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„Urbanicty“ geht in den Druck!

Da ist die Generation der Väter. Die haben in der Fabrik gearbeitet.
Wir arbeiten heute in Büros. Mit Computern.
Man lebt in Städten, in denen die Zeit fliegt.
Was bleibt, wer erinnert sich noch, wenn du den letzten Atemzug …

Christoph Aschenbrenner: Urbanicity
sonderpunkt Verlag, Greven, Reihe Sonderpunkte 67
Lektorat: Marianne Evrard
ISBN: 978-3-95407-072-5
Taschenbuch, Format A6
ca. 40 Seiten
Preis: 4,90 €

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Eingeordnet unter 2017, Buch 4, Das neue Buch

Ein Tag auf der Arbeit

Dieser Beitrag ist überflüssig. Er will von meinem ersten Arbeitstag nach Krankheitsausfall berichten, doch bitte nur lesen, falls Ihr gerade nichts anderes zu tun habt. Das Laber-Gen, welches ich habe, erfüllt auch puren Selbstzweck. Bisous Vorschlag, mich „berufstätiger Autor“ zu nennen, gefällt mir immer mehr.
Heute Morgen habe ich um 7:30 Uhr das Haus verlassen, was ich als sehr gutes Zeichen werte, denn so habe ich wenigstens nicht verschlafen … Ich muss drei unterschiedliche Buslinien erwischen. Ich arbeite in einem Stadtteil weit draußen. Wenn die Linie 9 zu spät an einer bestimmten Haltestelle ankommt, kann es vorkommen, dass ich die Linie 6 knapp verpasse. Das ist eingeplant – aber bei diesem Frost äußerst unangenehm! Heute Morgen hat alles geklappt, dennoch hätte man mich zum Zaunpfähle einschlagen benutzen können, so verfroren war ich …
Es muss schon etwas mit mir nicht stimmen, wenn ich nicht wie folgendermaßen den üblichen Auftritt hinlege. Ich setzte mein liebstes Guten-Morgen-hier-ist-der-Chef-Lächeln auf, grüßte unten jeden, der mir vor die Flinte kam, und rauschte die Treppe hinauf. Die meisten grüßten zurück. Die wenigen waren so in ihre Aufgaben vertieft, dass sie lediglich meinen Luftzug spürten. Als sie aufschauten, war ich schon oben, wo mein deutliches „Morgen, Jungs!“ die Abteilung erfreute.
Hier eine kleine Erklärung. Oben in der Abteilung werden Computer, Laptops und Handys repariert. Ein reiner Männerjob, das hat sich eben so ergeben. Und Chef von irgendetwas bin ich natürlich nicht. Ich tue so, weil es kaum ältere Personen in dem Laden gibt als ich, auch mein direkter Gruppenleiter ist viel jünger.
Ich durchschritt die Computerwerkstatt und kam ins Allerheiligste. Dem etwas kleineren Raum für Programmierungen. Heute Morgen war ich der erste. In aller Ruhe schälte ich mich aus meinen Winterklamotten und hing den Mantel weg. Mein Rechner. Mein heiliger Rechner schien so auszusehen, wie ich ihn verlassen hatte. Mein Rechner ist in Wirklichkeit der meines Teamkollegen, der viel mehr Arbeitserfahrung und Programmierkenntnisse hat als ich. Allerdings ist er ein Jahr jünger, was heißt, er darf mir ruhig alles beibringen, muss sich aber auch mein Laber-Gen gefallen lassen. Doch da kann er gut mithalten …
Mir fällt gerade auf, dass ich ziemlich auf mein Alter herumreite. Die Späßchen, die ich treibe, konnte ich jedoch schon in jüngeren Jahren …
Da war ich nun allein, hatte Ruhe, draußen versteckte sich die aufgehende Sonne hinter Nebel und Kälte und ich fuhr „meinen“ Rechner hoch. Das machte er brav bis er eine Password-Eingabe forderte. Na super! Kaum war man hier zwei Wochen weg, sicherten sie mir „meinen“ Rechner mit einem Password vor mir ab. Es war vorher jedenfalls nicht da. Ich wusste sofort, wer’s eingerichtet hatte, und versuchte es zu knacken.
In dem Moment kam mein Teamkollege und erlöste mich und nannte mir das Zauberwort. Da sagte ich mir, läuft doch alles rund heute. Für private Sachen war wenig Zeit, denn ich sollte SQL-Datenbanken installieren. Es blieb trotzdem genug Zeit, den anderen dabei zu zuhören, welche Keyboards und Synthesizer für welche Zwecke geeignet wären, und wie man nach den Ursprungsmodellen googelte und nach den besten der besten heutzutage mit astronomischen Preisen. „88 Tasten!“ habe ich mir gemerkt … Am Ende kam die Idee auf, eine Band zu gründen, die Pink Floyd Musik spielen sollte. Mein Teamkollege am Schlagzeug, ein anderer am Keyboard und ich an der Gitarre. Bevor wir die Welttournee planen konnten, war leider meine Arbeitszeit um und ich trat den Heimweg an.
Ich arbeite vier Stunden. Vielleicht würde manche einer sagen, dass es sich dafür nicht lohnt, aufzustehen. Aber besser so als garnix!
War es Erschöpfung, die Kälte oder eine total langsam arbeitende Behörde, von der immer noch keine Post kam, zu Hause fehlte jeder Funke Leben in mir. Dennoch musste dies raus. Vom berufstätigen Autor. Es gäbe so viel mehr zu sagen, doch der Beitrag ist hier zu Ende.

