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Mein 4. Buch bei Amazon

URBANICITY nun auch bei Amazon bestellbar!

Wir werden in Städten geboren, leben in Städten und sterben an Städten.
URBANICITY erzählt die Geschichte eines Mannes in mittleren Jahren.
Ein Jahr lang. Es vergeht Zeit, wie sie eben vergeht. Alltag. Ohne Heldentaten.
Jeweils ein Tag, ein Ereignis schildert, in wie vielen Hamsterrädern wir zugleich laufen.
Der Protagonist von URBANICITY betrachtet die Welt mit einem säuerlichen Humor und am Ende fliegt ihm seine eigene Welt um die Ohren.

URBANICITY – mein viertes Buch im sonderpunkt Verlag.
Prosaliteratur, Taschenbuch, nur Print, 44 Seiten
Preis: 4,90 €, ISBN: 978-3-95407-072-5

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„Urbanicty“ geht in den Druck!

Da ist die Generation der Väter. Die haben in der Fabrik gearbeitet.
Wir arbeiten heute in Büros. Mit Computern.
Man lebt in Städten, in denen die Zeit fliegt.
Was bleibt, wer erinnert sich noch, wenn du den letzten Atemzug …

Christoph Aschenbrenner: Urbanicity
sonderpunkt Verlag, Greven, Reihe Sonderpunkte 67
Lektorat: Marianne Evrard
ISBN: 978-3-95407-072-5
Taschenbuch, Format A6
ca. 40 Seiten
Preis: 4,90 €

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Zwillinge?

Es geschah vor einigen Jahren. Ich betrat das Tonstudio für ein paar Aufnahmen für eine Radiosendung. Inzwischen mit der Technik vertraut und sie gerne bis zum Äußersten nutzend. Geradezu berühmt-berüchtigt waren meine Jingles. Für jede neue Staffel dachte ich mir was neues aus. Christine, die einzig gute Seele im ganzen Gebäudekomplex und Tontechnikerin, bekam manchmal die Krise, wenn ich Soundschnipsel von lustvoll stöhnenden Frauen, Gitarrenriffs von U2 und Geräusche von vorbeifahrenden Züge in ein Jingle packte.
Heute hatte ich aber nur Texte aufzusprechen und Musik dazwischen zu packen. Christine grinste mich voll an. Fand ich merkwürdig. Nachdem ich ihr meine Texte zum Mitlesen am Mischpult gegeben hatte, und noch etwas vom mitgebrachten Mineralwasser trinken wollte, musste sie mir etwas erzählen.
„Na, du? Da hattest du ja ganz schön einen getankt!“
Ich wusste nicht, dass sie auch rot werden konnte. Und ich wusste nicht, wovon sie sprach.
„Bevor du dich noch mehr daneben benehmen konntest, bin ich gegangen.“
„Wo war das denn?“
„Im Elephant’s Memory!“
„Der Tanzschuppen? Da war ich noch nie drin. Und außerdem trinke ich nichts.“
Alles was ich sagte, stimmte, trotzdem meinte mich Christine an einem bestimmten Abend gesehen zu haben. Volltrunken. Ich schlug vor, die Aufnahmen zu machen.
Ein paar Wochen später. Nach der Arbeit wartete ich auf den Bus. Ein paar Kinder auch. Sie schienen sich angeregt über etwas zu unterhalten. Bis schließlich ein Mädchen ausgelost wurde, sich in meine Richtung zu bewegen. Automatisch hielt ich meine Tasche fester. Aber die 8-jährige fragte nur: „Bist du Rainer, Rainer Petronitsch?“
Ich schüttelte den Kopf. Und dann machte es Klick! Im Bus wurde mir klar, dass ich hier in der Stadt jemanden herumlaufen hatte, der mein Doppelgänger ist! Der durchaus gesellig ist und auch auf jene trifft, die mit mir zu tun haben. Nur sein Verhalten liegt nicht innerhalb meiner Grundsätze. Noch ein, zwei Verwechslungen wurden mir bekannt.
Ich stand am Samstag am Domplatz. Weil Markt war, waren viele Menschen unterwegs. Ich wollte zurück nach Hause. Stand an der Haltestelle. Langsam rollte meine Linie heran. Der Busfahrer hielt und ich setzte mich in Bewegung, die mittlere Tür im Visier. Erst Aussteigen lassen, dann Einsteigen. Mit den Leuten, die den Bus verließen, auch ein Mann, meine Größe, Brille, Haare. Das war er! Mein Zwilling! Das Gesicht mit dem ebenso arroganten Ausdruck.
Ich blieb stehen. Schaute ihm nach. Schnell verschwand er im Gewühl des Markts.
Schlimm war es nicht, dass ich auf den nächsten Bus warten musste. Deprimierend war, dass er besser aussah als ich …

