Sonntagsbild 464

Tageszeit: früher Morgen
Sonnenaufgang: 6:07 Uhr
Wetter: Sonne abwesend & 11 °C
Stimmung: wie gebutterte Weißbrotschnitte mit Zuckerrübensirup
Chrizzy, der in einer digitalen Welt eine analoge schätzt, weil man in ihr nicht perfekt sein muss…

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Wer frei von Fett ist, werfe den ersten Speck

Eine schlanke Frau ist eine Augenweide! Sie kommt an einem vorbei, lange Beine, Po, keinen Bauch und dazu der Busen. Da möchte man auf der Stelle einen Heiratsantrag machen und sich mit ihr vermehren. Leider reicht es für nicht mehr als ein diffuses Lächeln, und sie geht weiter, taktet sich mit ihren Absätzen aus deinem Leben. Oh, verdammt!
Ich stehe in Kontakt zu anderen Frauen. Echte Kumpel! Mit den einen lassen sich lustige Gespräche führen, mit anderen dolle Zeiten verbringen. Manche haben einen Partner, manche nicht. Bei Problemen kann man sich vertrauensvoll an sie wenden. Es gab auch sexuelle Offerten mir gegenüber.
Es ist schwierig, denn diese Frauen sind dick, furchtbar dick! Wenn sie vor mir hergehen und stehen bleiben, brauche ich gefühlt einen halben Tag, um um sie herum zu laufen …
Ihre Fülle kann man nicht übersehen. Ihre Körpermassen haben aber keinen Einfluss auf ihre positiv gestimmten Charaktere, und ich gebe jeder einzelnen Person meine volle Wertschätzung.
Ich kann es gut mit dicken Frauen. Und ich frage mich jetzt, warum?
Ich komme gerade aus dem Badezimmer zurück. Ich habe mich ausgezogen, an mir herunter geschaut. Bauch eingezogen und Luft angehalten. Ausgeatmet, mich von allen Seiten im Spiegel betrachtet. Waage: 115 Kilo! Ich bin auch fett! So was von dick! Ich trage eine schmerige Wampe vor mir her! Das habe ich komplett verdrängt!
Was ist zu tun? Erst wieder anziehen. Diät kommt nicht infrage, bei meinen lieben Freundinnen bringt es nur Frust, sonst nichts. Darauf achten, niemanden im Weg zu stehen.

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Sonntagsbild 463

Tageszeit: Morgen
Sonnenaufgang: 5:56 Uhr
Wetter: leichte Bewölkung & 18 °C
Stimmung: im Stress
Als Junge bekam Chrizzy zum Geburtstag vom Vater einen Zollstock geschenkt, der leider noch am gleichen Tag zerbrach…

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Vogel flieg!

Um 17 Uhr bricht hier die Hölle aus. Unterwegs ist, was man Feierabendverkehr nennt.
Es wird gedrängelt, gehupt und am Steuer geflucht.
Sie sind von der Kette gelassen, die sie sich selbst morgens angelegt haben. Ihr Job für ihre Wohnungsmiete oder Raten, um das Haus ab zu bezahlen, Versorgung der Familie, die Urlaube und das Auto, mit dem sie in der Straße drängeln, hupen und am Steuer fluchen.
Viele angepisste und angepasste erledigen die Arbeit für wenige Entscheidungsträger. Eine Abwärtsspirale von Entwürdigung und Erniedrigung mit Wettbewerbscharakter. Hauptsache, das Geld stimmt.
Um fünf. Sie dürfen von der Kette. Und alle gleichzeitig nach Haus. Drängelnd. Hupend. Am Steuer fluchend.
Ich mache es wie die Vögel. Sie sehen es sich mit mäßigem Interesse an. Nach etwa einer Stunde ist es vorbei. Vögel sind frei.

