Schlagwort-Archive: Gitarrenmusik

Judgement Day

In dieser Welt gibt es keine Anständigkeit und Ehre mehr. Und keine gute Musik. Wer erinnert sich noch an Whitesnake, Def Leppard & Co.?
Es ging nicht wirklich um die langen Mähnen, die Lederjacken und -hosen. Äußerlichkeiten.
Uns war bewusst, dass der Planet dem taktischen atomaren Overkill entgegen steuerte. Der folgende nukleare Winter würde die Spezies Mensch vollends aus der Geschichte löschen.
Niemand unserer Generation ignorierte das. Die jeweiligen Jugendgruppierungen gingen nur anders damit um.
Popper wollten noch so viel Kohle machen, wie es ging. Die Müslis gingen demonstrieren. Und wir mochten laute, schnelle Gitarrenmusik, die das Pentagon und der Kreml nicht überhören konnten.
Letztlich war es ein Mann, der dem Irrsinn des Kalten Krieges ein Ende setzte. Und er war Russe. Gorbatschow. Mann, was der geraucht hat, hätten wir auch gerne …
Heute sind meine Haare nur deswegen lang, weil ich mich wegen der Corona-Pandemie nicht zum Friseur traue.
Habe so viele Kumpels umfallen sehen. Vom Glauben, von den Institutionen Hard Rock und Heavy Metal abkehren sehen. Auch ich sitze meine Zeit bis zur Rente in einem Büro ab. Meine Seele brennt nur noch, wenn ich nach einem Scheißtag ein Iron Maiden Album auflege. Wenn sich der Plattenteller wieder dreht.
Und die schicken Mädchen mit wild toupierten, gesträhnten Haaren? Sie fuhren auf Nummer sicher. Lieber einen Mann aus der Versicherungsbranche, der ein guter Vater ihrer Kinder ist. Mann, der stand auf Modern Talking …!

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Die Verwandlung: Küche in Studio

Da braut sich etwas zusammen! Angefangen hat es damit, dass ich meine Westerngitarre griffbereit und stets gestimmt in die Küche gestellt habe. Ich wollte in Schreibpausen mal wieder ein paar Akkordwechsel üben. Mein großer Schreibtisch steht eben in der Wohnküche. Und Schwupps, kamen die E-Gitarre, ein paar Effektgeräte und nicht ein sondern zwei Verstärker hinzu.
Gestern, nein, gestern kurz vor Mitternacht, habe ich aus dem Keller ein analoges Sound-Mixer-Pult hochgeholt. Dieses gnadenlos geniale Teil hat mir damals meine Ex vom Flohmarkt mitgebracht. Freilich als sie noch nicht meine Ex war. Stolz war sie, zu Recht, denn sie hatte das Ding gehörig runter gehandelt. Ich wusste nur nicht, wie es funktioniert. Bis gestern. Die Jam Session heute Nacht war einmalig! Man kann nicht nur z. B. einen CD-Player anschließen, sondern eben auch die E-Gitarre einstöpseln und so mal eben in Jean-Michel Jarres Erstlingswerk „Oxygene“ ganz neue Akzente setzen mit einem Mörder Echoeffekt. ;-) Und meine beiden Verstärker spielen dabei die Stereo Ausgangsboxen.
Der Franzose hat sein elektronisches Meisterwerk übrigens in seiner Küche produziert … Little Boots auch.
Mir macht es einfach unheimlich Spaß, völlig planlos zu musizieren, das Gitarrengriffbrett rauf und runter zu wandern und schamlos Sounds zu erzeugen. Ein Ziel habe ich damit nicht. Bevor ich weiter an einem Buchprojekt arbeite, brauche ich mal etwas anderes. Eine Konzertgitarre ist bestellt … :-)

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