Archiv der Kategorie: Musik

Viva!

Es muss kurz vor meinem großen Abflug von zu Hause gewesen sein. Ich habe als Fahrer für Medikamente gearbeitet, es aufgegeben und in den letzten Monaten noch als Verkäufer in einem CD-Laden gejobbt.
Meine Schwester stellte heute noch fest, dass sie und ich Musik mögen. Es ist schön, dass ich noch einige Vinyl-Platten habe, aber von Anfang an war ich der Digitalitis verfallen. Klang in Reinform auf einem kompakten Datenträger, der mit dem Case noch in eine Manteltasche passt.
Auch wenn man heute lieber Songs herunter lädt und mit dem Streamen überhaupt nichts physikalisches mehr in den Händen hat, haben bei mir CDs noch Bedeutung und ich gebe ihnen den Vorzug.
Gerade läuft eine Disk der Doppel-CD „Viva Santana!“ Ich suchte eigentlich eine andere CD von Santana, aber im Laden war nur die. Ich habe mir angeguckt, was für Titel drauf waren, und dachte: „Ok, ich nehme sie mit.“ Ich erinnere mich, dass die CD oben auf einem Regal in dem Laden stand, weil sie weg sollte. Sie war schon zwei Jahre alt. Nun war wieder die helle Wandfarbe zu sehen.
Es war ein bewegter Start in ein neues Leben, als ich hier her kam. Meine CD-Sammlung ließ ich erst mal zu Hause. Ich bin dankbar dafür, dass es meine Eltern geschehen ließen. Vielleicht haben sie auch gedacht, dass wird nichts mit den Plänen in der Fremde.
Jedenfalls habe ich dort eine weitere CD von Santana gekauft. Eine aktuelle.

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Eingeordnet unter 2018, Musik

Der erste Stich

Ich stehe morgens auf. Gehe nach nebenan, setze mich an den Tisch und kratze den Finger meiner rechten Hand. Je mehr ich kratze, um so mehr juckt es. Ich halte inne. Ein Mückenstich? Ja, ziemlich eindeutig. Soll ich mich freuen? An einen solchen Stich im letztes Jahr kann ich mich nicht erinnern. Aber an meine Besorgnis um den Rückgang der Insekten als Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere.
Ich stelle eine CD zusammen. Brenne eine CD von den Titeln einer Cassette. Die Cassette muss ich zu Beginn der 90er aufgenommen haben, aber die einzelnen Stücke verschiedener Interpreten sind älter, viel älter.
Zu der Zeit war der Umzug nach Münster. Auch musikalisch suchte ich neues Hörterrain. Die Charts der 80er waren Geschichte, alte Rock ’n‘ Roll Helden gab es nun auf CD, aber das war nichts Neues. Was die Teenies ansprach, waren Techno und Hip Hop. Etwas, was mir zunächst widerstrebte.
Gab es in meinem Plattenschrank vielleicht noch Alternativen? Da war der schwarze Trompeter mit einer automatischen Waffe auf dem Cover. Miles Davis. Eine Single mit David Bowie und der Pat Metheny Group. Die LP mit Dean Martins „Love Songs“. All das baute ein großes Netzwerk neuer Musikinteressen auf. Von Big Bands der 20er Jahre, Swing, Combos, Modern, Bebop, Cool und Fusion bis zu seinen Ausformungen heute – dem Jazz.
Oft habe ich beim Hören von Jazzmusik das Gefühl, melancholisch und beschwingt zugleich zu sein. Oder beschwingt und melancholisch. Beides darf nebeneinander existieren. Sind alle Gefühle des Lebens eindeutig?
„Jazz“ nannte ich dann die Cassette, die ich in den frühen 90ern beim Aufbau für eine Party abspielen ließ. Sie lief in einem portablen Gerät, wo das Cassettenfach von selbst auf die andere Seite umsprang, wenn die vorige zu Ende war.
Eingeladen hatte ich neben Freunden und Kommilitonen auch Geschwister. Alle kamen hierher. Eine nette Frau etwas eher, sie wollte mithelfen. Ab da waren wir einige Jahre zusammen.
Geküsst haben wir uns das erste Mal beim Sound von Seite B der … Jazz-Cassette!

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Alte Liebe Nylon

Meine erste Gitarre war ein Geschenk meiner Eltern. Eine Konzertgitarre. Also eine akustische mit Nylonsaiten. Bis heute weiß ich nicht, wo sie sie gekauft haben. Und eigentlich auch nicht, warum …
Dankbar brachte ich mir im Selbststudium Griffe und Rhythmen nach Lehrbüchern bei, die mir eine Schulfreundin empfahl. Sie hatte während eines langen Krankenhausaufenthalts das Gitarre spielen gelernt.
Wenn ich mir heute die alte Gitarre ansehe, leider unbrauchbar, kann ich kaum glauben, auf diesem „Brett“ Töne entlockt zu haben! Die Saitenlage war viel zu hoch. Das ist der Abstand der Saiten zum Griffbrett. Der Hals viel zu breit. All das machte es mir als Anfänger nicht leicht, saubere Töne zu erzeugen. Meine Greifhand wurde sehr stark, was mir bis heute zu gute kommt.
Trotzdem war ich mit viel Enthusiasmus dabei. Als man mir noch zur Schulzeit eine gute, gebrauchte E-Gitarre anbot, griff ich zu. E-Gitarren haben Stahlsaiten. Das ist ein anderes Feeling unter den Fingern. Hals und Saitenlage sind für das Spiel mit viel dünneren Saiten ganz anders ausgelegt. Also habe ich auch bei akustischen Gitarren Stahlsaiten immer geschätzt.
Dabei blieb es dann bis vor knapp drei Jahren. Bis ich mir dachte, he, ich kann mir doch noch eine Gitarre zulegen. Ab Fabrik. Es müsste ja nichts teures sein. Nur sollte sie wieder Nylonsaiten haben.
Nun habe ich wieder eine Konzertgitarre. Und sie hat eine wunderbare Saitenlage, einen passenden Hals. Wenn ich die Saiten anschlage, steht der Klang lange warm im Raum. Irgendwie ehrlich.

