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(ohne Titel)

Ich habe noch nicht mit jemanden persönlich gesprochen. Niemanden aus dem Kriegsgebiet. Kein Flüchtling. Keine Muslime. Niemanden, der hier so respektlos behandelt wurde. Beim Ausländeramt. Beim Jobcenter. Und gerade aus dem Bus geworfen wurde, wegen einem Kaffe-to-go Becher in der Hand. „Es ist verboten!“ schrie der Busfahrer, dass ich es an der Haltestelle hören konnte. Wo ich saß. Wohin sie zurück kehrte.
Sehr gut gekleidet war sie. Gut deutsch konnte sie. Die junge Frau entschuldigte sich. Fragte: „Wo kann man sich beschweren?“
„Bei den Stadtwerken. Ich hasse Busfahren so sehr, dass ich mir ein Fahrrad gekauft habe.“
Tonlos meinte sie: „Ich bin in Deutschland.“
Ich versuchte zu sagen: „Sie dürfen hier sein. Sie dürfen sich hier einrichten …“
„Und Arbeit“, kam es ganz leise.
„ … und arbeiten! Es ist Ihr Recht! Aber die meisten“, ich machte eine weit ausholende Geste, „wissen das nicht.“
Ich sah Tränen in großen braunen Augen.
Genau die Tränen, die vergossen wurden, als das Gebell der Geschütze näher kam, als die ersten Verwandten getroffen wurden, als sie rannte, rannte um ihr Leben.
… jetzt ist sie in Deutschland.

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Vom Frauen hassen

Ich stehe etwas unter Zeitdruck. Ich möchte diesen Beitrag fertig schreiben, bevor meine Zigaretten ausgehen. Sie rauchen nicht am Rechner, nicht in der Wohnung, überhaupt nicht? Sind Sie eine Frau?
Männer tun das, also ich tue es.
Ich mag Frauen, so ist es nicht. Ich liebe sie. Am liebsten in meinem Bett. Ja, Beziehungen hatte ich auch. Letztendlich sind sie alle an einer Sache gescheitert. Ein Lehrer hat das früher mal treffend formuliert: „Frauen suchen den Vater ihrer Kinder.“ Es spielt keine Rolle, ob ich mich nicht fortpflanzen will oder kann, absolut jede, die ich traf, wollte meine Gene, und verweigerte ich sie, war ich nicht mehr begehrens- und liebenswert.
Hatte ich meine Natur also im Griff, schrie ihre Gebärmutter nach Arbeit. Im Grunde ein Urinstinkt, der sich Studentinnen, Vegetarierinnen und Töchter wohlhabender Häuser ebenso wenig entziehen konnten, wie unsere Eltern, denen wir unsere Existenz verdanken.
Man kann sich diesen latenten Konflikt sicher gut vorstellen. Wer ist gerne allein? Wer wird gerne alleine alt? Aber du bekommst partnerschaftliche Gemeinschaft und Sex nicht ohne windelscheißende Kinder. Gut, meine Meinung, muss keiner mit mir teilen. Womit ich wieder beim allein sein bin …
Ich treffe jeden Tag Frauen. Die meisten haben ihren männlichen Genpool schon lange im Schlepptau. Es ist schwer, das Selbstwertgefühl aufrecht zu halten. Nicht zu verbittern. Nicht zu hassen. Objektiv gesehen kann ja das weibliche Geschlecht und speziell diese und jene da nichts an meiner Einsamkeit. Im Grunde ist es ja die Einstellung, die etwas blockiert.
Allerdings kann ich auch nicht den Papa vorheucheln und fuck to go betreiben. Ist es nicht erschreckend, wie viele alleinerziehende Mütter es gibt?
Die Bilanz meines bisherigen Lebens – das erschreckend lang war – ist, dass die Vaterrolle nie meine gewesen ist. Trotzdem! Ich habe es satt, dass gefühlt 99 % der Frauen, die ich kenne, bereits vergeben sind und der Rest Kinder will.

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Weihnachtswunsch

Lasst uns doch dieses Jahr etwas total Verrücktes tun. Hassen wir zu Weihnachten! Seid unhöflich und unfreundlich zueinander. Lasst uns mit den Finger auf andere zeigen und ihre Fehler überall herum erzählen. Mobben wir Schwächere! Seien wir intolerant zu allem, was uns fremd ist! Bestehen wir auf Bürokratie, Amtswege und Vorschriften, nur um anderen das Leben schwer zu machen. Zeigen wir uns am Heiligen Abend unversöhnlich, verächtlich und überheblich. Seid nur auf euren eigenen Vorteil bedacht und gönnt niemandem etwas Besseres als das, was ihr selbst habt. Streut untereinander Zwietracht, Unfrieden, Streit und Uneinigkeit. Lügt bis sich die Balken biegen!
Schwer wird’s nicht sein. Wir machen das ja das ganze Jahr über …

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