Sonntagsbild 500 [rechnerisch sind es 9,62 Jahre]

Tageszeit: Morgen
Sonnenaufgang: 5:28 Uhr
Wetter: Sonne und Wolken wechseln sich ab & 13 °C
Stimmung: geschafft
Cool das, staunt Chrizzy, kann auch nicht jeder…

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2019, Sonntag, Sonntagsbild

Please, make my day

Es gibt nichts schöneres, als einen sonnigen Tag mit einer Tasse schwarzen Tees zu beginnen und zu überlegen, wem man heute die Laune versauen darf.
Die Laune derer, die sagten: „Das schaffst du nicht!“
Denen, die sagten: „Das wird kein gutes Ende nehmen.“
Denen, die sagten: „Überlege es dir lieber noch mal.“
Denen, die sagten: „Gehe besser auf Nummer sicher.“
Denen, die sagten: „Das sind doch alles nur Hirngespinste!“
Denen, die sagten: „Und wo ist jetzt der Witz bei der Sache?“
Denen, die sagten: „Es wäre besser gewesen, du wärst nie weg gegangen.“
Denen, die sagten: „Ach, so etwas gibt es auch?“
Denen, die sagten: „Ganz toll, was du alles machst! Kann man davon leben?“
Denen, die sagten: „Ich bin dagegen. Aber mach doch, was du willst!“
Denen, die sagten: „Normal ist was anderes.“
Denen, die sagten: „Das wirft keinen Gewinn ab, damit bezahlst du keine Miete.“
Denen, die sagten: „Du solltest dir einen Job suchen, und wie wir alle Steuern zahlen!“
Und am liebsten versaue ich die Laune derer, die sagten: „Damit kommst du nicht durch! Niemals, nie!“

3 Kommentare

Eingeordnet unter 2019

Sonntagsbild 499

Tageszeit: Mittag
Sonnenaufgang: 5:38 Uhr
Wetter: teils bewölkt & 13 °C
Stimmung: gierig
Chrizzy fragt: „Hat wer behauptet, es gäbe nur das Weiße Album…?“

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2019, Sonntag, Sonntagsbild

Berühmt

Im Moment eröffnen sich für meine Autorengruppe eine Menge Lesungsmöglichkeiten.
Privat finde ich ja, dass es nicht wichtig ist, eine große Auswahl zu haben. Es ist wichtig, das Eine richtig zu tun.
Jedenfalls meint einer von uns: „Super, wir werden noch berühmt!“
Ruhm, Bekanntheitsgrad oder Persönlichkeit des öffentlichen Interesses, wie immer man es nennen mag, ist eine zwiespältige Angelegenheit. Besonders hier in der absoluten Provinz, wenn auch als größere Stadt.
Es ist immer schön, anerkannt und gefragt zu sein. Doch mich befällt leichte Paranoia, wenn mir jemand in der Straße entgegenkommt, den ich wirklich absolut nicht kenne – und habe ein gutes Gedächtnis für Gesichter – und gegrüßt oder angelächelt werde.
Wieso? Wieso eine solche halb vertraute Begrüßung? Ich grüble dann noch mal nach, aber ich kenne diese Person nicht.
Die Antwort ist aber eigentlich einfach. Bei meinen Lesungen, ob Solo oder mit mehreren, wie mit Sem;kolon, habe ich im Laufe der Jahre eine große Anzahl Menschen erreicht.
Immer in derselben Situation: Als Autor allein vorne lesend und hörend mal mehr oder weniger Gäste. Das Problem dabei ist, und da hilft auch das beste Gesichter-Gedächtnis nicht, ich konnte mir nicht alle, beispielsweise 50 Personen, merken, aber 50 mich.
Und so kommt es, dass mich Fremde in Münster begrüßen, als wären wir schon länger Freunde. Ich habe dann bei Lesungen gute Arbeit abgeliefert. Ich empfinde es dennoch als unangenehm.
Beunruhigend. Auch Autoren machen mal Feierabend. Was soll ich denn bei der nächsten Lesung bieten? Wen würde mein Name anziehen? Wer grüßt mich dann mit Bewunderung, von der ich gar nichts habe?
Früher gehörten Schreiben und Lesungen fest zusammen. Ich war ganz wild darauf. Momentan mache ich aber mit dem Lesen Pause. Und schreibe wie gewohnt.
(Die Beatles haben ihre besten Platten herausgebracht, als sie nicht mehr auf Tournee gingen.)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2019, Bei Sem;kolon zu Hause, Lesung

So viel Zeit. So viel Leben?