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Tanz im Museum

Als wir letztens in jenem Café saßen, welches noch den Charme der 1920er Jahre atmete, fiel mir etwas auf. So spät kaum Gäste. Der Kellner nervte mit seinem bodenständigen Frohsinn. Übt wohl für ein Casting für Comedians. Dafür war die Musik klasse. Ich kenne keine Frau, die sich so gut mit Sängerinnen, Sänger und Gruppen auskennt wie sie. Ja, sie weiß mehr über die neueren Sachen als ich. Wenn ihr etwas besonders gut gefiel, tanzte sie mit ihrem Oberkörper mit. Ich glaube, sie hat ihr halbes Leben auf der Tanzfläche verbracht.
Seit dem ich sie kenne, habe ich mehr Museen, Vernissagen und Ausstellungen besucht, als in den ganzen 25 Jahren seit dem ich in dieser Stadt bin. Sie hat einen nicht stillbaren Hunger nach Kunst und Kultur.
Heute erarbeiten wir uns das Museum für Lackkunst. Nicht groß. Wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, dass generell viele Exponate in fensterlosen Räumen stehen, ist das auch nicht mehr beklemmend.
Über die Kunst, und hier gerade über bemalte Kästchen aus dem alten China, unterhalten wir uns kaum. Vermutlich hat sie die andere Hälfte ihres Lebens in Museen verbracht … Sie betrachtet eine Kassette und wirft mir ein paar Brocken Gesprächsstoff zu. Diese gilt es aufzufangen und weiter zu spinnen. Oder einfach überraschend mit etwas Neuem zu kontern. Dabei stehe ich nie still. Ich ändere dauernd meine Position wie bei „Schiffe versenken“ für Fortgeschrittene. Geht sie zur nächsten Vitrine, reichen mir einige wenige Blicke, um das zu erfassen, was sie gerade gesehen hat.
Auf diese Weise tänzle ich ihr über drei Stockwerke hinterher. Eines Tages werde ich ihre Hand nehmen, halte ihren Rücken und wir tanzen durch offene Türen. Auch ohne Musik.

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Taschenspieler

Frisch rasiert, mit Lederjacke und weißem T-Shirt steht er da. Wie auf dem Cover einer LP von John Lennon. Passanten gehen vorbei, bleiben unscharf. Er in der Mitte des Bildes genau erkennbar. Lässig, Hände in den Hosentaschen.
Er wartet am Eingang des Museums. Sie wollen sich hier treffen. Ein Blick zur Turmuhr gegenüber. Er zündet sich eine Zigarette an. Spuckt Tabakkrümel aus.
Zehn Gründe, sie nicht zu mögen, überlegt er. Unpünktlichkeit käme ganz oben auf die Liste. Wäre er vor ihrer Bekanntschaft je auf die Idee gekommen, in ein Museum zu gehen? Sie arbeitet zu viel und hat daher zu wenig Zeit für ihn. Und … Sie rauscht um die Ecke, sieht umwerfend aus, winkt. Mit den längsten Beinen der Stadt. Es gibt keinen einzigen Grund, sie nicht gern zu haben!