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Berufswunsch

Ach, heute hätte ich gerne mal mit jemanden getauscht. Mit dem Sicherheitsdienstmann unseres Supermarktes. Da der Markt bis 24 Uhr geöffnet ist, bekommen die Kassiererinnen und Kassierer ab abends diese Security bereit gestellt.
Ich bin vorhin auch noch mal los, fast 23 Uhr, und war nicht der Einzige. Somit ist auch viel Geld in den Kassen.
Ich gehe über den Parkplatz. Es rauscht ein japanischer Kleinwagen heran. Als ich den Führerschein machte, haben wir uns über die „Reisschüsseln“ lustig gemacht. Heute sind Kleinwagen gar nicht mehr klein, sie sind bullig und PS stark. Dieser da hat die Modefarbe weiß. Aus dem Innenraum dröhnen die neuen Dancefloor-Charts. Vielleicht über einen USB-Stick. Das ist jetzt alles serienmäßig, auch die Lautstärke.
Der Wagen kommt nur ganz kurz vor der Wand zum Stehen. Stoßstange vorne weniger als fünf Zentimeter entfernt. Risikofreudiger Fahrer. Sein Beifahrer der geborene Platzhirsch. Sind bestimmt los gefahren, um für die gerade laufende Party Alkoholnachschub zu besorgen.
Sie stehen auf dem Behindertenparkplatz.
Als der Mann vom Sicherheitsdienst würde ich folgendes machen.
Zu der Fahrerseite gehen und einen prüfenden Blick hineinwerfen.
„Welche Art Behinderung Sie haben, braucht man nicht zu fragen. Trotzdem entfernen Sie bitte den Wagen! Machen Sie bitte den Platz frei für die, die darauf angewiesen sind.“
Natürlich käme Widerspruch. Wegen der fortgeschrittenen Stunde.
„Sie brauchen eine Entscheidungshilfe?“
Ich halte mein Handy hoch.
„In drei Minuten ist Ihr Fahrzeug abgeschleppt, auch um“, ein Blick zur Uhr, „23:23 Uhr!“
Murrend wird der Wagen gestartet und extrem umständlich woanders geparkt.
Aber ich bin nicht vom Sicherheitsdienst.
Erstaunlich ist nur, dass dieser weiße Wagen woanders steht, als ich wieder aus dem Geschäft raus komme …

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Sonntagsbild 462

Tageszeit: früher Morgen
Sonnenaufgang: 5:45 Uhr
Wetter: bewölkt & 17 °C
Stimmung: dumpf
Chrizzy sagt: Abenddämmerung ist manchmal die bessere Morgendämmerung…

