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17 Monate Hörgeräte oder 40 Songs bei Spotify später

In tiefer Trauer um meinen Vater habe ich mich letztes Jahr von meiner Autorengruppe selbst chirurgisch entfernt. Ich fühlte mich erleichtert.
Ich konnte nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden, besser gesagt, alle anderen waren gegen mich, bildete ich mir ein. Ich ließ das Schreiben sein.
Ich bekam einen Termin in meiner HNO-Praxis, wo ich lange nicht mehr war. Dort arbeitete eine neue Ärztin mit, die mich dann behandelte.
Ich wollte klären lassen, warum ich das Gefühl hatte, mein rechtes Ohr höre nicht mehr so gut, wie das andere. Ob es Schaden gelitten hätte. Ich hatte ein altes Kühlschrankfach aus Glas in der Mülltonne mit dem Hammer zerborsten, und der Schalldruck traf wie eine Explosion direkt das Rechte …
Diese Ärztin war verdammt penetrant. Ich war wegen ihr beim CT und beim MRT. Um Erkrankungen auszuschließen.
Am 20. April letztes Jahr stand aber zuerst der Hör- und Sprachtest an. Ewig her, dass ich einen Hörtest gemacht hatte. Inzwischen erinnere ich mich, dass beim letzten, es muss in den 90er Jahren gewesen sein, das rechte Ohr auch schon eine Hörminderung hatte. Der damalige Arzt meinte nur, da könne man nichts machen. Ich habe es verdrängt.
Letztes Jahr wurde ich nach den Tests wieder ins Sprechzimmer gerufen und die Ärztin sagte: „Setzen Sie sich erst mal, bitte!“
Oha!
„Sie brauchen Hörgeräte!“
Vieles schoss mir durch den Kopf. Aber nichts davon war negativ. Zum einen, es kostet mich nichts, ich wusste, die Krankenkasse zahlt das. Als Musiker, akustische und E-Gitarre, wäre es vielleicht ein Gewinn. Früher pries ich meine Hifi-Ohren. Es tut nicht weh. Und man sieht sie bestimmt kaum.
Also leistete ich nicht den geringsten Widerstand.
Es mussten noch einige Papiere ausgefüllt werden, doch direkt nach diesem Termin überquerte ich schon die Straße, wo sich ein Hörgeräteakustiker befindet, der seitdem mit dem Hörgeräteakustikmeister der Laden meines Vertrauens ist.
Oh, wunderbare Klangwelt! Längst vergessene Alltagsgeräusche kamen mir wieder zu Ohren. Ich finde das alles immer noch sensationell! Und es ist ärgerlich, dass ich nicht mit meinen Hörgeräten schlafen kann …! Musik, die ich zum Einschlafen leise anmache, hört sich dann wieder wie Hund an.
Das Schreiben war passé. Aber ohne kreative Beschäftigung kann ich nicht leben!
Auf den Tag genau heute vor einem Jahr erwarb ich bei meinem Musikhaus als Download ein Programm. Es war eine Digital Audio Workstation. Kurz DAW. Und mit der zugehörigen Hardware, der Audioschnittstelle, fing ich an, eigene Musik zu machen. Genre: hauptsächlich Electronic & EDM. Das muss und wird nicht jeder mögen.
Doch es ist festzuhalten, dass es ohne Hörgeräte, die ich vorsichtig unter die Kopfhörer stecke, nicht möglich gewesen wäre.
Meine Hörbehinderung erstreckt sich nicht nur auf verminderte Hörleistung, es werden auch hohe Frequenzen nicht mehr wahrgenommen. In der Musik kommt es aber auf alle Töne an, tiefe und hohe.
Mein Hörgeräteakustiker sagt, die Bässe höre ich wie ein 18-jähriger, aber bei den Höhen müssen die Hörgeräte helfen.
Inzwischen habe ich insgesamt 40 Musiktitel für Spotify, Deezer & SoundCloud produziert. Eine gute Jahresbilanz!
Ich bin kaum dazu gekommen, CDs von „richtigen“ Musikern und Bands zu kaufen.
Es wäre aber Illusion zu glauben, ich hätte eine große, treue Fangemeinde. Nee!
Wenn es für mich leicht war, Zugang zu den großen Streaming-Diensten zu bekommen, ist es das für andere ebenso. Es gibt eine erdrückende Konkurrenz. Im Januar d. J. wurde ich mal in eine Playlist gewählt. Das ist ein nennenswerter Erfolg.
Meine Musik ist nicht schlecht. Aber ich bin nicht mein Manager. Daran hakt es.
„Was soll’s!“ sagte mein Vater oft.
Li rum la rum Löffelstiel, wer nichts wagt, gewinnt nicht viel, sage ich.

