Für wen

Ich schreibe hier nicht für die Oberflächlichen.
Nicht für die, für die es außen immer funkeln muss.
Ich berichte von eigenen Gedanken / Gefühlen, die authentisch sind.
Ich kenne sie am besten, ich hinterfrage sie.
Ich schreibe nicht für die, die jedes falsch gesetzte Komma stört.
Nicht für die, die ihre Kleinheit auf andere projizieren.
Auch Grammatik ist entwicklungsfähig.
Ich schreibe nicht für Plätzchenbäcker, Kochmamsells und Tierbesitzer,
nicht für Strickende, Kuchen- und Tortenfotografierer.
All das ist schön, bloß nicht mein Thema.
Ich schreibe nicht für die Anonymen.
Nicht für die, die sich vor dem Impressum drücken.
Die kein wahrer Name, kein Foto verrät.
Ich stehe zu meinem Wort.
Ich schreibe nicht für die, die ihr Buch schreiben.
Nicht für die, die ihr Projekt klammheimlich nicht zu Ende kriegen.
Wenn ich ein Buch schreibe, steht es dann im Buchladen.
Ich hole tief Luft.
Manche werden Künstler nie verstehen.
Die Zwiespältigkeit zwischen Einsamkeit suchen und Aufmerksamkeit brauchen.
Spannung lässt das Licht leuchten.
In Glühbirnen wie in Geisteswerken.

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10 Kommentare

Eingeordnet unter 2018

10 Antworten zu “Für wen

  1. Ich weiß! :D Wäre auch schlecht, denn vielleicht bekommst ja auch mal ein paar Plätzchen von mir. Dann wären sie nämlich auf jeden Fall auch ein kleines Thema. *schmunzel*

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    • Nun, ich gehe davon aus, dass sie so allerfeinst wären, dass ich die Bäckerin so hoch loben müsste, weil ich so etwas nicht kann. Ich kann nur Worte. ;-)

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    • Kleiner Tipp unter Autoren: Lass bei „können“ die Anführungszeichen weg. Der Satz an sich hat schon eine schöne Melodie, die den Sinn unterstreicht.
      Schon als Kind habe ich beobachtet, was Worte können – und was nicht. Bei einer Hochzeit. „Sehr erfreut, Sie zu sehen!“. Da war jemand, der die vielen Gäste immer mit diesen fünf Worten begrüßte. Ja, Du wirst sagen, Höflichkeit und so. Sehe ich heute auch so. Aber es waren immer nur diese fünf vertrackten Worte. Wie wäre es mit: Erfreut zu sehen Sie sehr?

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      • Vielleicht hast du Recht, aber es klingt dann für mich so verkehrt – ohne Anführungszeichen.
        Ich finde es hört sich sehr lustig an, die Wörter so im Satz zu verdrehen. Allerdings denke ich, das du die Leute damit ziemlich verunsichern würdest.

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    • Man hat die Wahl der Entscheidung. Als Gast auf einer Hochzeit würde ich keinen Unsinn reden. Vielleicht denkt man, ich wäre schon besoffen, oder ich wäre aus einem fremden Land.
      Aber hier an meinem Arbeitsplatz, dem Schreibtisch, kann ich machen, was ich will, es gibt keine Grenzen in der Literatur. Und sei es nur, um zu zeigen, wie sehr wir uns alltätglich mit Floskeln weiter helfen. Was ja nicht immer peinlich sein muss, ja, manchmal sogar notwendig.

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  2. Ich darf aber hoffentlich trotzdem weiter deine Texte lesen oder?! ;) :P

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