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Herzzeit

Tanzen unter fallenden Blättern,
fetzen über das Laub.
Du und ich spüren den Wind,
ein Rausch.
Kuss! Kuss! Kuss!
Im Bistro heiße Getränke
zu glänzenden Blicken.
Geben aus das letzte Geld.
Wächst schon wieder nach.
Draußen dunkelt der Regen die
Welt, aus deren Takt wir kommen.

Ich bring dich, wohin du willst.

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Nach dem Schauer

Hinaus in die Nacht. Es hat geregnet, doch der Wind hat die Straßen beinahe getrocknet. Nasses Laub glänzt noch.
Ich halte es nicht mehr für notwendig, mein Gesäß zwischen Internet, Festnetz und Smartphone zu parken.
Zu Fuß zum Syrer. Zwecks Vertilgung einer Döner-Pizza. Warten auf Grün an einer Ampel.
„Was wäre, wenn sie mir hier mit dem Rad entgegen käme?“
„Schnauze!“ brülle ich meine Gedanken an.
„Vielleicht würde ich einfach so tun, als würde ich sie nicht erkennen. Oder unverbindlich winken?“
„Geil, ganz geil! Du hast es geschafft! Jetzt bekommst du Denkverbot!“
Vor der Imbisstür drücke ich meine Kippe im Metallaschenbecher aus. Als ich bestelle, erkennt mich der Inhaber wieder. Tja, war eine Weile nicht mehr hier … Nehme eine Dose Cola Zero und setze mich nebenan an einen Tisch.
Vor mir Mutter und Kind. Der Junge mag acht oder neun sein. Die Mutter ist extrem fett. Als sie aufsteht, um noch einen Pappbecher zu holen, fühle ich mich darin bestätigt, dass Menschen auch Kugeln sein können.
Nebenan läuft das Fernsehen. Ich schließe die Augen und höre schnell sprechende Personen, mal eine Frau, mal Männer. Es ist nicht meine Muttersprache. Vielleicht hat der Besitzer etwas arabisches angemacht. Was ich glaube heraus zu hören, ist der Unterschied zwischen dem geschulten Fernsehpersonal und den Interviewpartnern, letztere unterbrechen ihren Redefluss öfter mit einem „äh“.
„Sie war das Gegenteil von der Dicken da.“
„Ja.“
Ich schaue auf meine Armbanduhr. Mails, Telefon und Handy, alles zu Hause. Besser so! Ich bekomme die lecker aussehende Pizza hingestellt.
„Sie war so gerührt von meinem Geschenk, dass ihr rechts und links eine Träne herunter lief.“
Ich rühre die Pizza nicht an, trinke die Cola aus. Bezahle alles. Wenn sie den Tisch wischen wollen, sehen sie die Pizza. Mit Tränen. Kommt alles in den Müll.
Hinaus in die dunklen, leeren Straßen. Es wird ein Sturm kommen.

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Zeit heilt Wunden

Es ist hundert Jahre her. Obwohl ich den Hörer vor zehn Minuten auflegte, ist es bereits hundert Jahre her. Ich weiß, wie ich mein Herz versteinern kann. Sie ist nur ein Flirt gewesen, und das ist hundert Jahre her.
Wir saßen im Innenhof des Museums. An einem Sonntag mit 30 Grad. Es gab einen angenehmen Schatten und leichten Wind. Wir vertrauten uns private Dinge an. Wir waren perplex wie sehr sie einander ähnelten. Ich bezahlte ihr Bitter Lemon mit. Umarmte sie zum Abschied. Wieder zu Hause dachte ich über alles nach, worüber wir gesprochen haben. An dem Abend wollte ich mit niemanden mehr reden.
Man kann die Vorstellungen des anderen respektieren, doch sind es nicht die eigenen, muss man den eigenen den Vorrang lassen. Irgendwann sagte sie vorhin am Telefon nichts mehr und legte auf. Das war vor hundert Jahren.

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Gedankenflug

2475_an

Wäre ich leicht wie Luft, flöge ich davon. Zöge mit den Wolken wohin der Wind uns weht. Berührte den Horizont. Hätte im Gepäck nicht mehr als nur heitere Gedanken. Wäre oben auf.
Doch ich bin verhaftet mit dem Boden. Kann den Himmel nur von der Erde aus ansehen. Mein Platz ist eben hier.

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