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Ade

Als Schriftsteller habe ich alles erreicht, was man sich nur wünschen kann. Buchveröffentlichungen. Rauschende Lesungen. Den eigenen, unverwechselbaren Schreibstil entwickelt. Einige Auszeichnungen und Preise. Presse. Radio. TV. Und über fast 30 Jahre Top-Mitglied einer Autorengruppe. Nur den Roman habe ich nicht geschrieben.
Aber.
All das bin ich leid. Es bedeutet mir nichts mehr. Ich leide sogar an der Berufskrankheit, dass ich kein Buch eines Anderen mehr lesen kann, ohne den wachsamen Literaturkritiker in mir.
Ich habe einen Freund, der festgestellt hat, dass sich sein Leben alle zehn Jahre ändert. Es fing an mit 10 Jahren Sport. Laufen und Leichtathletik. Dann kam eine Dekade Studium und Promotion. Danach Autor. Jetzt ist er verheiratet …
Ändert sich mein Leben auch in zeitlichen Zyklen? Ich weiß nur eins. Meine kreativen Ideen gehen mir nie aus. Schreibe ich nicht, setze ich meine Energie in Musik um. Alles, was ich dazu brauche, ist mein Laptop.
Seit langer Zeit, und dieses Jahr äußerst intensiv, komponiere ich meine KlangCollagen. So nenne ich meine KlangKunst. Äußerst verrücktes Zeug.
In der hiesigen Zeitung stand dazu mal ein langer Artikel. Unter dem Titel „Christoph Aschenbrenner und die Malerei mit Tönen“ las man:

rockWas täten die Leute ohne Aufnahmen, ohne Mitschnitte, Tonträger? wurde John Cage gefragt. „Dann hätten sie Musik. Jetzt haben sie Aufnahmen und glauben dann, Musik, sei etwas wie Aufnahmen …“ Der erste klassische Pianist, der diesen Unterschied erkannte und dies konsequent in seiner Arbeit umsetzte, war Glenn Gould. Im von etlichen Kulturkritikern als „U-Musik“ diffamiertem Bereich sind die Grenzen fließender. Und die Avantgarde kennt sie nicht? Christoph Aschenbrenner, Student der Publizistik, kümmert die Diskussion um Theorien wenig: Er nimmt Klänge, Musik, Geräusch und fügt sie neu. Die von ihm auf Kassetten gezogenen Klangcollagen nennt er „Malerei mit Tönen“.

(aus Westfälische Nachrichten, 11.04.1992, von Nils Plath)

Ja, lange her! Inzwischen wurde aus dem analogem das digitale Zeitalter. Und meine KlangKunst blieb aus urheberrechtlichen Gründen im Underground. Ich arbeite daran, dies zu ändern.
Ich knüpfe nun die ersten zarten Kontakte zur elektronischen Musikszene vor Ort. Ideal wäre für mich eine Gruppe von Soundtüftlern, die sich ihre Werke vorstellen, Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge anbringen. Das wäre wie bei der Autorengruppe Semikolon – nur ohne Literatur.

Hier ein Beispiel:
KlangCollage mit dem Titel „Mini“ (0:38 min)

Die E-Gitarre spiele ich selbst. Ich betone ausdrücklich, dass ich als Künstler diese KlangCollage produziert habe und keine kommerziellen Interessen verfolge.

Hört Euch das wilde Ding bitte an. Schreibt dazu Kommentare. Und dem Schreiben an sich werde ich auch weiter treu sein!

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Hören 2.0 – The Dark Side Of The Moon

