Schlagwort-Archive: Weihnachten

Entweihnachtet

es tanzt ein Bi-Ba-Butze-Virus herum
schon nah bei mir

alle Räder stehen still
keine Kassen klingeln

haben Hochmut nicht verloren
freier Wille und Vollgas über die Klippe

der Virus meuchelt Menschheit
Zeit steht still

nie gab es konkrete Zahlen
täglich

©hristoph Aschenbrenner

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2020, Lyrik

Familienangelegenheiten

Dieses Jahr ist für meine engste Familie ein Superjahr. Heute konnte ich meinem Vater zum 85. Geburtstag gratulieren! Im Hochsommer vollendet meine Mutter ihr 80. Lebensjahr! Und meine älteste Schwester wird am 2. Weihnachtstag 50!
Alles in den Schatten stellt jedoch meine jüngste Schwester. Im letzten Jahr geheiratet ging es danach auf Hochzeitsreise ins Land von Graf Dracula. Vor 9 Monaten bekam ich von ihr ein Foto mit einem Ultraschallbild über WhatsApp …
Vorgestern wurde ich Onkel! Es war keine einfache, doch geglückte Geburt. Froh schickte mir mein Schwager ein Foto. Ich zeige es hier nicht, denn ich achte auch die Persönlichkeitsrechte von Babys und Kindern.
Da ist also der neue Mensch. Ruhig ohne Schmerz. Und ohne Angst. Schon einen Haarschopf. Das Fäustchen links an die geöffneten Lippen gelegt. Eingewickelt in eine orange Decke schauen ganz große blaue Augen offen in die Welt. Die Geste, das Gesicht, als würde es schon alles wissen und über die Bedingungen verhandeln wollen, in der Welt zu bleiben. Nach dem Motto: Und? Was habt ihr so zu bieten? ;-)
Sie hat jetzt schon einen Platz in meinem Herzen – meine Nichte!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2017

Zwischen Wurstbrot und Pudding

Ich muss unbedingt etwas bissiges schreiben. So wie den ganzen Nachmittag Torte probiert haben, aber zum Abendessen Schmacht auf ein Wurstbrot haben. Etwas wahres, ursprüngliches.
Ich ertrage ja auch nicht den ganzen Tag klassische Musik. Also angezogen. Wirklich mag ich Brahms Symphonie Nr. 1 in c-moll. Doch dann ziehe ich wieder Rock, Funk und Pop vor.
Verdammt viele unserer Heros sind gefallen. Warum hat noch keiner eine Verschwörungstheorie aufgestellt? Ist sehr einfach. Donald Trump brauchte keine Wahlgeschenke, er brauchte Wähler. So fand ein geheimes Treffen mit den höchsten Moralisten Amerikas statt. Dann schickte Trump seine privat finanzierten Söldner los. Eine Spezialeinheit, die alles wie einen plötzlichen, doch natürlichen Tod aussehen ließ. Oder einfach eine Überdosis. Lemmy, Bowie, Prince („Schwuler Bastard!“), Cohen … Und an Silvester stirbt Paul McCartney („Dem hilft kein Yesterday!“).
Ich meine, wenn Trump die ganze Welt außer die USA als Feind sieht, dann dürfen wir ihn doch als Welt im Umkehrschluss …
Jetzt bin ich schon bei der Politik. Davon verstehe ich nicht viel. Ich kämpfe noch mit einem Zuviel an Erinnerungen, die ich über Weihnachten abbekam. Aber man kann keinen Besuch bei der Familie machen, ohne einen freien Fall in frühere Jahre. Und speziell bei außerfamiliären Erfahrungen möchte man sofort die Reißleine ziehen.
Nun, ich ging trotzdem meinen alten Schulweg. Ich sah sofort, wo etwas abgerissen war und wo etwas neu hingebaut wurde. Doch das Schulgebäude war wie eh und je. In der Dämmerung kam ich an und zündete eine Zigarette bevor die Straßenlaternen schienen. Ich ging um die Ecke weiter, wo ich meinen damaligen Kindergarten vermutete. Ich verstand den Grundriss nicht mehr. Wie konnte ich mich vier Jahre nur darin zurechtfinden? … Weil ich in der Klasse auf meinem Arsch saß und lernte.
Und 35 Jahre später interessiert sich ein Verlag für meine „Aufsätze“ …
Wer hätte das gedacht? Ich! Was immer ich auch werden wollte, was immer ich aus mir machen wollte, wie immer ich mich auch entwickeln wollte – ich hätte es zu Hause nicht geschafft. Ich werde meine Eltern nicht verurteilen oder meine Geschwister. Aus irgendeinem Grund bin ich so gestrickt, wie ich bin, und ich wäre dort eingegangen. Etwas besonderes bin hier auch nicht, aber wie sich Glück statt Verzweiflung anfühlt, habe ich erfahren. Einige Male.
Mist. Doch kein Wurstbrot-Text. Eher Pudding.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bei Sem;kolon zu Hause

