagt – Wer rastet der rostet – bewahrheitet sich hier wieder. Dazu ist mein Lebenswandel auch viel zu unruhig, und ich spreche von meinem Innenleben.

Insgeheim hatte ich schon daran gedacht, aber ich betone, dass der Verlag es als erster ansprach: Ein zweites Buchprojekt. ULTRAVIOLETT lief bzw. läuft gut. Unternehmerisch ist gegen einen zweiten „Aschenbrenner“ also nichts einzuwenden.

Wird es sich auch künstlerisch bewähren? Man wird sehen! Es heißt jetzt erst mal:

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