Unruh

Autofahrer
machen eigentlich nichts weiter
Als im Kreis zu fahren
Von A nach B zurück nach A
Ihr sinnloses Tun
Führt in Abgründe
Bei Parkplatzsuche

Wollen wir immer weitermachen
Sollen wir es gar
Ist des Menschen Antrieb
Nicht Erkenntnis und Wahrheit
Sondern Bequemlichkeit –
Auf Kosten anderer
Zum Schaden des Planeten

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter Lyrik, 2022

Nette Werbung des Labels

Unten so etwas wie eine Werbepostkarte meines Labels für meine erste Single.
Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Plattenlabel, sondern um einen Anbieter, der die Verteilung und die eventuelle Vergütung meiner Songs übernimmt und auch meine Urheberrechte schützt.
Genau so etwas wollte ich!
Meine Unterseite | Tracks hier auf WordPress kann ich wohl bald einmotten. Ich hatte übrigens nicht das Gefühl, als nähme sie jemand ernst …
Und wofür braucht man ein Label wie meins? Es geht um die Audio-Streaming-Dienste. Seit gestern kann man bei Spotify, Deezer & Co unter herrChrizzy meinen ersten Song aufrufen! Neben Adele und Korn – nun mich.
Man stelle sich vor, ich müsste jeden Streaming-Dienst der Welt anschreiben, Demoaufnahmen schicken und mich um ein Upload bewerben … Das geht gar nicht. Das alles übernimmt mein Label „DestroKid“. Dafür ist es da und dafür nutze ich es.
Nebenher Musik-Videos für meinen neuen YouTube-Kanal drehend, habe ich die ganze Woche damit verbracht, bei meinem Label die Vertragsbedingungen (in Englisch) zu studieren und die Formulare für die Finanzbehörden der USA (selbstverständlich in Englisch) auszufüllen. Eine falsche Angabe ist nicht nur ein Vergehen, es erfüllt dort auch den Tatbestand des Meineids …!
Nun gut, damit bin ich durch. Erster Titel online.
Es ist schon komisch, seine eigene Musik auf Spotify zu hören. Sein selbst gestaltetes Cover zu sehen. Und alles, ohne einen realen Menschen gesprochen zu haben! Man macht verlangte Angaben im Internet, bringt seine Musik in das passende Format und es kommen Mails an, die keine persönlichen Unterschriften enthalten – und trotzdem läuft es … Irgendwie.
Als Künstler sind mir solche „verkaufsstrategischen Maßnahmen“ und „Publicityarbeiten“ vor allen Dingen eins: lästig! Ohne Ende lästig! Denn es geht mir nicht um 2 oder 3 € mehr in der Tasche (das ist ein realistischer Monatswert), sondern um Beachtung und Anerkennung für mein Tun. Etwas Anderes zu behaupten wären Lügen. Doch dafür braucht es Rahmenbedingungen, die ordentlich eingestöpselt werden müssen.
Für Anfang Februar plane ich ein neues herrChrizzy Original. Das ist nicht mehr lange!

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#distrokid

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Eingeordnet unter 2022, Musik