Jede Münze hat zwei Seiten, nicht wahr? Und es gibt die Helle und die Dunkle Seite der Macht. Das Gute und Böse.
Heute saß ich zum dritten Mal meinem Jedi-Meister gegenüber. Ich bin ein gelehriger Padawan gewesen.
Die Hörerlebnisse mit meinen beiden Hörgeräten rechts-links schilderte ich ihm in prallen Farben.
„Vom Papierrascheln, frisch und crisp, kann ich als Schriftsteller nicht genug kriegen! Ich höre wieder, wie sich Wind an den Ohrmuscheln verfängt. Ich höre das Zischen von Süßstofftabletten, wenn sie sich in Tee auflösen, obwohl Musik im Hintergrund läuft. Und ich wusste nicht mehr, dass es eine elektrostatische Entladung geben kann, wenn man sich den Pullover über die Haare zieht. Ich hatte es vergessen, weil ich es nicht mehr hörte!“
„Ich habe meine frühere Welt zurück! Und die Geräte gebe ich nicht mehr her!“
Der Hörgeräteakustiker schien gerührt zu sein. Es freue ihn sehr, sagte er, dass ich das so positiv aufnehme, denn für viele Kunden könne das alles Störgeräusche sein.
Darunter musste er als Fachmann gelitten haben. All die negative Energie …
Ich spürte für einen Moment ein Ungleichgewicht der Macht. Als Padawan fühlte ich mich in Versuchung, ihm einen Streich zu spielen.
Plopp! Ein Knopf seines Hemdes sprang am Äquator auf. Er hatte einfach nicht mehr darauf geachtet, dass sein Bauchumfang physikalisch nicht in sein blaukariertes Hemd passte. Übrigens, ich sehe ihn nur in dieser Sorte Hemd. Er wird praktischerweise ein dutzend Identische davon haben.
Wie auch immer. Störgeräusche ist für nicht der richtige Begriff, auch, wenn das in Fachkreisen wohl so verwendet wird.
Als Jedis waren wir einer Meinung. All das wieder zu hören, was sich schleichend verabschiedet hatte, kann zu Überforderung des Patienten führen. Die nicht mehr gewohnten Geräusche führen dazu, dass das Hörgerät leider abgelehnt wird und in Ecken herumliegt. Irgendwann ist auch das beste Einstellen der modernsten Geräte an ihre Grenzen gekommen.
Wie schön, habe ich ihm jedenfalls in dieser Hinsicht nicht den Tag versaut.
Doch nachdem ich ihm versichert habe, wie glücklich ich nun mit den Hörhilfen im Alltag bin, hatte ich noch ein Problem damit, die Kehrseite der Münze, die ich ihm vortrug – und als Unkundiger nicht wissen konnte, ob der Meister das wird lösen können.
Es geht einfach um mein exzessives Musik hören. Mit den Hörgeräten, die im Alltag sowohl die hohen Töne verstärken, als auch, besonders auf rechten Seite, die Hörleistung anheben müssen, hörte sich meine Lieblingsmusik zum Kotzen an!
Aber Hallo! Wo komme ich denn dahin, wenn ich auf meiner analogen Standardanlage nun alle hohen Gesangsstimmen und Gitarren als kreischende Kreissägen wahrnehmen muss und meine geliebten Bassgitarren und Drum Rhythmen dabei untergehen?
Hörverschlechterung ok, aber auch, als ich gut noch gut hörte, war ich verrückt nach Bässen in Musik. In dieser Gesinnung habe ich Musikanlagen ausgesucht und eingestellt. Daher habe ich es auch lange nicht bemerkt, dass die hohen Frequenzen meines Hörvermögens verschwunden sind.
Ich hatte geradezu Testreihen durchgeführt: Musik aus den 60er Jahren bis heute. Und auffällig immer dann, wenn ich meine Referenz-Musikanlage leiser stellte. Gut, dass muss eine Macke der Hi-Fi-Anlage sein. Doch ich muss ja keine Nachbarn mehr quälen, wenn die Hörgeräte meine Hörleistung verstärken, oder?
Diese Anlage ist noch voll analog. Sie ist so alt, dass sie mit nichts anderem als Halbleitertechnik arbeitet. Und das war damals beim Kauf schon fortschrittlicher als im Raumschiff Enterprise von James T. Kirk. Heute muss ja jeder Toaster eine Mikrochip haben …
Und das trug ich dem Jedi-Meister vor.
Ich war präzise: Ich möchte keine Kreissägen in meiner geliebten Rockmusik durch die neuen Hörgeräte hören. Punkt.
Ich sagte: „Für den Alltag bin ich mit den jetzigen Modellen zufrieden. Aber Musik hört sich nun fürchterlich an. Die Höhen kommen verzerrt und viel zu aggressiv rüber. Die Geräte deshalb aus den Ohren nehmen, ist keine Option, weil mein linkes Ohr im exakten Stereophasenraum ja zu wenig hört.“
Beeindruckend, nicht wahr? Das ist aber mein Fach-Speech, wenn es um Musik und Akustik geht. Warum soll ich das einem Fachmann, der das gelernt hat, denn nicht auch konkret so benennen? Egal!
Es hat heute nicht mal eine viertel Stunde gedauert, da wurde ich wieder in die Welt gelassen – mit einem propper „Musikprogramm“.
Zuhause. Testreihen. Erste CD. Erstes Album der Beatles. Ein rockiges Lied. Laut und dann leise. Und ohne das neue Musikprogramm.
Es ist eine verdammte sehr gute Remaster-CD! Trotzdem, mit den Hörgeräten kreischen die Kreissägen und, verhext noch mal, gerade dann, wenn ich die Lautstärke niedriger einstelle.
Und nun der gleiche Song, aber ein Tippen am Hörgerät und mein spezielles Musikprogramm läuft. Es ist ja nach meinen Wünschen konfiguriert, sofern es technisch machbar war.
JAAA! Paul pumpt mich mit seinem Bass tief in die Sofakissen. Ringo trommelt sicher wie ein Metronom. John gibt am Mikro alles – ohne Kreissäge zu sein. Und die Gitarre von George? Sie perlt daher! So wie einzelne Kuhglocken, die von behäbig grasenden Kühen auf der Alm mal hierhin und dorthin getragen werden. Und das Ganze noch exakt in Stereospektrum. Wobei man als Fan weiß, der Gesang ist mehr auf der rechten Seite.
Direkt danach die Rolling Stones gehört. Der letzte Hit. Aktuell vom letzen Jahr. „Living in a Ghost Town.“ Ein moderne Produktion. Es ist mit dem Musikprogramm meiner Hörhilfen immer noch alles an seinem gewohnten Platz, hat die gleiche Intensität und das bluesige Feeling.
Möge die Macht in Euren Ohren sein!

