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Zwischen Wurstbrot und Pudding

Ich muss unbedingt etwas bissiges schreiben. So wie den ganzen Nachmittag Torte probiert haben, aber zum Abendessen Schmacht auf ein Wurstbrot haben. Etwas wahres, ursprüngliches.
Ich ertrage ja auch nicht den ganzen Tag klassische Musik. Also angezogen. Wirklich mag ich Brahms Symphonie Nr. 1 in c-moll. Doch dann ziehe ich wieder Rock, Funk und Pop vor.
Verdammt viele unserer Heros sind gefallen. Warum hat noch keiner eine Verschwörungstheorie aufgestellt? Ist sehr einfach. Donald Trump brauchte keine Wahlgeschenke, er brauchte Wähler. So fand ein geheimes Treffen mit den höchsten Moralisten Amerikas statt. Dann schickte Trump seine privat finanzierten Söldner los. Eine Spezialeinheit, die alles wie einen plötzlichen, doch natürlichen Tod aussehen ließ. Oder einfach eine Überdosis. Lemmy, Bowie, Prince („Schwuler Bastard!“), Cohen … Und an Silvester stirbt Paul McCartney („Dem hilft kein Yesterday!“).
Ich meine, wenn Trump die ganze Welt außer die USA als Feind sieht, dann dürfen wir ihn doch als Welt im Umkehrschluss …
Jetzt bin ich schon bei der Politik. Davon verstehe ich nicht viel. Ich kämpfe noch mit einem Zuviel an Erinnerungen, die ich über Weihnachten abbekam. Aber man kann keinen Besuch bei der Familie machen, ohne einen freien Fall in frühere Jahre. Und speziell bei außerfamiliären Erfahrungen möchte man sofort die Reißleine ziehen.
Nun, ich ging trotzdem meinen alten Schulweg. Ich sah sofort, wo etwas abgerissen war und wo etwas neu hingebaut wurde. Doch das Schulgebäude war wie eh und je. In der Dämmerung kam ich an und zündete eine Zigarette bevor die Straßenlaternen schienen. Ich ging um die Ecke weiter, wo ich meinen damaligen Kindergarten vermutete. Ich verstand den Grundriss nicht mehr. Wie konnte ich mich vier Jahre nur darin zurechtfinden? … Weil ich in der Klasse auf meinem Arsch saß und lernte.
Und 35 Jahre später interessiert sich ein Verlag für meine „Aufsätze“ …
Wer hätte das gedacht? Ich! Was immer ich auch werden wollte, was immer ich aus mir machen wollte, wie immer ich mich auch entwickeln wollte – ich hätte es zu Hause nicht geschafft. Ich werde meine Eltern nicht verurteilen oder meine Geschwister. Aus irgendeinem Grund bin ich so gestrickt, wie ich bin, und ich wäre dort eingegangen. Etwas besonderes bin hier auch nicht, aber wie sich Glück statt Verzweiflung anfühlt, habe ich erfahren. Einige Male.
Mist. Doch kein Wurstbrot-Text. Eher Pudding.

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Ein Cent für meine Gedanken …

… die mehr auch nicht wert sind.
Dies schrieb ich in Anlehnung an einen der ganz großen Filme. In Casablanca kommt das vor. Was soll auch groß dabei raus kommen, wenn man beim Schreiben nebenher die Greatest Hits von Robbie Williams hört? Ugh!
Dennoch muss ich mir etwas von der Seele schreiben. Ich habe hier einige Blogs favorisiert, die den künstlerischen Gedanken, wie ich ihn verstehe, geteilt haben. Als Autor fühle ich mich nur einem verpflichtet, der Freiheit. Ich kann nur schreiben, und bin darin auch gut, wenn ich völlig ohne Einfluss in meinen Gedankenwelten spazieren kann. Und so schien es bei anderen Autorinnen und Autoren auch.
Doch es hat sich etwas geändert. Nicht bei mir. Ich fühle mich als Künstler noch immer grenzenlos. Andere haben sich jedoch vor einen politischen, moralischen und weltlichen Karren spannen lassen. Es scheint eine Angst umzugehen, die eine vehemente Reaktion in Form einer korrekten Positionierung hervorbringt. „Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns!“ Dies ist die Forderung derer, mit denen ich mal einen rein künstlerischen Austausch hatte.
Bitte, wenn sie Zeit und Kraft haben, sich zu engagieren, soll es ihre Sache sein. Ich sehe dabei leider nur die Kunst an sich vor die Hunde gehen.
Und wenn ich wüsste, die Welt ginge morgen unter, ich schriebe heute noch ein Liebesgedicht.

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Wahlsonntag ohne mich

Ich habe mir diese Entscheidung nicht einfach gemacht, heute nehme ich mein Wahlrecht nicht in Anspruch.
Es ist, seitdem ich wählen darf, das erste Mal. Heute sind die Wahlen zum Oberbürgermeister. Ich gehöre zu den Stammwählern, egal auf welcher politischen Ebene gerade der Stimmberechtigte gefragt wird. Ein einziges Mal habe ich bei einer anderen Partei oder dessen Kandidaten ein Kreuzchen gemacht.
Ich bin unpolitisch und neutral bis hin zu Desinteresse, wenn es um Politik geht. Als Künstler kann ich das auch. Politische Debatten sind mir ein Greul und erzeugen Kopfschmerzen. Dennoch lebe ich einer Demokratie und war davon überzeugt, dass das Meckern, Jammern und schlecht machen nach einer Wahl absolut nichts bringt, besonders, wenn man als Souverän gar nicht gewählt hat. So gab es für mich keine „Wahlpflicht“ sondern ein Recht auf Mitbestimmung.
Aktuell kann ich aber nicht zur Urne gehen, weil der Kandidat meiner Partei für mich einfach eine Witzfigur ist. Der will ins Rathaus drängen, wo sich jemand anderes den Machterhalt zementieren will. Und schließlich war das einzig Sympathische im Flyer einer dritten Partei, in den Stadtteilen „wenig Lärm“. Ja das wäre wirklich zu schön, um wahr zu werden. Da sollte die erste Maßnahme sein, nicht sinnlos drei verschieden große Kehrmaschinen an einem jeden Donnerstagmorgen vor meinem Fenster mit einem Höllenlärm vorbei fahren zu lassen …
Ok, ich gehe nicht zur Wahl, ich werde mich nicht über den Ausgang beschweren, aber ich sage auch nicht, ich bin nicht gegangen, weil man ja eh nichts ändern kann. Das ist nämlich unwahr. Jeder kann etwas bewirken, da, wo er gerade ist. Man muss es ja nicht mit dem Etikett „politisch“ versehen.

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Sonntagsbild 312

Sonntagsbild 312-750px

Sonnenaufgang: 5:51 Uhr
Tageszeit: Morgen
Wetter: sonnig & 9 °C
Stimmung: erträglich
Chrizzy, dem dieses Gesicht sagen soll, dass eben dieser Herr sein Oberbürgermeisteramt (etwas, was Chrizzy gar nicht groß aufgefallen ist) verlängern will…

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