Schlagwort-Archive: Gedicht

Hausaufgabe

Bei Sem;kolon geben wir uns Hausaufgaben auf. Dazu geben wir uns ein möglichst wahllos gefundenes Stichwort. Z. B. indem wir die Bedienung unseres Lokals überfallen.
Dazu kann jeder in der Autorengruppe freiwillig und auf seine Weise einen Text verfassen. Die Texte tragen wir einander beim nächsten Mal vor und kritisieren sie.
Nun, keine Ahnung wie viel Bier und Wein beim letzten Treffen im Spiel war, wir einigten uns auf „Gaia“. Es könnte aber auch so gewesen sein, dass der kühne Drang, diese Herausforderung zu meistern, die Oberhand gewann.
Ich habe heute ein Drabble zum Stichwort geschrieben. Das muss ja exakt 100 Worte haben. Ich finde es immer erstaunlich, dass dann bei mir die Sprache sehr poetisch wird (Prosagedicht).
Einige Motive habe ich meinem aktuellen Buchprojekt entnommen.

 

In fernen Feuern

Du und ich. Deine, meine Seelen. Unsterblich und mit der Gabe des Erwachens. Reisende schon seit Beginn der Zeit. Ob jäh oder langsam uns der Tod ereilt, wir kehren zurück in Mutter Erde, Gaia. Wir sehen nicht, denken nicht, aber fühlen. Inmitten von Magma und Magnetismus. Wirbel flüssiger Formen, Farben und Erdklängen. Gaias Schoß. Treiben darin. Wenn es ihr gefällt, kommen wir in ein neues Leben. Dort erwachen wir bei Berührung der heiligen Bäume. Nichts, keine Gewalt kann verhindern, uns zu finden, uns zu lieben als Mann und als Frau. Du weißt, meine einzige Liebe, unsere Seelen sind einander sicher!

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Eingeordnet unter 2018, Bei Sem;kolon zu Hause, Buch 5, Das neue Buch

Mascara

Ich hab mir den Kopf
nach dir verdreht.
Zu spät …

Nahmst mein Herz,
das zuckend Fleisch
kalt gegrillt.

Grell gelacht.
Grell geschminkt.
Darunter die Schlange.

Ich muss den Atem
anhalten …
Liebe schmeckt anders.

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Eingeordnet unter 2018, Lyrik

Meine Aufmerksamkeit

Zu den Klängen
Meiner Favoriten
Spiele ich die Tastatur
Und es entsteht
Poesie
Denke ich an Dich.

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Eingeordnet unter 2018, Lyrik

Lesen Sie selbst

Januar schreibt mein Buch.
Februar kommen Erinnerungen in den Cognac.
März zeuge ich ein Kind.
April suche ich die Tür zum Austieg aus dieser Welt.
Mai hat Vater Geburtstag, wird von Jahr zu Jahr weniger.
Juni bis Juli bin ich dort, wo ich nicht sein will.
August sah mal deutlich besser aus.
September serviert Quark mit Früchten.
Oktober kann ich fliegen.
November campe ich an Klagemauern.
Dezember bringt mein Baby.

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Eingeordnet unter 2018, Buch 5, Das neue Buch, Lyrik

Anker & Fels

Nimm mich in die Arme.
Möchte nicht erfrier’n.
Nur ein Stück Hoffnung.
Ich bitte dich darum.
Was du in mir siehst,
werde ich sein.

Treibende Gefährten.
Dem Tosen entgegen.
In den Gezeiten der Sterne
bleiben wir beide
als menschlich zurück.

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Eingeordnet unter 2017, Lyrik

Auf der Kippe

Zu einer bestimmten Zeit
an einem besonderen Ort
treffen wir aufeinander
und wissen, wir lieben uns

Die Tage, die Nächte
und die Monate
reihen sich aneinander
voll Wärme und Nähe

Und dann, so
plötzlich, wird
keine Liebe er-
widert

Grausam, nicht
mehr lieben zu
dürfen, doch

die einzige Möglichkeit
zu überleben …

… wenn man leben will.

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Eingeordnet unter 2017, Lyrik

Herzzeit

Tanzen unter fallenden Blättern,
fetzen über das Laub.
Du und ich spüren den Wind,
ein Rausch.
Kuss! Kuss! Kuss!
Im Bistro heiße Getränke
zu glänzenden Blicken.
Geben aus das letzte Geld.
Wächst schon wieder nach.
Draußen dunkelt der Regen die
Welt, aus deren Takt wir kommen.

Ich bring dich, wohin du willst.

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Eingeordnet unter 2017, Lyrik

Brenne für mich

Mein Sex ist wie Lava,
sie kommt über dich!
Diese Hitze überstehst du nicht,
es hilft keine Feuerwehr!

Denkst du, meiner Liebe
könntest du widersteh’n,
machst du cool auf Eiswürfel?
Babe, du schmilzt, schmilzt!

Babe, hast in Flammen gestanden
für ein kurzes Glück und
dir die Finger verbrannt. Denn
ich muss immer Feuer legen. Woanders.

Asche aufs Haupt.

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Eingeordnet unter 2017, Lyrik