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Foto: Tim T.

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Schon jemand “Windows 10” runter gesaugt?

Ich war äußerst skeptisch!
Weshalb verschenkt ein gigantisches, kapitalistisches Unternehmen wie Microsoft ein neues Betriebssystem?
Ein Kollege mit mehr Ahnung erklärte mir, damit auf diese Weise der App-Markt erobert wird.
Trotzdem. Windows 10. Gratis. Von Microsoft.
Würde auf meiner alten Klapperkiste, ein Netbook, das große Geschenkpaket von immerhin 3 GB überhaupt laufen? Mein Kollege meinte, das liefe schon! Das war aber nur psychologisch, richtig wissen konnte er es nämlich nicht.
Denn das fremde Fensterchensymbol auf meiner Taskleiste meines gewohnten Betriebssystems hatte sich, ungefragt übrigens, frühzeitiger bei mir angeheftet als bei ihm. Wo er doch so scharf darauf war, denn dies hieß, zu den Auserwählten zu gehören. Auserwählt von Bill Gates Nachfolgern persönlich auf Windows 10 upgraden zu dürfen. Schnell war das wieder relativiert. Es ist eine Auslieferung an den kompletten Planeten. Nur wer einen „Apple“ hat, wird davon verschont. Doch die haben ja auch mal was bekommen, ein neues Album von U2. Ungefragt und geschenkt.
Egal, der Tag X würde kommen und ich werde bereit sein! Mein Tag X kam und ging … ohne Windoof 10.
Ich habe doch alles richtig gemacht, woran lag es? Ich habe die Lizenzvereinbarung Wort für Wort gelesen und dabei bestimmt sämtliche Datenschutzrechte verschenkt. (Bloß nicht darüber nachdenken …) Die Installation brach an einer bestimmten Stelle von selbst ab. So auch bei mehreren weiteren Versuchen. Den Einen Ring bekam ich nicht zu 100% voll. Mein altes Betriebssystem wurde wieder hergestellt. Soweit ok.
Die Softwareentwickler von Dingsbums 10 wurden ja schon mit der Einstellung geboren, wenn ein Computer einwandfrei funktioniert, dann ist er veraltet. Ich teile diese Ansicht nicht, ganz und gar nicht. Ein Versuch noch!
Wir hatten hier extrem heiße Witterung. Vielleicht wurde beim Download und der Installation des Microsoft-Präsents einfach „nur“ der Prozessor überhitzt? Ich habe tatsächlich von außerhalb Prozessor und Festplatte mit meinem Zimmerventilator aus nächster Nähe während des Vorgangs mitgekühlt! Was soll ich sagen? Nach Stunden – es hat geklappt! Dies hier tippe ich schon über Windows 10 ein.
Mir war übrigens nach dem erfolgreichen Upgrade nicht die Frage wichtig, was ist neu, was kann das andere Betriebssystem besser sondern was funktioniert nicht mehr? Aber alles ist an seinem Platz, an dem es sein soll, alles funktioniert. Nur die Optik ist gewöhnungsbedürftig, ja bescheiden. Ob man das irgendwo einstellen kann?
Ein heißer Tipp von meinem Kollegen: Vorher von allen wichtigen Dateien eine Sicherheitskopie machen. Man weiß ja nie, nicht wahr?

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