Normale Leute brauchen sich über Inspiration keine Gedanken machen. Es wird ihnen gesagt, was zu tun ist. Man hat ihnen alles beigebracht, damit sie die ihnen übertragenen Aufgaben verrichten können.
Wir alle sind entstanden, wie es die Natur vorsieht, und so auch geboren worden. Und das hat sich in Jahrtausenden nicht geändert. Es gibt nichts Neues, außer vielleicht das Galaxy S10+ …
Ich kann heute sagen, das Beste, was mir passiert ist, ist nicht mehr arbeiten gehen zu müssen. In meiner Laufbahn gab es nur wenige Jobs, die zu mir gepasst haben. In denen ich mein Potential entfalten konnte. Und die leider ohne mein Verschulden endeten.
Irgendwann konnte ich den Schlussstrich unter abhängig beschäftigt ziehen. Aber jeder warnte mich davor, ohne Tagesstruktur unterzugehen. Was dachten die denn? Weil ich nicht mehr von Vorgesetzten, die jünger waren als ich, gegängelt werde, fange ich das Trinken an oder bekomme chronische Depressionen?
Ich fuhr einfach damit fort, was ich neben der Arbeit schon immer gemacht habe. Schreiben. Literatur schreiben. Lesungen. Mitglied der Autorengruppe. Internetseiten. Blog. Buchveröffentlichungen.
Während meiner ersten Ausbildung hatte ich einen Freund. Einmal durfte ich zum Abendessen mit der Familie bleiben. Der Vater fragte mich aus. Was für Hobbys ich hätte?
„Ich schreibe.“
Er lachte. Gedichte hätte er auch in meinem Alter geschrieben, aber das wäre eine Grille, die wieder vergeht.
Ich saß mit dem Prüfer der Industrie- und Handelskammer am Tisch. Der gleiche Mann, der mir mitteilen musste, dass ich durch die praktische Prüfung gefallen sei. Ich wiederholte und bestand sie ein halbes Jahr später.
Inzwischen ist er gestorben …
Ich habe mich also schon immer künstlerisch beschäftigt, doch eine berufliche Tätigkeit fällt nun weg.
Dann ist es der Lottogewinn, oder? Ja, letztendlich schon. Erst fehlte mir die Arbeit. Kollegen und Aufgaben. Ohne dass ich eine einzige Sekunde daran dachte. Statt einem weitem Gefühl von Freiheit den Erstickungstod der Leere.
Bis sich etwas gewandelt hat. Im Denken. Ich muss nichts mehr, aber vielleicht möchte ich noch was. Ich kann nicht beeinflussen, ob die Sonne scheint oder nicht. Ich habe keine Reichtümer und bin nicht allwissend. Als ich in der sonst leeren Gasse auf dem Campus von jemanden angelächelt wurde, habe ich wieder Anschluss an die Menschheit gefunden. Warum auch immer.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2019

Gleichberechtigung?

Wenn wir in den Supermarkt gehen, sind wir gewohnt, das gleiche Produkt von verschiedenen Herstellern auswählen zu können. Nehmen wir als Beispiel Nudeln. Und da konkret die Spagetti.
Alle Packungen haben das gleiche Gewicht, die Ware die gleiche Beschaffenheit und nahezu gleiche Zutaten. Doch der Preis rangiert erheblich.
Warum werden oft teure Maren gekauft? Es wäre genauso möglich, nur von der billigsten Sorte zu leben.
Weil wir gute Erfahrungen mit den höherpreisigen Nudeln gemacht haben. Sie schmecken besser. Wir wollen uns mal etwas gönnen oder beim Kochen mit Freunden angeben.
All das ist subjektiv! Als Kunde haben wir die Wahl, Geld dafür auszugeben, wofür wir es möchten.

Wir wissen, dass Frauen und Männer in gleichen Arbeitsverhältnissen unterschiedlich bezahlt werden. Und zwar, dass Männer mehr Geld kriegen als Frauen.
Nehmen wir als Beispiel das Halten eines Vortrags. Je ein Mann und eine Frau als Dozenten. Am selben Ort an verschiedenen Tagen. Im gleichen Saal, ausgestattet mit einem Beamer. Und beide bekommen dafür das gleiche Honorar!

