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Ein Einsprecher

Gestern habe ich im Studio meinen Text Zwischen einem Mann und einer Frau (hier am Montag, 21. November 2016, als Beitrag veröffentlicht) eingesprochen. Oder aufgesprochen. Na, jedenfalls ins Mikro gepustet.
Für mich war das eine spontane Angelegenheit. Ich hatte nur vor, der weltbesten Tontechnikerin Christine einen USB-Stick zu geben. Und dabei ist sie nicht bloß eine Reglerschieberin und Cutterin, sie ist Medienpädagogin.
„Hast du den Text dabei?“ fragt sie.
Ja. Zufällig. Ich wollte ihn für die Autorengruppe kopieren. Dann fällt mir ein, dass sie ihn haben wollte, weil sie einen Beitrag über unsere Weihnachtsmärkte hier macht. Hat sie ihn überhaupt zu Ende gelesen?
Ok, dann wird der Besuch bei Christine eben länger.
Ich bitte um eine Flasche Mineralwasser. Richtige Postion vor dem Mikrofon einnehmen. Vorlesen üben. Sie stellt den Aufnahmepegel ein. Und los!
Schön, sich selbst wieder über die Kopfhörer zu hören. Tief und laut. Aufnahme beendet. Job getan? Nein.
Sie findet das Ende des Textes ok. Inhaltlich passt alles. Aber wo ist der Christoph, den sie kennt? Ich schleppe mich ja gerade zu durch. Als seien die Gesichtsmuskeln paralysiert, gelähmt.
Ich höre mir das alles ruhig an. Dann gehe ich auf dem verkackten Weihnachtsmarkt draußen ein paar Zigaretten durchziehen.
Ich gehe wieder nach oben und Christine und ich machen ernst. Nach einem zweiten Durchgang ist sie zufrieden.
So wird am nächsten Freitag in der Bürgerfunkzeit des Lokalradios eine Sendung sein, in der man mich dann hören wird. Ich weiß nicht mal, welche Sendung das ist, aber meine Stimme hört man aus tausend heraus …

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Groß, dick, schwer – und gut

… ich rede von meinem neuen Mikro.
Man sagt mir nach, ich hätte eine gute Stimme. Tief und sonor. Auf Lesungen höre ich das immer wieder als Rückmeldung. Es war mal ein Traum von mir, zum Radio zu gehen.
Doch die Radiolandschaft ist nicht mehr die sie war, nachdem zum WDR Radio hier in Nordrhein-Westfalen die Lokalradios hinzukamen. Die privaten Sender gingen laut Wikipedia 1990 auf Sendung. Da Niveau sinkt immer noch stündlich …
Nicht entgangen sind mir die unzähligen Internetradios. Leider ist das auch keine Möglichkeit für mich, Radio zu machen.
Aber es macht extrem Spaß, vor dem Mikrofon zu sitzen! Es war zwar eine Heidenarbeit, aber mit einem Autorenkollegen mal drei literarisch-satirische Sendungen für den Bürgerfunk hier in Münster zu produzieren, war einfach der Hammer! Vermutlich schmeißt sich die Tontechnikerin, besser gesagt die Medienpädagogin der VHS, noch heute vor Lachen auf den Boden. Ob es dann gehört wurde? Das eben weiß man nicht. Einzig meine Ex-Freundin hatte uns im Autoradio gehört und mir später gesagt, meine Stimme hätte sie sofort erkannt.
So sind wir wieder bei meiner Stimme. Und für die habe ich mir nun dieses geniale Mikrofon angeschafft. Einfacher geht es nicht, bloß ein USB-Kabel in den Rechner stöpseln, das Programm starten und Aufnahme läuft.
Mein erstes Projekt wurde eine CD für eine Freundin, die weit weg wohnt. Eine Art Mischung aus Radiosendung und Lesung (nicht ohne dezente, unterstützende Geräusche). Ich glaube, ich hab’s immer noch drauf! Und wieder festgestellt, dass für 15 Minuten fertiger Produktion ein ganzer Tag mit Sprechen, Schneiden, Musikauswahl und Moderationstexte schreiben um ist wie nix.

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