Perspektivwechsel

Da stand sie nun an der Bushaltestelle. Im graumatschigen Schnee. Hielt die Arme verschränkt vor ihrer Brust. Im Bus fand ich einen Sitzplatz und wollte ihr zum Abschied winken. Doch sie schenkte mir keinen Blick mehr, sie schaute die Straße hoch.
Drei Stunden Zugfahrt. Umsteigen in Hamburg. Die Bushaltestelle bei ihr war nur wenige Meter von ihrem Haus entfernt. Und dass sie mich begleitete, war schon ein großes Entgegenkommen. Es war so was von aus! Weihnachten, Silvester. Da waren wir bereits Fremde.
Was zu Hölle hatte sie sich von mir versprochen? Den Ersatzmann für sich und ihre Kinder zu finden? Ich? Absurd! Irgendwas war über anderthalb Jahre tragfähig. Und irgendwas beendete ihre Hoffnung. Vermutlich gab es zwei Konstanten in ihrem Leben. Einmal eine gute Mutter für ihre beiden Töchter zu sein. Und dann nicht versauern zu wollen. Meine Rolle sollte idealerweise beide Bereiche abdecken. Ihr weiteren Nachwuchs bescheren und Farbe in ihr Leben bringen. Als ich ihr einen Strich durch diese Rechnung machte, war ich gestorben.
Zwei Wochen nach der Rückkehr von meinem letzten Besuch erhielt ich einen Anruf. Sie machte Schluss.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bei Sem;kolon zu Hause

Weihnachtswunsch

Lasst uns doch dieses Jahr etwas total Verrücktes tun. Hassen wir zu Weihnachten! Seid unhöflich und unfreundlich zueinander. Lasst uns mit den Finger auf andere zeigen und ihre Fehler überall herum erzählen. Mobben wir Schwächere! Seien wir intolerant zu allem, was uns fremd ist! Bestehen wir auf Bürokratie, Amtswege und Vorschriften, nur um anderen das Leben schwer zu machen. Zeigen wir uns am Heiligen Abend unversöhnlich, verächtlich und überheblich. Seid nur auf euren eigenen Vorteil bedacht und gönnt niemandem etwas Besseres als das, was ihr selbst habt. Streut untereinander Zwietracht, Unfrieden, Streit und Uneinigkeit. Lügt bis sich die Balken biegen!
Schwer wird’s nicht sein. Wir machen das ja das ganze Jahr über …

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bei Sem;kolon zu Hause

Gitarren schreien

Mein letzter Beitrag hier ist schon eine Woche her. Als Schreiber fliege ich derzeit gehörig unter dem Radar. Ich habe es sogar meiner Lektorin gebeichtet: von mir ist erst mal nicht weiteres zu erwarten. Ich esse und schlafe kaum. Die neue Hose, die ich mir kaufte, um über die Feiertage etwas Ordentliches anziehen zu können, war tatsächlich zwei Nummern enger.
Aus Erfahrung weiß ich, dass sich das wieder legen wird. Dass ich meinen Schreibtisch wieder finden werde.
Doch bis dahin – Musik, Musik, Musik …
Ich ziehe neue Saiten auf, was eine Kunst für sich ist. Alle Wirbel dreht man dabei vom Spieler weg. So kommt man beim höher Stimmen nicht durcheinander. Die Stahlsaiten der Westerngitarre müssen krisp klingen. Ich stelle Verstärker auf und verkable sie miteinander. Ist alles richtig eingestellt, ist die E-Gitarre in einem Amp clean zu hören und in dem anderem mit dem moduliertem Effekt. Ich spiele Kombinationen von Moll-Akkorden und Septimen, Soli mit dem Plek. Bei Robert Lemkes „Was bin ich?“ wäre meine typische Handbewegung das Einschalten des Stimmgeräts.
Ich bin kein Berufsmusiker. Aber ich habe zurzeit keine Worte in mir. Also ist die Gitarre meine Krücke. Vielleicht auch ein Seelenpflaster.
Dazu meinte meine Lektorin: „Machen Sie nur!“

2369

3 Kommentare

Eingeordnet unter Musik

Donnerstagsbild, 1. Weihnachtstag, Feiertag, 8:42 Uhr, 25.12.2014

1-Weihnachten-2014

Sonnenaufgang: 8:34 Uhr (in diesen Tagen fängt es damit an, mehr Tageslicht zu geben)
Tageszeit: Morgen
Wetter: bewölkt aber trocken & 5 °C
Stimmung: kampfeslustig
Chrizzy, der sich erst mal diesen 8-Tage-Bart vom Leib geschnitten hat…

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sonntag, Sonntagsbild

Mittwochsbild, 2. Weihnachtstag, 10:56 Uhr, 26.12.2012

2-Weihnachten-2012

Sonnenaufgang: 8:35 Uhr
Tageszeit: Morgen
Wetter: bewölkt & 7 °C
Stimmung: gut
Chrizzy, der sich wundert, warum ihm dieses Jahr gewelltes Haupthaar wächst…

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bei Sem;kolon zu Hause