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Eingeordnet unter 2021

Écriture automatique 2.2

Fenster. Ungeputzt.
Winterkälte.
Straßenlicht.

Ohne Schlaf.
Fette Musik.
Aus jeder Ecke.

Erinnerungen.
Neu verzerrt.
Machen Angst.

Nie Soldat.
Nicht verteidigt.
Vater- und Mutterland.

Stabil.
Alle anderen:
Leckt mich!

Im Dunkel.
Musik in jeder Ecke.
Elektrobeats.

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2020, Lyrik, Musik

Écriture automatique 2.1

Fenster. Ungeputzt.
Winterkälte.
Straßenlicht.

Ohne Schlaf.
Fette Musik.
Aus jeder Ecke.

Erinnerungen.
Neu verzerrt.
Machen Angst.

Stabil.
Alle anderen:
Leckt mich!

Im Dunkel.
Musik in jeder Ecke.
Elektrobeats.

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2020, Lyrik, Musik

Beats & break

Ich höre einige CDs ab.
Abhören oder durchhören sind eine andere Art von Musik hören, als es die meisten Leute machen.
Für mich geht es hier um zwei chronologisch hintereinander folgende Studioalben eines bestimmten Musikers.
Ich möchte heraus hören, an welchen Stellen eine Weiterentwicklung oder Variation von Bewährtem stattgefunden hat. Ich erkenne auch Anleihen und Zitate anderer Musikstile oder gar von konkret anderen Musikern. Und warum.
Noch dieses Jahr wird eine neue CD des Musikers veröffentlicht.
Übrigens werde ich nicht verraten, um wen es hier geht …
Wenn man Fan einer Musikart oder einer bestimmten Band oder Musikkünstlers ist, freut man sich wie Hulle auf etwas Neues!
Ob aus den Medien und Internet oder durch Freunde, diese Nachricht läuft einem irgendwann über den Weg. Um muss zuerst mal sacken.
Die einen wollen dann so viele Informationen vorab wissen und sammeln, wie sie nur kriegen können. Anderen würde genau das die Vorfreude verderben. Der Zauber des Moments, sein Exemplar in den Händen zu halten und frei jeder anderen Meinung das Unbekannte zu erkunden.
Zu den Letzeren gehöre ich.
Es gibt viele Dinge, groß oder klein, an denen persönliche Gedanken, Handlungen und Emotionen verknüpft sind. Oder als Anker im Strom der Zeit herab gelassen sind.
Drei Beispiele.
Die Generation meiner Eltern konnten viel auf die Frage antworten: „Wo warst du, als Kennedy starb?“
Das Äquivalent in meiner Generation war: „Was hast du gemacht, als John Lennon ermordet wurde?“
Und die folgende Generation wird nie den 9/11 vergessen.
Bei mir funktioniert das im Kleinen auch mit Musikalben. Die zwei Longplayer meines anonymen Musikus sind von 2013 und 2018. Also folgt jetzt eins in 2020.
Natürlich reflektieren Musik und ihre Musiker auch ihre Zeit. Anders als ich. Musikschaffende wissen nichts von meinen Höhen und Tiefen, nichts von den Erinnerungen, die mir aus den beiden Jahren hier kommen, wenn ich keine intensive Musikbetrachtung betreibe, sondern sie so höre, wie es normalerweise jeder macht – als Unterhaltung.
Ich werde hier nicht alles ausbreiten, was mir hochkommt. Es geht um Meilensteine im linearen Zeitverlauf. Leuchtfeuer aus Musik, die mir helfen, in mein früheres Leben abtauchen zu können.
Das sei Zeitverschwendung, argumentieren einige. Das ist mir egal. Der Schlüssel für meine Zukunft liegt offen in meiner Vergangenheit.
2013. Der große Streit in einer langjährigen Männerfreundschaft. Und seitdem nichts mehr von ihm gehört. Nach kurzer Zeit ging es aufwärts. Nicht nur, dass ich mich besser fühlte, auch Ende diesen Jahres wurde in meinem Verlag mein erstes Buch vorbereitet.
Wer da einen kausalen Zusammenhang erkennt, möge ihn mir bitte erklären …!
2018. Meine Schwester und mein Schwager feierten den 1. Geburtstag ihres Kindes. Das ist nun nichts großes oder weltveränderndes. Außer für das Kind …
Ich habe keine Kinder, doch sie ist das schönste, klügste und wunderbarste Wesen auf diesem verrückten Planeten. Garantiert!
Wenn bald das neue Album meines Idols erscheint, werde ich mich später, nehme ich an, und das werde sehr viele, wenn sie an 2020 denken, an die Corona-Pandemie erinnern.
An alle Ängste und Sorgen. Nöte. Wie sich schlagartig das Leben änderte. Nun der Atemschutz, die Hygiene und der Abstand das Leben prägten. (Ohne die Vorstellung davon gehabt zu haben, Einzelne könnten gegen diese simplen Maßnahmen zum Wohle der Allgemeinheit Widerstand entwickeln.)
Keine Ahnung, ob es auf dem zu erwartenden Album meines modernen Barden einen Corona-Song gibt – ich kann eine Zeitmarke setzen, eine Verknüpfung erstellen und einen Wiederherstellungspunkt bestimmen. Musik scheint mir dafür am besten geeignet.