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Skandinavien

Vorhin blätterte ich in meinen CDs. Meint Ihr, ich könne bei dieser Hitze schlafen? Nachts gehen die Temperaturen wenigstens soweit zurück, dass ich des Denkens wieder fähig bin.
Ich fand eine Live-CD von „Kaizers Orchestra“. Eine norwegische Rockband mit Sinti- und Romaelementen. Marschmusik gibt es auch darin. Die Texte werden in norwegisch gesungen.
Ich würde mir das nicht kaufen. Es war ein Geschenk meiner letzten Freundin. Die stand auf so was.
Es war ein Sommerabend. Heiß wie heute. Sie war geschieden. Ihr beiden Kinder beim Vater. Ich drei Stunden Zug gefahren, um das Wochenende mit ihr zu verbringen. Wir machten Liebe und zum Einschlafen hatten wir eine Kompaktanlage in ihrem Schlafzimmer. Musik half mir einzuschlafen.
Übrigens, noch viel länger her. In der Autorenrunde bei einem Sem;kolon-Treffen fragte mal jemand, was jeder von uns für Sex sagen würde. Einige sagte einfach: „Sex.“ Ich sagte: „Lass uns …“, stieß zwei Grunzlaute aus und fuhr fort, „… machen.“ Eine Frau meinte: „Liebe machen.“ Da meinte ein Moralapostel, das ginge doch gar nicht, Liebe wäre doch kein Vorgang. Darauf fuhr man ihn an: „Bei deinem ‚Uminnern‘ wird mir schlecht!“
Am Ende waren alle zufrieden mit dem Wort „poppen“.
Was das Poppen bei meiner letzten Freundin anging, hatte sie zwar zwei Kinder gebärt, aber ein Gefühl für ihre eigene Vagina und wie man Sex sonst noch machen konnte, außer dass sie auf dem Rücken lag, habe ich ihr beigebracht.
Ich schlief sicher schon eine Stunde an jenem Abend. Ob sie jemals schlief, wenn sie neben mir lag, ist nicht bewiesen. Vermutlich hat sie an so einem Wochenende ein, zwei Nächte wach gelegen, meine Anwesenheit genossen – ich ihre übrigens auch – und ist durch mein Schnarchen am Schlaf gehindert worden.
Irgendwie lag ich dann in einem Dämmerzustand und bekam die laufende Musik von „Kaizers Orchestra“ mit. Ich richtete mich auf, hörte weiter zu und sagte: „Das hört sich aber gut an!“
Sie war wach und meinte: „Dafür liebe ich dich!“ Ließ spontan die CD aus dem Gerät werfen, steckte sie in die Hülle und schenkte sie mir.
Heute Abend habe ich sie wieder gefunden. Aber ich spiele sie nicht ab.
Sie und ich haben auch einen Urlaub in Kopenhagen gemacht. Das Highlight für sie war der Liveauftritt von „Kaizers Orchestra“ im Tivoli! Sie wollte, dass ich mitkäme. Sie würde auch den Tivoli-Eintritt bezahlen.
Ich kam nicht mit. Ich wollte nicht. Ich war vollkommen zugedröhnt mit Eindrücken einer fremden Stadt in einem fremden Land. Es war durchaus schön, aber mehr ging einfach nicht. Schon gar nicht auf ein lautes Konzert. Ich war stur.
Wir beide haben uns quasi mitten auf der Straße dramatisch gestritten. Das wird sie mir wohl nie verziehen haben. Ebenso wie sie es nie verstanden hat.
Tatsächlich hat ihr der Auftritt von „Kaizers Orchestra“ viel Spaß gemacht. So dass unsere Beziehung noch eine Weile weiter lief.

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Gehen wie die Ägypterinnen

Bisher dachte ich, Gizeh sei eine Stadt am Nil, berühmt für ihre nahen altägyptischen Bauwerke. Pyramiden, Tempel, Sphinx.
Oder dass Gizeh eine Marke von Zigarettenblättchen für Selbstdreher ist.
Aber nun haben wir diesen heißen, heißen Sommer und vielen sind die Socken geplatzt. Deswegen gehen sie barfuß in Sandalen.
Und ich stelle fest, dass ein bestimmtes Sandalenmodell bei Frauen sehr beliebt ist. Extrem beliebt.
Auf einer flachen Sohle befindet sich zwischen großer Zeh und dem nächsten ein Zehentrenner. Der schließt oben ab mit einer Art Knopf. Mit einem Knopfloch steckt darin eine tropfenförmige Lasche, die nach oben verjüngt fast zum Schienbeinansatz geht. Von ihr gehen wiederum zwei Lederriemen ab, die rechts und links an der Ferse an der Sandalensohle befestigt sind.
„Gizeh“ heißt das Modell und macht manche Trägerin schon irgendwie ägyptisch. Birkenstock soll es 1983 eingeführt haben. Ans Licht sind sie mir jedoch erst diesen Sommer gekommen. Von Naturleder bis spacig silbern.
Die Mutter aller Ökotreter verlangt mindestens 60 € pro Paar. Viele waren deshalb dankbar, dass es ähnliche Sandalen auch bei Aldi gab.
Eine junge Frau, die ich sah – ob jetzt mit dem Original oder den Nachgemachten – hatte eine pfiffige Idee. Mit dem Nagellack für ihre Fußnägel hat sie auch den Knopf des Zehentrenners lackiert. So hatte sie für ihre Bemalung immer die passenden Schuhe an!

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