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Samstag-Special

Am heutigen Samstag ist nichts speziell, gar nichts, nichts Besonderes. Das kann ich beweisen.
Nachdem es über den Nachmittag schwül und drückend war, regnet es nun. Mehr oder minder stark. Wo weiß ich nicht, im Haus, oder im Haus nebenan oder auf der anderen Straßenseite, hört jemand bei offenem Fenster laut Musik. Was man heute so hört. Ich glaube, für Egerländer Polka werden Musikanlagen nicht mehr gebaut.
Um in Ruhe schreiben zu können, halte ich mit Musik dagegen, und muss daher meine Fenster auf Kipp nicht schließen, wo der Regen mal heftig oder weniger an die Scheiben trommelt.
Mir fällt ein, dass in Kürze die Fußball Europameisterschaft ist. Dann wird man zu den Spielzeiten auch noch das Gebrüll ertragen müssen. Halleluja …
Ich hatte eine Einladung zu Kaffee und Käsekuchen – das reinste Gift für meine Diät. Und ich habe noch meinen Süßstoff für den Kaffee selbst mitgebracht. Darüber amüsierte sich der Käsekuchen über alle Maßen. Er schmeckte übrigens als selbstgemachter Kuchen perfekt wie von einem Bäcker in der achten Generation. Leider. Ich haute rein …
Dann wanderte eine DVD mit einem Film mit Louis de Funès in den Schacht des Players. Es war nett, das berühmte „Hirnsausen“ auf einem Groß-TV zu erleben.
Ich kettete mein Fahrrad draußen an, statt es in meine Diele zu stellen. Das war durchaus Berechnung. Falls es regnen würde, hätte ich einen Grund, es nicht zu benutzen. Dass es regnete, war absehbar. Das sind die schönen kleinen Tricks, sich selbst in die Pfanne zu hauen …
Ich habe also nicht das Gefühl, dass dieser Samstag der Höhepunkt der Woche war und wird. Nur eins kann ich positiv berichten: es geht mir gut dabei!

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Mini Pizza by myself & 2001

Manchmal belege ich ein getoastetes Toast mit was ich noch so im Kühlschrank finde. Aber trocken, also keine Butter oder Margarine. Das kann Schinken sein, Salami etc. Dann kommt oben einfach eine Scheibe Käse drauf. Und alles ab in die Mikrowelle. Nur so lang bis der Käse geschmolzen ist. Ist dann wie eine Selfmade-Pizza auf die Schnelle. Habe da eigentlich keinen Namen für. Und ist vielleicht auch anderen bekannt. Aber darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus.

Ich habe bei dieser Art Speise regelmäßig ein Déjà-vu. Ich muss immer wieder und wieder an den Film „2001: Odyssee im Weltraum“ denken. Stanley Kubricks Meisterwerk von 1968. Wahr ist, ich habe die DVD von diesem Film. Auch wahr ist, dass ich ihn mir von Zeit zu Zeit anschaue. Und weiter wahr ist, mir für den schnellen Hunger diese Toast-Pizzen zu machen. Aber welchen Zusammenhang das hat, das ist mir schleierhaft!

Ist es das hypnotisierende Computerauge von HAL 9000, oder die Szene, wo der alternde Astronaut Bowman in diesem barocken Zimmer eine Mahlzeit einnimmt oder einfach, dass ich den DVD-Player mal auf Pause stellte, um mir schnell etwas zu essen zu machen? Ich weiß es nicht! Ich weiß nur, summt meine Mikrowelle (wie das Triebwerk eines Raumschiffs vielleicht?), denke ich prompt an Vormenschen, Monolithen, Raumstationen und Also sprach Zarathustra.

Jetzt stelle ich mir gerade vor, ich bin in einer Zeitschleife gefangen. Ich schaue „2001“, mache irgendwann Pause, gehe in die Küche und stell mir was für die Mikrowelle zusammen. Und dann geht das Ganze von vorne los. Immer und immer. Okay. Und was ich gemacht habe, all die Zeit und die Erlebnisse, die ich seit dem hatte, tauchen lediglich als Traum- oder Trugbilder in meinem Bewusstsein auf. Die Wirklichkeit ist Film gucken und Minipizza – endlos …

Ich rette mich mit der Erklärung eines Freundes, (er hat den Doktorgrad in Physik): „Déjà-vus sind lediglich ein Anzeichen von Übermüdung.“ Jo, Schlaf hat mir gefehlt … Heute gehe ich bestimmt zeitig zu Bett!

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Herzensangelegenheit

Der Anruf kam, als ich mir gestern von der Arbeitswoche geplättet eine DVD anschaute. Rechts die Erdnussflips, links Fernbedienung und Telefon.
Es war ihr Mann. Und viel sagte er nicht. Sie hätte es überstanden, das waren seine Worte.
Ich ließ den Film Film sein und krabbelte unter der Decke hervor, und während ich mir einen Tee aufgoss, dachte ich nach.
Wer da gerade etwas überstanden hatte, war eine Freundin, die sich einer Herzoperation unterziehen musste. Mein Gott, sie ist jünger als ich, und musste an sich das Gleiche machen lassen wie mein Vater damals.
Ich habe daher erlebt, dass so eine OP auch ein Eingriff in das emotionale Zentrum ist. Wer Körper und Seele trennt, ist immer auf dem Holzweg. Wenn sie es „überstanden“ hätte, hoffte ich für sie, sie wird es auch psychisch verkraften.
Bei all den Enttäuschungen, den Kränkungen und menschlichen Zurückweisungen, die man erlebt hatte, könnte man von Narben auf dem Herzen sprechen, fiel mir ein. Narben sind wetterfest und nahezu unvergänglich. Es hat einen etwas geprägt und im günstigsten Fall machte man das Beste draus.
Ich konnte nicht mehr sagen, wie mein Vater seine Herz OP überstanden hat, es waren bestimmt nicht bloß die Medikamente. Er hatte unser aller Unterstützung. Sein Eingriff liegt mehr als 25 Jahre zurück und dieses Jahr feierte er seinen 83. Geburtstag. Geistig rege und ohne Hilfe mobil.
Daher wünschte ich meiner Freundin beste Betreuung, eine erholsame Reha, und dass wir unser nächstes gemeinsames Treffen nicht verschieben müssen, um sie – Herz an Herz – umarmen zu können.
Als ich wieder an meinen Tee dachte, war der Teebeutel noch drin und die Tasse kalt geworden.

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