Vergessen und Verdrängen

Ich glaube mit dem Gedächtnis mancher Leute verhält es sich so wie bei der Strohernte auf einem Bauernhof.
Der Bauer kommt vom Feld mit diesen rechteckigen Strohballen und weist seine Leute an, die in jene Scheune zu stapeln. Den Platz gut ausnutzen!
Und er kommt mit einer Ladung und der nächsten. Seine Leute sind auch fleißig. Was der Bauer aber versäumt hat zu sagen, dass in diese Scheune wirklich nicht mehr als, sagen wir mal, 180 rechteckige Strohballen passen.
Aber seine Leute schaffen 20 mehr! Sie drücken und schieben halt, was das Zeug hergibt. Und sind stolz darauf!
Nur, die Scheune ist nur vorne offen – sie ist es hinten auch. So fallen dann 20 Ballen hinten wieder raus. Und beim nächsten Regen verfaulen sie …
Das sind die Dinge, bezogen auf das Gedächtnis, an die sich manche partout nicht mehr erinnern.
Dann kommt da auch eine hippe Welle aus den USA herüber geschwappt und mit unserem so eigenen Bierernst wird es schnell eine Glaubensfrage.
Ich meine das ganze Gefasel von Achtsamkeit.
Eines der Prinzipien der Achtsamkeit ist die strikte Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt, auf die Gegenwart. Drüben in Amerika wurde es von einem fähigen Therapeuten entwickelt, um Menschen vor Burn Out zu bewahren, denn er entdeckte bei seinen Patienten immer wieder Sorgen und Nöte die aus der Vergangenheit stammen und die die Zukunft betrafen. Das macht Dauerstress. Außerdem bleibt ohne die Konzentration auf das NOW Arbeit ineffizient. Schön und gut. Hört sich vernünftig an. Und daher darf er nach einigen Bestsellern auch reich werden.
Nur was hat hierzulande Lieschen Müller in ihrer Langeweile nach den Wechseljahren damit zu tun?
Meines Erachtens ist die Methode, um konkret in der Gegenwart zu leben, die Verdrängung. Ich muss also Vergangenheit und Zukunft – ausblenden.
Das kann aber übel werden. Und teuer!
Wer Fristen bei Ämtern und Behörden, das Bezahlen von Rechnungen nicht im Blick hat, dem helfen auch keine Yoga-Kurse, die achtsame Leute gerne mitbuchen …
Eine Überlebensstragie, die einen guten Anfang nahm, nun aber von denjenigen als neues Allheilmittel propagiert wird, die a) ihre Vergangenheit nicht bewältigt haben und b) aus Horror vor dem, was mit der Post kommt, den Briefkasten nicht mehr leert.
Sich seiner Vergangenheit zu stellen, ist überhaupt richtig Arbeit!
Auch unsere Alltagssprache verändert sich durch diese Geisteshaltung. Was ich schon gehört habe, was alles Achtsam sei, geht auf keine Kuhhaut! Was auch mit dem guten Wort „Rücksichtnahme“ zu erklären wäre, was eine Teildisziplin der neuen Bewegung ist, nee, es muss Achtsamkeit heißen. Hört sich typisch deutsch und militärisch für mich an: „ACHT-ung! Stillgestanden!“
Langweilt ihr euch so sehr, dass ihr ungebremst wild darauf seid, dem gleichen Käse immer neue Namen zu geben?
Es ist übrigens kein Molkereiprodukt, auf sich und andere mehr Rücksicht zu nehmen, finde ich. Es stört nur, wie man es jetzt nennt. Für Menschen mit dem Blick auf das große Ganze und einem passenden Gedächtnis ist es nichts Neues. Tut mir leid.

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Gleichbedeutend Ewigkeit

Die Jahre fressen die Tage
Ich ohne dich

Noch so wie geboren
Schutzlos nackt

Dein letzter Blick
Um Vergebung bat

Der Sünder aber
War ich

Im Loop nun
Rüder Schmerz

Ich ohne dich

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2022, Lyrik

E-Roller

In unseren Straßen sind sie zur Normalität geworden. Geräuschlos fahrende Personenbeförderung auf einem für mich immer noch kindlich anmutenden Roller.
Der Umweltgedanke spricht für sich, da der „Kraftstoff“ aus einer elektrischen Batterie kommt. Allerdings ist diese selbst ein Umweltrisiko. Den E-Roller in Teiche, Seen oder Flüsse aus Jux zu versenken, ist nicht gut! Bei der Speicherung der Elektrizität in den häufig verwendeten Lithiumbatterien dürfen keine Lithiumgase entstehen und in Verbindung mit Wasser kommt es zu einem gesundheitsschädigenden Gift.
Die ultimative Batterie – mit mehr Leistung – muss noch erfunden werden …
Mit verbreitet ist auch, dass sich niemand einen E-Scooter unbedingt selbst anschaffen muss. Über Handy-App aktiviert man einen E-Roller, der überall als Teil einer Flotte eines Anbieters herumsteht. Fährt an sein Ziel. Lässt das lässige Gefährt stehen. Und vergisst es. Dafür zahlt man eine Miet-Gebühr.
Eine Art von kollektiver Nutzung, die mir so noch nicht bekannt war. Und zudem etwas, wobei ein Handy-Verweigerer oder sonst wer wieder in die Röhre gucken würde …
Hier bei uns gibt es durchaus seriös gekleidete Menschen, die dieses Verkehrsmodell nutzen. Und wenn ich wieder von einem überholt werde, auf meinem nur mit purer Muskelkraft betriebenen Rad, lächle ich – aber würde nicht tauschen.
Auf meinem Fahrrad sitze ich bequem und fett wie in einem Wohnzimmersessel. In diesem Satz ist das Verb „sitzen“ das wichtigste Wort.
Ich finde es krank, sich selbst jegliche Gemütlichkeit zu verbieten. Das Abhängen auf der Couch vor dem Fernseher ist verpönt. Ich brauche es, um vom Tag runter zu kommen und überhaupt schlafen zu können. In der Corona-Zeit wird gejoggt – es heißt „Laufen“ – ohne Gnade, da man in den Zeiten von Lockdowns befürchtete, zu Hause an plötzlicher Verfettung zu sterben.
Die Leute haben die schönsten Wohnungen, halten es darin aber nicht mehr als einen halben Tag aus … Ich wette, dass normale Partys schon lange nur als Stehpartys funktionierten.
Wenn jemand stehen darf, dann Arbeitnehmer. Beim Umbau des Supermarktes gegenüber wurden die Laufbänder höher angebracht. Damit die Kassiererin nicht die ganze Schicht an ihr Stühlchen zementiert ist. Klagt der Rücken, kann sie auch im Stehen arbeiten. So wurde es auch bei Behörden und in Büros eingeführt.
Davon profitieren am meisten die Arbeitgeber. Krankschreibungen wegen „Rücken“ werden weniger.
Die Gesellschaft entwickelt sich zur Steh-Gesellschaft und bei der zugleich allseits geforderten Mobilität, siehe „Joggen“, ist der E-Roller für mich zu einem Symbol geworden.
Gestern bekam ich Besuch. Trotz Rücksicht aufeinander, was bei Eintritt Hände desinfizieren, Maske tragen und offene Fenster bedeutet, war es wie immer in meinen Bekanntenkreis. Man setzt seinen Popo auf ein Sitzmöbel und erzählt sich etwas! Wir haben nur auf einen guten Abstand geachtet. Die Zeit spielte kein Maß. Wir hätten bis heute früh sitzen und erzählen können. Es war nichts hektisch. Niemand musste „sich die Beine vertreten“. Es war wunderschön!