Der Mann kommt zehn Minuten vor der Veranstaltung, schließt in wenigen Minuten sein Laptop an den Beamer an und setzt sich hin, um den Wirtschaftsteil der Zeitung zu lesen.
Als es anfängt, faltet er die Zeitung zusammen, stellt sich ans Pult und sagt:“Guten Tag! Heute hören Sie zum Thema ‚Entwicklung von Bindungsbeziehungen von Säugetieren und Menschen‘ die neuesten Forschungsergebnisse.“

Die Frau kommt zum Vortragstermin mindestens 45 Minuten früher. Sie muss einen Parkplatz finden, wo sie in die Parklücke vorwärts hinein fahren kann. Dann muss sie im Gebäude jemanden auftreiben, der ihr den Beamer anschließt. Den Hausmeister oder Hauswart.
Diese Zeit wird ihr natürlich nicht bezahlt.

Nehmen wir an, alles geht zügig über die Bühne. Sie begrüßt die ersten Hörer. Vielleicht kennt sie auch einige aus anderen Zusammenhängen. Sie wird freundlich, höflich und verbindlich sein. Natürlich erinnert sie sich bei dem einen an die Kinder oder bei dem anderen an die alte Mutter. Sie wird nach der Gesundheit fragen. Kurz, macht, dass sich alle wohl fühlen.
Zur richtigen Zeit geht sie ans Pult und begrüßt lächelnd alle: „Bevor ich auf das Thema der Bindungsbeziehungen von Säugetieren und Menschen, also allen Säugetieren, komme, und das mit neuen Forschungsergebnissen abrunde, lassen Sie mich kurz eine Stelle aus dem ‚Kleinen Prinzen‘ zitieren – Der Fuchs und der kleine Prinz …“

Was hat die Frau anders gemacht als der Mann?

Sie fungiert mehr als Gastgeberin. Sorgt sich, dass sich alle beteiligt und wohl fühlen. Knüpft und pflegt (soziale) Kontakte.
Das alles bekommt sie nicht bezahlt – warum eigentlich nicht? Sie leistet doch eine Unmenge mehr!

Das ist keine subjektive Geschmacksfrage wie beim Bezahlen von Pasta. In dieser Gesellschaft wird man nur nach Leistung bezahlt.
Wenn selbst Frauen sagen würden, dafür will ich kein Geld, das mache ich nebenher, dann würde es sich schnell ändern, wenn die Dozentin in dem Beispiel nach dem Vortrag einfach eine zweite Honorarforderung bei ihrem Auftraggeber mit so etwas wie Leistungspunkten einreichen könnte. Leistungspunkte für soziale, kommunikative und emphatische Arbeit. Wenn dieses etwas Wert wäre, also Geld wert, wären benachteiligte Löhne und Gehälter für Frauen Vergangenheit. Es wäre m. E. gerechter.

4 Kommentare

Eingeordnet unter 2019

My Mind’s Eye

Es gibt gute Neuigkeiten: Das Manuskript meines nächsten Buches ist im Lektorat.

Unter dem Arbeitstitel „SUPERMARKT-Geschichten“ versuche ich als Durchschnittskunde im täglichen Wahnsinn zwischen Kassen und Käufern, Bioprodukten und Bananen (aus der Obstabteilung) und Musikberieselung und Marmorkuchen zu überleben. Und zu entkommen.
Ich schone nichts und niemanden! Autor und Aussage sind eins – da werden sich Kritiker wie Fans einig sein.
Mein Blick auf die Dinge mit meinem Schreibstil, so hoffe ich, werden Euch Spaß machen. Wie mir auch.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2019, Buch 5, Das neue Buch

Ohne Titel

Letzter Abend.
Mit Jacke und Mütze draußen.
Es sei zu kalt für Mai, meinte Vater heute.
Über mir Sterne.
Die sind immer da.
Sie sind da,
wenn Sorgenwolken sie nicht auffressen.
Immer da.
Ich nehme einen Zug,
inhaliere und atme aus.
Immer sind sie da.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2019, Lyrik