Schlagwort-Archive: Gedicht

Heute

… sah ich, wie der Wind Laub trieb
… flogen Zugvögel
… durfte ich lachen

… musste ich nicht im Regen an der Bushaltestelle stehen ohne Dach ohne Sitz
… lief ich nicht mit einem Rudel angestochener Schweine um das goldene Kalb
… stand ich nicht im Stau als Sondermülldeponie und Rußschleuder, was man Auto nennt

… konnte ich schlafen
… hatte ich Sorgen übrig um meinen Vater
… habe ich mich erinnert

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Bis später!

Bis später?
Jetzt! Jetzt muss es gelingen.
Minuten zerrinnen, Monate eilen.
Es gibt nur dieses eine Mal
zum Verlieren oder Siegen.
Als ich klein war und noch
begriff, was die Welt zu-
sammenhielt, wurde
der größte Schmerz
zu lernen,
was wir brutal
der Erde angetan.
Nun fliegen die
Jahre davon.

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Dieses Mal vielleicht

Warum du gegangen bist, weiß ich nicht.
Ob da noch mehr Leben auf mich wartet,
kann ich nicht sagen.
War Liebe eine reife, wilde Frucht,
suche ich in der Asche,
mache meine Hände schwarz.
Ich komme nicht hoch,
schlafe zu wenig oder zu viel.
Wann sprach ich offen mit einem Freund?
Ich bin nicht da,
wenn ich durch die Straßen gehe,
wenn ich arbeite. Neun bis fünf.
Da küsst mich ein Lächeln!
Karussell im Bauch und
Hände zittern.

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Wind schreit

Gespenster, Gespenster kommen in der Nacht.
Draußen kalt und der Orkan brüllt dich an.
Ich fand mich bei einer Frau.
Ein Künstler zeigte ihr Bilder.
Und ich brabbelte vor mich hin.
In der nächsten Nacht
saß ich mit Jugendlichen bei einem Video.
„Paris, Texas“, feixte ich und man warf mich raus.
In der folgenden Nacht
war ich bei den Pfadfindern.
Alles klar, genug Bier war da.
Und keine Fragen. Mitgefühl.
Gespenster ziehen Nacht für Nacht
um die Häuser.
Kalt und laut
der Orkan.
Öffne
niemanden
die Tür!

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Ende August

Letzte Motorräder knattern im Ohr.
Schwalben haben sich davon gemacht.
Morgens mit Jacke.
Regen kommt.
Normal wird es lange nicht.
Der Friedhof wurde erweitert.
Für vergessene Träume.

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Rocker

Ich mach den Stecker rein und dreh‘ alle Knöpfe auf zehn.
Ich habe mich schon viel zu lang versteckt.
Vielleicht merkt jemand, wie sehr ich um Hilfe schrei‘?
Spür‘ den Bass unter meiner Bauchdecke.

Analog? Digital? Egal.
Es muss meine Musik sein.
Die von früher, als ich rechts ran fahren musste,
weil ich vor Tränen nichts mehr sah.

All die schlaflosen Nächte unter Kopfhörern.
All die Bestellungen. Kaufsucht?
Wie die Dinge liegen, wird nichts einfacher mehr.
Vater, Mutter, warum habt ihr mich nicht gewarnt?

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Hausaufgabe

Bei Sem;kolon geben wir uns Hausaufgaben auf. Dazu geben wir uns ein möglichst wahllos gefundenes Stichwort. Z. B. indem wir die Bedienung unseres Lokals überfallen.
Dazu kann jeder in der Autorengruppe freiwillig und auf seine Weise einen Text verfassen. Die Texte tragen wir einander beim nächsten Mal vor und kritisieren sie.
Nun, keine Ahnung wie viel Bier und Wein beim letzten Treffen im Spiel war, wir einigten uns auf „Gaia“. Es könnte aber auch so gewesen sein, dass der kühne Drang, diese Herausforderung zu meistern, die Oberhand gewann.
Ich habe heute ein Drabble zum Stichwort geschrieben. Das muss ja exakt 100 Worte haben. Ich finde es immer erstaunlich, dass dann bei mir die Sprache sehr poetisch wird (Prosagedicht).
Einige Motive habe ich meinem aktuellen Buchprojekt entnommen.

 

In fernen Feuern

Du und ich. Deine, meine Seelen. Unsterblich und mit der Gabe des Erwachens. Reisende schon seit Beginn der Zeit. Ob jäh oder langsam uns der Tod ereilt, wir kehren zurück in Mutter Erde, Gaia. Wir sehen nicht, denken nicht, aber fühlen. Inmitten von Magma und Magnetismus. Wirbel flüssiger Formen, Farben und Erdklängen. Gaias Schoß. Treiben darin. Wenn es ihr gefällt, kommen wir in ein neues Leben. Dort erwachen wir bei Berührung der heiligen Bäume. Nichts, keine Gewalt kann verhindern, uns zu finden, uns zu lieben als Mann und als Frau. Du weißt, meine einzige Liebe, unsere Seelen sind einander sicher!

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Eingeordnet unter 2018, Bei Sem;kolon zu Hause, Buch 5, Das neue Buch

Mascara

Ich hab mir den Kopf
nach dir verdreht.
Zu spät …

Nahmst mein Herz,
das zuckend Fleisch
kalt gegrillt.

Grell gelacht.
Grell geschminkt.
Darunter die Schlange.

Ich muss den Atem
anhalten …
Liebe schmeckt anders.

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