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Eingeordnet unter 2021

Über meine Schwerhörigkeit

Dies habe ich gerade bei Facebook gepostet. Aber es könnte auch hier von Interesse sein.

Dieses Jahr stellte sich heraus, dass ich an einem Grad von Hypakusis leide. Schwerhörigkeit. Über viele Jahre erfolgte der Hörverlust schleichend. Er hat nichts mit inneren Erkrankungen, z. B. des Gehirns, zu tun, ist aber irreparabel.
Beidseitig stehen mir noch links 75 % und rechts 60 % an Hörfähigkeit zur Verfügung. Damit hätte ich ruhig noch weiterleben können. Aber seit April d. J. trage ich Hörgeräte. Und damit fing ein faszinierendes Leben an!
Eine vergessene Welt wurde mir wiedergeschenkt! Ich wusste nicht mehr, wie es sich anhört, wenn sich Süßstoff zischend im Tee auflöst, dass es elektrostatische Entladungen gibt, zieht man einen Pullover über den Kopf. Oder der Wind beim Rad fahren an den Ohren …
Ganz neu und völlig abenteuerlich war das Hören von Musik. Heute noch höre ich vertraute CDs anders, die ich seit der Anpassung meiner Hörgeräte noch nicht gehört habe.
Und ich will diese neuen Hörwelten nicht vermissen – ich trage die Hilfsmittel für gutes Hören permanent. Und gerade beim Musik machen sind sie unbezahlbar!
Inzwischen habe ich mir folgenden DJ-Namen zugelegt: „Bass-Baron“ herrChrizzy. ;-)
Ihr könnt euch auf meiner | Tracks-Internetseite davon überzeugen, wie intensiv ich neue Hörwelten erschaffe:

| Tracks

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Eingeordnet unter 2021

Musik und Behinderung

Allen schöne Feiertage und einen baldigen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund!
2021. Es ist viel passiert in diesem Jahr. Ich änderte meine künstlerischen Prioritäten. Vom Schriftsteller zum Musiker.
Ein Jahr voll Trauer. Und die Angst vor der Pandemie kriecht nun das zweite Jahr durch die ganze Welt. Jedenfalls bei denen, die sie ernst nehmen.
Die reale Inspirationsquelle meines Buches „Christoph Aschenbrenners Supermarkt-Geschichten“ baute lange um. Nun ist es innen größer als außen. Das ist eigentlich eine euklidische Unmöglichkeit!
Und seit April trage ich Hörgeräte. Beidseitig. Aufgrund von zwar natürlicher aber irreparabler Hörschwächen. Eine Behinderung.
Bin sehr gut zufrieden mit diesen kleinen, technischen Wunderwerken an den Ohren. Sie geben mir eine vergessen-verschollene Akustikwelt zurück! Und das Tragen meiner Hörhilfen wird permanent eingehalten.
Auch und gerade bei der Produktion meiner Musik. Den:
| Tracks.
Das ganze Frequenzspektrum eines gesunden Gehörs steht mir zur Verfügung. Von den höchsten Tönen bis zu den tiefsten Bässen.
Und bei Athene und Apollo, ich weiß das zu nutzen!
Überzeugt Euch selbst:

| Tracks

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Eingeordnet unter 2021, Buch 5, Gesundheit, Musik

Geburt des Ewigen

Das ganze Leben
Gesucht
Leidenschaft, erfülltes Ersehnen und Nähe

Schwer zu erreichen
Was versäumt

Am Ende
Der alte Fischer
Sein Boot hinaus bringt

Weit weit

Nichts fängt
Weil nicht fischt

Kommt nicht mehr zurück

©hristoph Aschenbrenner

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Eingeordnet unter 2021, Lyrik