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Eingeordnet unter 2018, Musik

Musiker

Spielte den ganzen Tag Rhythm ’n‘ Blues.
Brachte Saiten in Schwingung.
Ab und an Akkorde in Moll.
Nie kam Stimmung direkter.
Schickte Klangkörper auf Reisen.
Reckte den Hals, um nichts zu verpassen.

Stille nun.
Wind hat sich gelegt.
Die Nacht wird kühl.
Hoffe, Schlaf legt sich auch auf meine Finger.

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Eingeordnet unter 2017, Lyrik, Musik

Regie

Mein heutiges Treffen zum Kaffee kann ich mit einer Metapher, einem Bild, eigentlich eher einem Videoclip beschreiben.
Als ich ihn real traf, den mir noch unbekannten anderen Autoren, war es Mittag. Angeregt unterhielten wir uns über praktische Autorendinge, was nicht so oft im Leben möglich ist. Allein unter nicht Autoren ist der Normalfall. Wir entdeckten weitere Gemeinsamkeiten, z. B. Nikotinsucht. Wir verabredeten uns auf ein weiteres Mal. Die beste Begegnung in 2017 bisher!

Bei meinem kurzen Film würde es Nacht sein. Wir beide sitzen in einem offenen Wagen. Es gibt da diese Autobahn durchs Ruhrgebiet, wo es von Essen bis Bochum öfter mal durch Tunnel geht. Ich bin am Steuer und beachte das Tempolimit nicht. Wir rauchen und aus den Autoboxen kommt etwas aus den 80ern. Ja, man muss leider sagen, ein Oldiesender. Wir erzählen uns was und lachen uns scheckig. Kaum wer unterwegs.
Dass ich ein wenig und kontrolliert Schlangenlinien gefahren bin, ist nicht weiter schlimm, denn die Bullen verfolgen uns schon seit über fünf Kilometern, um uns nun anzuhalten.
Entspannt sehe ich den zwei Polizisten entgegen, wovon der eine an meine Tür kommt und der andere das vordere Nummernschild abliest. Mein geschätzter Beifahrer hält die Faust vor den Mund gepresst. Damit er nicht laut loslacht, der Joker. Er kann so nicht reden, also übernehme ich die Kommunikation mit der Exekutive. Auch ich muss mich zusammenreißen, denn mein gewohnter Redeschwall könnte auf alle Formen von Drogenmissbrauch hindeuten. Nach einer Verwarnung wegen latenten zu langsam fahren lässt man uns wieder auf den Asphalt. Ich schlängle den Wagen fast wieder, weil wir, als wir weit genug sind, uns über diesen Vorfall vor Lachen fast nicht einkriegen. Aus dem Autoradio kommt „The Race“. Die milde Luft nimmt die Härte aus den Gesichtern.

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Eingeordnet unter 2017, Bei Sem;kolon zu Hause, Musik

Oh no!

Warum ausgerechnet Du? Du hast mir die besten Lieder zu dem Soundtrack meines Lebens beigesteuert. 57 Jahre ist doch kein Alter! Dein unerschütterliches Selbstbewusstsein war mir ein Vorbild. Dein Glaube auch. Die Welt lachte Dich aus, weil Du Deinen Namen wechseltest. Aber wer kannte Dich wirklich? Wer sah mehr in Dir als die Schwuchtel im Rüschenhemd?
Ja, viel weiß ich von Dir auch nicht. Doch Deine Musik traf mich. Der Beat, der Bass und Dein Kreischen. Und Du warst so enorm fleißig.
Nun hast Du uns verlassen. Manchmal schneit es im April. Uns bleibt D. M. S. R.
Dance Music Sex Romance …

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Eingeordnet unter Bei Sem;kolon zu Hause, Musik

All You Need Is Love

Dieses Foto machte ich heute Vormittag. Außentemperatur: 12 °C. Nachdem kalendarisch längst Frühlingsanfang war, ist diese Ansicht trotzdem eine Seltenheit. Und laut Wettervorhersage soll es hier morgen schon wieder regnen.
Ich konnte es mir also nicht verkneifen, ein Stück blauer Himmel festzuhalten und den passenden Soundtrack zu finden …

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Neckische Kinder- oder Jugendfotos

ohneeinander hat in ihrem Blog  Fabulierlust damit angefangen!
Hier sieht man, wie früh ich schon die Musik und meine Gitarre liebte. Auf dem Bild bin ich wohl 14. Und beim Üben eingeschlafen. Zu müde, um das Deckenlicht auszuschalten, habe ich ein Kissen über die Augen gezogen. Ein historisches Dokument – man beachte das Tapetenmuster. ;-)
Ausdrücklicher Hinweis: Der Bund meiner Cordhose ist deshalb offen, weil die Hose sonst zu eng und damit zu unbequem war, um damit zu schlafen! Pah, glaubt Ihr mir sowieso nicht …

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