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Eingeordnet unter 2020, Musik

Alte Liebe Nylon

Meine erste Gitarre war ein Geschenk meiner Eltern. Eine Konzertgitarre. Also eine akustische mit Nylonsaiten. Bis heute weiß ich nicht, wo sie sie gekauft haben. Und eigentlich auch nicht, warum …
Dankbar brachte ich mir im Selbststudium Griffe und Rhythmen nach Lehrbüchern bei, die mir eine Schulfreundin empfahl. Sie hatte während eines langen Krankenhausaufenthalts das Gitarre spielen gelernt.
Wenn ich mir heute die alte Gitarre ansehe, leider unbrauchbar, kann ich kaum glauben, auf diesem „Brett“ Töne entlockt zu haben! Die Saitenlage war viel zu hoch. Das ist der Abstand der Saiten zum Griffbrett. Der Hals viel zu breit. All das machte es mir als Anfänger nicht leicht, saubere Töne zu erzeugen. Meine Greifhand wurde sehr stark, was mir bis heute zu gute kommt.
Trotzdem war ich mit viel Enthusiasmus dabei. Als man mir noch zur Schulzeit eine gute, gebrauchte E-Gitarre anbot, griff ich zu. E-Gitarren haben Stahlsaiten. Das ist ein anderes Feeling unter den Fingern. Hals und Saitenlage sind für das Spiel mit viel dünneren Saiten ganz anders ausgelegt. Also habe ich auch bei akustischen Gitarren Stahlsaiten immer geschätzt.
Dabei blieb es dann bis vor knapp drei Jahren. Bis ich mir dachte, he, ich kann mir doch noch eine Gitarre zulegen. Ab Fabrik. Es müsste ja nichts teures sein. Nur sollte sie wieder Nylonsaiten haben.
Nun habe ich wieder eine Konzertgitarre. Und sie hat eine wunderbare Saitenlage, einen passenden Hals. Wenn ich die Saiten anschlage, steht der Klang lange warm im Raum. Irgendwie ehrlich.

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Eingeordnet unter 2018, Musik

Herzzeit

Tanzen unter fallenden Blättern,
fetzen über das Laub.
Du und ich spüren den Wind,
ein Rausch.
Kuss! Kuss! Kuss!
Im Bistro heiße Getränke
zu glänzenden Blicken.
Geben aus das letzte Geld.
Wächst schon wieder nach.
Draußen dunkelt der Regen die
Welt, aus deren Takt wir kommen.

Ich bring dich, wohin du willst.

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Eingeordnet unter 2017, Lyrik