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In meinem Schatten

Es war das Jahr, bevor ich der Heimatstadt den Rücken kehrte. Ich traf mich oft mit Tom*. Den Sommer über wurden Völler, Klinsmann & Co in Italien die Daumen gedrückt. Und im Oktober bei der offiziellen Feier der deutschen Wiedervereinigung in Berlin standen wir vor dem Fernseher zur Nationalhymne auf und hielten uns kitschig wie die Amerikaner die rechte Hand ans Herz. Ich kannte Tom natürlich quasi vom Sandkastenalter an. Es ist bei uns fast unmöglich, jemanden nicht zu kennen. Aber es ist doch nicht so klein, als dass man mit jedem schon zu tun gehabt hätte. Was Tom über mich wusste, oder zu wissen glaubte, kann ich natürlich nicht sagen. Ich hatte vielleicht mal ein paar Worte mit seiner Schwester gewechselt, die durchaus extrovertierter war. Zu dem Zeitpunkt, glaube ich, schon verheiratet.
Tom war hager, lang und durchaus kräftig. Eher derjenige, der zuhört. Wenn ich es schaffte, ihm ein Lächeln zu entlocken, blitzen seine Augen schelmisch auf. Vermutlich war er eine männliche Jungfrau. Aber die stillen Gewässer sind tief und voll unentdeckter Geheimnisse, die nicht an die Oberfläche kommen.
Tom hatte eine seltsame Art der Hilfsbereitschaft. Er tat einfach alles. Er reparierte mein Fahrrad, kaufte Ersatzteile, fuhr mich mit dem Auto überall hin, nahm mich mit in die Werkstatt seines Opas, gab mir alles Material, Hilfsmittel und Werkzeug, damit ich Boxen für mein Auto bauen konnte. Zwar unsauber gearbeitet, aber sie halten heute noch. Und für all das verlangte er keine Gegenleistung – gar nichts.
Er hat auch all meine Geschwätzigkeit ertragen. Wenn ich zur Höchstform auflief und die Rätsel der Menschheit und des Kosmos im Allgemeinen und das Wunder des Knackarsches von Sybille im Speziellen lösen wollte, war er ein geduldiger Zuhörer. Tom, der Mann für alle Fälle. Tom, das Faktotum.
Irgendwann musste ich in die weite Welt, oder was ich dafür hielt. Und er ist in der Firma seines Vaters untergekommen. Eine Sargschreinerei. Zweimal noch hatten wir Kontakt. Es war spät abends. Er rief mich in der neuen Stadt an. Er müsse mir etwas erzählen, er hätte sich verliebt! Ganz in meinem Gesprächsstil, dem ich ihm so lange vorgelebt hatte, schilderte er mir die Vorzüge seiner Freundin, wobei der massivste Eindruck ihr Busen war. Ich gratulierte ihm und ging schlafen.
Das letzte Mal, als ich ihn sah, war ich zu Besuch in der Heimat. Da hatte er die Frau dabei, und es stand fest, dass sie heiraten würden. Ich hoffte für Tom, dass er glücklich werden würde. Ein paar meiner Witze auf ihre Kosten jedoch haben dazu geführt, dass ich nie wieder etwas von ihm hörte.

* Name geändert

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Die Entdeckung der fremd gewordenen Stadt

Zurzeit entdecke ich vertrautes aus früheren Jahren wieder neu. Es begann mit der Immatrikulation zum Wintersemester 1991. In den ersten Jahren in dieser Stadt habe ich studiert. Man knüpfte Kontakte, saß in Hörsälen, aß in der Mensa, verliebte sich und hat auch die eine und andere Party mit gemacht. Ha! Und all das ohne Handys!
Meine Besuche im Heimatort wurden seltener, bis ich mich dort komplett abgenabelt hatte.
Und heute? Ich lebe immer noch hier. Einige Jobs haben mich weg vom Universitätsviertel geführt. Jeden Tag die gleichen Wege, um pünktlich zu sein. Oft genug Dinge tun, die man nicht ausgewählt hat.
Die Auszeit, die ich jetzt habe, bringt mich nun genau dorthin zurück, wo alles begann. Wenn ich Bilanz ziehe, dann ist nicht alles schlecht gewesen. Auch ein Schiffbruch hat einen Sinn. Es ist nicht so wichtig, wohin die Kompassnadel zeigt, wenn man nur seinem inneren Kompass Raum gibt.

SAMSUNG

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Sonntagsbild 336

Sonntagsbild 336

Tageszeit: Morgen
Sonnenaufgang: 8:08 Uhr
Wetter: (noch) regenfrei & 3 °C
Stimmung: im Konsumrausch
Chrizzy war nie der Besitzer von diesem Hund und musste auch nicht für ihn sorgen, aber das Tier war sein bester Freund als Chrizzy neu und fremd in der Stadt war…

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